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Thema: Leistungsbestimmender Faktor Fitness


Ich bin dreistellig. Beim Zweikampf werden Reißen und Stoßen addiert und gestern habe ich es das erste Mal geschafft: 100 Kilo (42,5 im Reißen, 57,5 im Stoßen, macht zusammen 100, ich habe drei mal nachgerechnet). In meiner Gewichtsklasse (Mittelgewicht) liegt der Weltrekord bei 378 Kilo. Fehlen mir also nur noch lächerliche 278 Kilo. Lu Xiaojun gilt es zu schlagen:



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Ich habe fleißig weiter an meiner Technik gefeilt und bin glaube ich wieder einen Schritt weiter. Im Januar geht’s für drei Tage ins Trainingslage in Heidelberg zu Martin Zawieja.





Heute habe ich im Olympiastützpunkt Heidelberg mit Martin Zawieja und dem Puttlab für Gewichtheber trainiert. Unglaublich. Nie wieder ohne. Ich habe meine Bestleistung von 42.5 auf 50 Kilo gesteigert.





Die Technik war bei dem Versuch mit maximalem Gewicht natürlich nicht optimal. Aber auf dem Weg dahin hatte ich einige Versuche, die sehr »schlank gezogen« waren. Die linke Linie oben im Bild zeigt den Weg der Hantel und die muss schlank sein, dann ist sie gut. Die rechte Kurve zeigt einem, wo die Hantel maximal schnell ist und ab wann man abbremst. Das Abbremsen war interessanterweise der Schlüssel zum Erfolg. Ich hatte mit 50 Kilo zwei Fehlversuche und Martin hat die Daten so interpretiert, dass ich die Hantel auf dem Weg nach unten zu spät auffange und dann aus dem Gleichgewicht gerate. Darauf geachtet und beim dritten Versuch hat’s geklappt.

Morgen geht der DGV-Lehrgang los und Sonntag trainiere ich mit Martin noch mal das Stoßen. Vielleicht bekomme ich bis dahin auch die Daten meiner Versuche auf meinen Rechner.



Am zweiten Tag des DGV-Langhantel-Lehrgangs habe ich noch eine Stunde mit Martin an meinem Umsetzen (Stoßen) gefeilt. Dieses Mal waren auch 10 Golflehrer-Kollegen zum Anfeuern dabei. Bis 50 Kilo waren die Versuche ganz ansehnlich, aber bei meiner Maximallast wurde es unschön. Meine persönliche Bestleistung waren 57,5 Kilo. Ich habe 60 relativ leicht gestoßen, aber bei 65 gab es Probleme, wie das Video zeigt. Der letzte Versuch wäre im Wettkampf auch nicht gültig, weil die Arme nicht rechtzeitig gestreckt waren. Ich habe das Video einige Male anschauen müssen bis mir klar wurde, warum die Hantel so nach rechts gezogen ist.



Das ganze Video mit Martins Technik-Korrekturen lade ich vielleicht irgendwann noch hoch.



Nach drei Tagen Regeneration habe ich mich heute wieder das erste Mal an die Hantel getraut. Es war nur ein leichtes Training möglich. Die Belastung ist einfach unvorstellbar hoch, wenn man an seine Grenze geht.

Ich habe in Heidelberg eine Menge gelernt, nicht nur von Martin. Als erstes war klar, dass ich — wie schon geschrieben — bei hohen Gewichten früher bremsen muss. Das ist mir heute beim Reißen gut gelungen. Man sieht, wie ich früh bremse; danach setzt man sich noch langsam aktiv tiefer, um das Ganze für schwerere Gewichte zu simulieren. Beim Stoßen habe ich auch früher gebremst, aber letztlich Standumsetzen trainiert, weil ich nie unter die Horizontale gegangen bin. Das kommt dann im nächsten Schritt. Ganz neu ist auch die viel tiefere Ansprechposition.



Ich habe aber auch viel von der zweiten Referentin gelernt: Karen Hajduk. Sie hat mich individuell bei der Kniebeuge analysiert und festgestellt, dass da einiges bei mir schief läuft — und zwar im Wortsinne. Durch meine Beinlängendifferenz weicht meine rechte Hüfte immer aus und das sorgt dafür, dass der ganze Körper asymetrisch belastet wird. Ich werde sie bald noch mal besuchen und mir spezielle Einlagen verpassen lassen.

Außerdem hat mich Karen überzeugt, dass ich ergänzend doch ein paar funktionelle Übungen machen muss. Bei ganz tiefen Kniebeugen wird mein Rücken immer rund und das nervt mich. Die DVD der beiden kann ich nur empfehlen:

http://www.perform-better.de/Hersteller/Buecher-DVDs/Die-Athletik-DVD.html?actpicid=2



Seit gestern habe ich die Software, die mir nach jedem Versuch biomechanische Daten liefert. Allein mit Video erfährt man einfach nicht genug, um schnell besser zu werden. Schließlich geht mir die Zeit aus. Um Deutschlandweit in meiner Alters- und Gewichtsklasse vorne mit dabei zu sein, muss ich von derzeit 115 Kilo noch gut 100 Kilo drauflegen. Der Trainer in meinem Heimatverein meint, das sei nicht zu schaffen. Er lag leider mit seiner ersten Prognose, was ich in einem halben Jahr schaffen könnte, mit 120 Kilo ziemlich gut. Für das nächste Jahr hat er nur 20 Kilo Steigerung prognostiziert. Ich merkre, dass mich eine zu konservative Prognose mehr motiviert als eine zu optimistische.



Mit dem linken Diagramm bin ich schon ganz zufrieden: schlank gezogen.
Im Moment arbeite ich daran, die Hantel gleichmäßig zu beschleunigen. Hier wird Sie immer noch 12 % langsamer im so genannten zweiten Zug (das ist die Delle im rechten Diagramm bei 65 Zentimeter Höhe).
Ein weiterer Punkt ist das frühere Bremsen. Die Zeit, die zwischen der maximalen Geschwindigkeit nach oben und der maximalen Geschwindigkeit nach unten (also dem Einsetzen des Bremsens) vergeht, beträgt hier 0,537 Sekunden. Die besten liegen da unter 0,4.



Jetzt bekomme ich die Kurven so hin, dass sie gut aussehen, aber dann sieht das Video nicht so toll aus. Aber das Training mit der Software macht definitiv mehr Spaß als ohne:



Das hier ist jedoch eine schmerzhafte Entdeckung, die ich gerade bei Youtube gemacht habe:




Zuletzt bearbeitet: 05.03.12 20:36 von Administrator


Inzwischen war ich wieder in Hessen, um mir Einlagen verpassen zu lassen. Ich wurde auf dem Laufband gefilmt (qualitative Analyse) und für eine biomechanische 3D-Analyse mit Sensoren beklebt (quantitative Analyse). Ergebnis: alles krumm und schief und mein Gehen ist eine Agglomeration von Kompensationen. Erschreckend. Ich beuge und strecke beim Gehen zu früh, wie ein Hacker beim Golf. Ich war also ein Geh-Hacker. Anschließend das Gleiche mit den neuen Einlagen, und man musste kein Biomechaniker sein, um zu sehen, dass mit den Einlagen alles deutlich besser wurde. Schon vorher hatten wir gesehen, dass ich inzwischen auch bei tiefen Kniebeugen meinen unteren Rücken gerade halten kann. Das ist wohl das Ergebnis des Trainings. Gestern habe ich das erste Mal mit den Einlagen trainiert und erst jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn man tatsächlich die großen Muskeln auspowern kann. Vorher haben die kleinen immer Grenzen gesetzt, weil die zu schmerzen begannen, bevor die großen müde waren. Eigentlich nicht zu glauben, wie stark der Effekt ist, nur durch ein bisschen Schaumstoff im Schuh. Ich hatte übrigens vorher auch schon Einlagen, aber die haben mehr geschadet als genützt. Jetzt bekomme ich noch ein Trainingsprogramm mit einigen Zusatzübungen, individuell auf meine Schwächen zugeschnitten. Kettlebells sind schon bestellt. Die Motivation ist mal wieder nicht zu steigern.



Ich weiß auch nicht, warum mich das an dieses Video erinnert:





Hier ein paar Impressionen von meinem Training. Inzwischen habe ich auch eine richtige Gewichtheber-Plattform.




Zuletzt bearbeitet: 24.04.12 07:09 von Administrator


Hier ein kleines Werbefilmchen meiner neuen DVD:




Zuletzt bearbeitet: 24.04.12 07:11 von Administrator


Gäähn!

Sorry für meine Offenheit Oliver, aber das ist ziemlich langweilig.

Für 6 Minuten Film solltest Du doch etwas mehr Aufwand treiben - oder blond sein und einen großen Busen zeigen ;-)

Ich finde Du musst auf dem Golfplatz anfangen und trotzdem die Spezialtechnik weglassen, lenkt nur ab.
Zweite Station ist eine tpyisches Fitnessstudio und Du hängst in einer solchen Maschine fest.
Und erst die 3. Station ist die Halle mit Deinen Langhanteln.

Ich hoffe ich konnte Dir damit helfen - Grüße



Ein weiterer Ausschnitt aus der neuen DVD »Langhanteltraining für Golfer«.





Hallo,

in Deinem Werbevideo für die Fitness-DVD machst Du ja anhand Diener eigenen Erfahrungen klar, dass Fitness-Studio bzw. Fitness-"Maschinen" nicht zu mehr Länge bei gut getroffenen Schlägen führt.

Bevor ich mich jetzt zwei Jahre mit Hanteln abquäle, würde mich interessieren wie sehr sich die Länge Deiner Schläge mit Hilfe des Fitnesstrainings bei gut getroffenen Schlägen bei Dir entwickelt hat.

BTW diese Aussage würde Deine Werbevideo aussagekräftiger machen, insbes. weil Du vorher das "nicht Funktionieren" falschen Fitnesstrainings anführst.

Viele Grüße an den Fleesensee

Ralph



Moin moin.

Für mich wäre nicht die Frage nach dem "warum nicht", sondern die Antwort auf das "ob" interessant.

Also "ob" Oliver jetzt mit 7 kg mehr auch 7 Meter länger geworden ist und "ob" es mit der Langhantel in 30 Minuten erledigt ist oder "ob" er stundenlang sich schinden muss.

LG
Peter



Hallo Ralph und Peter!

Ich wollte eigentlich keine Bälle schlagen bis ich meine 86 Kilo (also 15 mehr) erreicht habe. Ich hatte Angst, dass sich zu wenig Längengewinn zeigt und ich dann frustriert aufhöre. Gestern habe ich aber doch mal eine halbe Stunde geübt und inzwischen fühle ich mich mit den 7,5 Kilo auch schon so viel besser, dass ich stabil genug gefühlt habe, das Training auch dann nicht aufzugeben, wenn keine signifikante Längensteigerung da ist.

Die folgenden Angaben sind aber höchst unwissenschaftlich. Glücklicherweise war ich vor 2 Jahren bei Taylormade und habe da objektive Daten der Schlägerkopfgeschwindigkeit mit meinem Driver aus deren 3D-System, das sündhaft teuer ist und dessen Messungen ich vertraue. Es waren jämmerliche 98 Meilen pro Stunde. Wenn ich die 15 Kilo erreicht habe, dann fahre ich da sicher noch mal hin, um mich am gleichen Gerät mit dem gleichen Schläger testen zu lassen.

Zu meiner grundsätzlichen Länge: Als ich zwischen 20 und 30 war, habe ich den Ball mit dem damaligen Equipment 150 Meter mit dem Eisen 6 geschlagen. Zwischen 30 und 40 ging das, trotz besseren Equipments, auf 140 Meter zurück und in den letzten Jahren (ich bin jetzt 45) musste ich die 6 schon bei 130 Metern nehmen. Ich spiele immer mit Laser und weiß deshalb bei den Eisen sehr genau, wie weit ich schlage.
Gestern habe ich in der Hütte 2 von der Matte 2-piece-Rangebälle bei wirklich ziemlich geringem 45°-Seiten/Rückenwind geschlagen und mit dem Eisen 8 zweimal das 150-Meter-Schild nach einem Bounce getroffen. Mein Kollege Moritz Rossa sagt, dass auch einige Bälle Carry hinter der 150 gelandet sind (ich bin ja kurzsichtig). Dummerweise habe ich neue Schläger, aber es ist eigentlich nur das Nachfolgemodell und die Schaftlänge ist gleich. Also wie gesagt: alles unwissenschaftlich, aber für mich höchst motivierend. Ich mache auf jeden Fall weiter und kann das Langhanteltraining wärmstens empfehlen.

Zur Trainingslänge: Bei mir dauert das Training deshalb immer ewig, weil ich jede Wiederholung auf Video aufnehme und analysiere. Aber wenn man das nicht täte, reichen drei Mal die Woche drei Stunden aus.
Ich sammle heute die ersten Erfahrungen als Trainer und werde eine Gruppe mit acht Pros in das Langhanteltraining einführen. Kann sein, dass ich danach vielleicht doch allen abrate, sich ohne Trainer und ohne osteopathische Betreuung mit Langhanteln zu beschäftigen.

Gruß Oliver

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