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Thema: Täuschende Technik? (Beitrag im GJ von I.Peek)


Im aktuellen Golfjournal (3/2011) hat Ian Peek einen Beitrag für uns Golflehrer geschrieben. Wir sollen nicht glauben, was das Scope uns anzeigt, wenn ein Trackman andere Ergebnisse offenbart. Ian hat mehrere Schwünge gesehen, in denen die Bilder seines Scope-Systems nicht mi den Daten des Trackmans übereinzustimmen scheinen. Es gäbe Golfer, so Peek, die löffelten und trotzdem den Ball perfekt in der Abwärtsbewegung träfen. Als Beispiel führt Peek seine Schülerin Uli Hageman sowie seinen Ex-Schüler und Professional Richard Porter an.



Lieber Ian,

ich glaube, ich kann deine Verwirrung aufklären:

Deine Definition fürs Löffeln lautet: »Der Schlägerkopf des Löfflers überholt die Hände während des Abschwungs.« Ich glaube, was du eigentlich meinst ist: »Der Schaft des Löfflers hat hat im Abschwung einen größeren Winkel überstrichen als der linke Unterarm.« Nach dieser Definition wäre Uli Hagemann in der Tat eine Löfflerin. Nach deiner Definition ist sie nämlich keine. Ihre Hände (genauer: Das Griffende) sind nämlich im Treffmoment vor dem Ball. Der Schläger ist 5 Grad nach vorne geneigt.



Insofern ist es überhaupt kein Wunder, dass ihr Schläger sich nach unten bewegt. Dem Ball ist es nämlich ganz egal, wo sich der linke Arm befindet. Er merkt nur, ob sich das Griffende vor dem Ball befindet (dann schwingt der Schlägerkopf nach unten) oder hinter dem Ball (dann bewegt sich der Schlägerkopf nach oben). Alle anderen Faktoren setze ich jetzt mal als richtig voraus (dazu gleich noch mehr).
Befände sich der linke Ellenbogen jetzt deutlich weiter hinten (und mit ihm natürlich auch die linke Schulter und der ganze Körper), dann sähe es für dein Auge auch nicht so gelöffelt aus. Bei Frau Hagemann hat der Schläger im Treffmoment bereits einen 24 Grad größeren Winkel überstrichen als ihr linker Ellbogen. Aber was ist das, wenn es kein Löffeln ist? Es ist frühes Schlagen (Thomas Zacharias würde sagen: falsches Schlagen). Und jetzt kommt hoffentlich die Auflösung des Dilemmas: Man kann früh schlagen und trotzdem nicht Löffeln, so wie Frau Hagemann. Tatsächlich machen das sehr viele Spieler. Es gibt natürlich auch einige, die früh schlagen und löffeln. Bei denen zeigt dann der Trackman auch an, dass der Schläger sich nach oben bewegt, vorausgesetzt — wie gesagt — alle anderen Faktoren sind richtig. Aber das ist natürlich in der Praxis nur selten der Fall. Frau Hagemann — und natürlich auch jeder andere Golfer — könnte nämlich ihre Hände sogar hinter dem Ball haben, also tatsächlich löffeln und trotzdem nach unten schlagen. Wie geht denn das? Indem man schön von außen nach innen schwingt. Das macht den Eintreffwinkel steiler (der mathematisch korrekte Begriff lautet »stumpfer«),

Was sollte nun der Golfer tun, der früh schlägt, aber nicht löffelt? Wenn er oder sie mit seinen Bällen zufrieden ist (wie du es ja in Frau Hagemanns Fall beschreibst), muss er gar nichts tun. Wenn er aber nicht weit genug schlägt, dann sollte er lernen, richtig zu schlagen. Dann muss aber auch die falsche Körperbewegung korrigiert werden. Denn nun würde das starke Schieben und das späte Schlagen mit dem Ellbogen zu einem zu extremen Quetschen führen (Hände im Treffmoment zu weit vor dem Ball). Was ist denn nun schon wieder ein spätes Schlagen mit dem Ellbogen? Das ist das, was Frau Hagemann u.a. macht: Sie beugt ihren linken Ellbogen und bringt damit die Hände weiter vor den Ball als das frühe Schlagen vermuten lassen würde.

Gerade letzte Woche habe ich einen Professional unterrichtet, der unter dem gleichen Problem litt: frühes Schlagen ohne Löffeln. Er war aber auch deutlich zu kurz (200m Drive-Carry, trotz 60m Wurfweite mit dem Golfball). Er hatte allerdings kein spätes Schlagen mit dem linken Ellbogen, sondern nur ein zu starkes Schieben mit der Hüfte. Die tiefere Ursache dafür war ein zu geringes Schieben mit der Hüfte nach rechts beim Ausholen. Mit Trackman und Scope haben Sebastian Rühl und ich ihm zu 20 Meter mehr Länge verholfen — zumindest in der Scope-Hütte. Was dann auf dem Platz übrig bleibt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Tja, jetzt hoffe ich, dass durch meinen Beitrag nicht noch mehr Verwirrung entstanden ist als vorher. Aber ich kann ja aufkommende Fragen hier beantworten. Ich hatte mich nur gefragt, was die Quintessenz deines Artikels war und sah keine andere, als den Rat, dem Scope-Bild zukünftig nicht mehr zu vertrauen. Und da erwiesen wir der Golfwelt glaube ich einen Bärendienst.

In einem Nebensatz schreibst du noch, dass durch das Löffeln auch Pull-Slices entstehen. Auch das kann ich nicht bestätigen. Zwar treten Löffeln und Pull-Slices oft gemeinsam auf, aber das eine bedingt nicht das andere. Wenn der Schläger die Hände überholt, schließt sich die Schlagfläche, das zöge Pull-Hooks nach sich. Aber natürlich können noch diverse andere Faktoren (Griff, Handgelenk, Unterarm etc.) auf Slice stehen. Das Löffeln ist also für den Slicer oft die Rettung, weil er so seine viel zu offene Schlagfläche wenigstens irgendwie schließen kann. Wichtig in diesen Fällen ist deshalb das vorherige Schließen der Schlagfläche, denn andernfalls lernt der Golfer das richtige Schlagen nie.

Liebe Grüße
Oliver

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Lieber Oliver,

ich habe deinen Beitrag über meine GJ-Artikel im Golfforum gelesen. Ob wir das Thema »Löffeln« oder »frühes Schlagen« nennen, finde ich weniger relevant. Ich nehme an, deine Korrekturen (damit sich die Hände des Schülers im Treffmoment weiter links befinden) wären sicherlich ähnlich, egal ob der gute Spieler laut deiner Definition »löffelt« oder eher »früh schlägt«.

Der Sinn meiner Artikel ist folgender: Viele erfahrene Golfer befinden sich im gleichen Treffmoment wie Uli Hagemann und produzieren auch gut getroffene, konstante, gerade Golfschläge. Könnte Uli Hagemann weiter schlagen wenn ihre Hände weiter links im Treffmoment wären? Vielleicht, aber vielleicht auch nicht, wenn sie hinterher nicht mehr mit dem Sweetspot treffen kann.

Uli Hagemanns Eisen 6 hat einen Smash-Faktor von 1.31. Der Schnitt der LPGA 2009 liegt beim Eisen 6 bei 1.39.

Meines Meinung nach lohnt sich die Suche nach einem perfekten »spät-getroffenen« Treffmoment bei einer (berufstätigen) Schülerin, die das Eisen 6 110m Carry schlägt, nicht und es gibt relevantere und leichtere Wege, ihr Spiel und Handicap zu verbessern.

Übrigens Uli Hagemann hat letztes Jahr 17m mehr Driver-Carrylänge gewonnen (auf der Range und auf dem Golfplatz), ohne später schlagen zu müssen. Mehr zu dem Thema erfährst du in einer künftigen Ausgabe des Golf Journals.

Du schriebst auch :

Oliver:
Insofern ist es überhaupt kein Wunder, dass ihr Schläger sich nach unten bewegt. Dem Ball ist es nämlich ganz egal, wo sich der linke Arm befindet. Er merkt nur, ob sich das Griffende vor dem Ball befindet (dann schwingt der Schlägerkopf nach unten) oder hinter dem Ball (dann bewegt sich der Schlägerkopf nach oben).

Diese Aussage ist leider nicht ganz korrekt: Hier das Scope-Ansprech- und Treffmoment-Bild und die Trackman-Datei von meiner Schülerin Raili (Handicap 18).





Ihre Hände und das Griff-Ende (Eisen 7) sind laut deiner Vermessungsart 4° hinter dem Ball im Treffmoment. Raili kommt von innen an den Ball und trifft ihr Eisen 7 3.8° im Abschwung.

Herzliche Grüße aus Sigmaringen

Ian Peek
www.impactgolfacademy.com





Lieber Ian,

danke für deine Antwort. Schön, dass du die Einladung zu einem Dialog angenommen hast. So können wir alle nur dazulernen. Ich schreibe meine Gedanken einfach zwischen deine Zeilen, dann ist es wahrscheinlich am übersichtlichsten.

Ian:
Ob wir das Thema »Löffeln« oder »frühes Schlagen« nennen, finde ich weniger relevant.

Sicher sind Wörter egal, wenn man das Richtige tut. Ich finde es aber wichtig, zwei unterschiedliche Dinge auch unterschiedlich zu benennen, damit es nicht zu verwirrend wird. Es gibt ja Leute, die schlagen früh und löffeln nicht, und Leute, die schlagen früh und löffeln. Bei den ersten muss nicht unbedingt etwas geändert werden, weil sie ja oft gut treffen, bei den Löfflern muss man oft etwas ändern, weil sie eben nicht gut treffen.

Ian:
Ich nehme an, deine Korrekturen (damit sich die Hände des Schülers im Treffmoment weiter links befinden) wären sicherlich ähnlich, egal ob der gute Spieler laut deiner Definition »löffelt« oder eher »früh schlägt«.

Nein, wie gesagt: Löffeln ist viel schlimmer als frühes Schlagen.
 
Ian:
Der Sinn meiner Artikel ist folgender: Viele erfahrene Golfer befinden sich im gleichen Treffmoment wie Uli Hagemann und produzieren auch gut getroffene, konstante, gerade Golfschläge. Könnte Uli Hagemann weiter schlagen wenn ihre Hände weiter links im Treffmoment wären? Vielleicht, aber vielleicht auch nicht, wenn sie hinterher nicht mehr mit dem Sweetspot treffen kann.

Da stimme ich dir 100-prozentig zu. Ich habe immer Folgendes behauptet: Von den bekannten Lehrern bin ich wahrscheinlich derjenige, der die meisten Golfer ohne Korrektur wieder nach Hause schickt. Wenn jemand den Ball gut trifft, bin ich der letzte, der an dessen Schwung herumbastelt, nur damit er nachher besser aussieht oder meinem Technikverständnis besser entspricht. Ich finde den Sinn deines Artikels also begründet. Gleichzeitig habe ich erstens Bauchschmerzen bei der impliziten Aussage, man könne den Scope-Bildern nicht vertrauen und zweitens bei der Gleichsetzung von frühem Schlagen und Löffeln — deshalb mein offener Brief.
 
Ian:
Uli Hagemanns Eisen 6 hat einen Smash-Faktor von 1.31. Der Schnitt der LPGA 2009 liegt beim Eisen 6 bei 1.39.

Beeindruckend. Und es spricht, wie du sagst, gegen Änderungen.
 
Ian:
Meines Meinung nach lohnt sich die Suche nach einem perfekten »spät-getroffenen« Treffmoment bei einer (berufstätigen) Schülerin, die das Eisen 6 110m Carry schlägt, nicht und es gibt relevantere und leichtere Wege, ihr Spiel und Handicap zu verbessern.

Korrekt.

Ian:
Übrigens Uli Hagemann hat letztes Jahr 17m mehr Driver-Carrylänge gewonnen (auf der Range und auf dem Golfplatz), ohne später schlagen zu müssen. Mehr zu dem Thema erfährst du in einer künftigen Ausgabe des Golf Journals.

Na, da bin ich ja gespannt.

Ian:
Du schriebst auch :
Oliver:
Insofern ist es überhaupt kein Wunder, dass ihr Schläger sich nach unten bewegt. Dem Ball ist es nämlich ganz egal, wo sich der linke Arm befindet. Er merkt nur, ob sich das Griffende vor dem Ball befindet (dann schwingt der Schlägerkopf nach unten) oder hinter dem Ball (dann bewegt sich der Schlägerkopf nach oben).

Diese Aussage ist leider nicht ganz korrekt: Hier das Scope-Ansprech- und Treffmoment-Bild und die Trackman-Datei von meiner Schülerin Raili (Handicap 18).

Wenn du tatsächlich einen Golfer hättest, der von innen kommt, die Hände im Treffmoment hinter dem Ball hat und trotzdem nach unten schwingt, also saubere Ball-Boden-Kontakte produziert, dann wäre das eine Sensation. Wenn du mir das zeigst, dann widme ich dir die Startseite des Golfforums und du bekommst ein Jahr kostenlos Werbung für deine Produkte bei mir.

Dieses Bild reicht mir allerdings nicht. Warum schneidest du eigentlich auf deinen Bildern immer die Füße und den Ball des Golfers weg? Das hat mich schon bei dem Golfjournal-Artikel irritiert. Falls du das grundsätzlich so machen solltest, wäre das eine mögliche Erklärung für die Verwirrung: Bei Bildern kurz nach dem Treffmoment ist der Schaft natürlich immer leicht nach hinten geneigt, auch bei einem Golfer, der seine Hände im Treffmoment vor dem Ball hatte.



Ich behaupte, hier ist der Treffmoment schon gewesen. Andernfalls läge der Ball gegenüber der Mitte des linken Fußes, und das halte ich doch bei einem Eisen für sehr unwahrscheinlich. Früh schlagende und löffelnde Golfer legen ihren Ball eher weiter nach rechts, damit sie ihn sauberer treffen.

Schick uns am besten mal die ganze Scope-Videodatei mit Ball und einem Schwung, bei dem du genau den Treffmoment im Bild hast. Dazu muss man meist mehrere Schwünge aufnehmen. Aber das weißt du ja.

Liebe Grüße
Oliver

PS: Es gibt übrigens tatsächlich eine Möglichkeit, den Ball in der Abwärtsbewegung zu treffen, wobei die Hände im Treffmoment hinter dem Ball sind und der Schläger von innen kommt. So einen Schwung habe ich Horst Koch mal vor 20 Jahren in einem kleinen Disput vorgemacht, als er behauptete, dass Löffler immer zu flach an den Ball kommen müssen. Seine Antwort mit seinem herrlich trockenen Humor lautete damals: »Herr Heuler, wir reden hier aber über Golf und nicht über Gymnastik.« Ich lasse das hier mal als kleinen Quiz für die Leser offen und werde den Schwung später mit meinem Scope aufnehmen und einstellen, falls mir keiner zuvorkommt.


Zuletzt bearbeitet: 14.02.11 07:45 von Administrator


Lieber Oliver,

"Warum schneidest du eigentlich auf deinen Bildern immer die Füße und den Ball des Golfers weg? "-

Die Anwesendheit meines Schwungbrettes(gut sichtbar in den Fotos) bei mir in der Hütte zwingt meine Schüler ziemlich nah an der "face-on " Scope Kamera zu schwingen. Nur aus dem Grund ist der Ball im Treffmoment nicht sichtbar.
Vielen Dank für dein Angebot -das wirst du demnächst bereuen:-)

Grüße

Ian Peek



Hoch interessante Diskussion, zu der ich gerne einen weiteren wichtigen Aspekt beitragen möchte. Zunächst denke ich, man muss immer unterscheiden zwischen Bewegungsanalyse und Treffmoment(Ballflug)-Faktoren. Und diese werden als erstes bestimmt
von der Balllage im Verhältnis zur Schlagbewegung.

Beim Könner zeigt der linke Arm im Treffmoment senkrecht auf den
tiefsten Punkt des Durchschwungs. Beim Löffler zeigt er im Treffmoment
ungefähr auf den rechten Fuß. Und wie man hier ja sieht, kann der Schlägerschaft
dabei immer noch nach vorn geneigt sein, also einen wünschenswerten,
negativen Eintreffwinkel ermöglichen.

Wie OH ganz richtig darstellt, kann man falsch schlagen (das Händegelenk
früh strecken), ohne zu löffeln. Und man kann richtig schlagen (spät strecken)
und trotzdem Löffeln. Außerdem kann man nach dem Impakt löffeln, ohne davor
gelöffelt zu haben. Und, wie OH richtig erwähnt, kann man trotz Löffelns
einen negativen Eintreffwinkel produzieren, indem man von außen nach innen
schwingt und/oder wenn man beim Durchschwung in die Knie geht.

All diese Varianten verschwimmen aber meist. Und sie sind mit dem Trackmann
meines Wissens nicht immer klar erfassbar. Hier wird eben nur die Bewegung
des Schlägers gemessen, ohne zu ermitteln, welche Körperbewegungen dazu
geführt haben.
Der Vorteil beim Trackmann ist, dass es bei seiner Benutzung gänzlich
dem Probanden überlassen bleibt, wie er die richtige (technisch effektivste)
Schlägerbewegung erzeugt.
Der Vorteil der Videosysteme ist, dass sie im Misserfolgsfall sichtbar machen,
an welchem Fehlverhalten des Körpers es liegen könnte.

Hier ist also keine Entweder-oder-Entscheidung gefragt, sondern ein ergänzendes
Miteinander. Dass dies am Anfang zu scheinbaren Widersprüchen führt, finde ich
vor allem höchst lehrreich.

In der Fortsetzung würde ich gerne den Zusammenhang zwischen dem Löffeln
und der Arbeit von Beinen und Rumpf beleuchten. Bin aber noch nicht sicher,
ob mir das verständlich gelingt...


Zuletzt bearbeitet: 14.02.11 21:16 von T_Zacharias_a


Ich habe mir die Zeit genommen mich kurz zu fassen!
Zur professionellen Impakt-Haltung gehört ein nach rechts geneigter Rumpf,
eine Körpermasse hinter dem (also rechts vom) Ball, und eine linke Hüfte,
die sich senkrecht über oder sogar links vom linken Fuß befindet.
Der linke Arm zeigt dabei senkrecht nach unten und der Schlägerschaft
je nach Länge leicht oder deutlich nach unten rechts.
Die rechte Schulter gerät nicht nur durch die Drehung des Schultergürtels
weit nach unten sondern auch, weil die rechte Hand weiter unten durchschwingt
als die linke.

Um diese Haltung auch noch technisch richtig getimet einzunehmen,
bedarf es nicht nur einer geschickten Motorik sondern auch einer
überdurchschnittlichen Beweglichkeit in der Lendenwirbelsäule. Diese ist
bei den meisten Hobbygolfern nicht gegeben und wird zumeist durch
Überanstrengung noch verringert, sodass Traumata und chronische Schäden drohen.
Um den Mangel an Beweglichkeit auszugleichen, also dem Stress in den Lenden
auszuweichen, ist das Löffeln das probate Mittel. Es sorgt dafür, dass
die Wucht des Schlages in der ersten Phase nach dem Impakt nicht
über Arme und Rumpf abgebremst wird, sondern in einem
schnellen Weiterschwingen des Schlägers verpufft.

Wenn also der Profi einen gepflegten, eleganten Schwung aus Hüften und Schultern
hinlegt, wobei die Hände hart durch den Impakt arbeiten, bleibt der Körper beim Laien
eher steif und gebremst, während der Schläger (je nach Händeverhalten
mit mehr oder weniger Druck) durch den Impakt pendelt.
Das Finish sieht dementsprechend gänzlich anders aus, was für den Hobbybereich
einfach toleriert werden muss.

Gerade weil der Körper des Laien tendenziell ungeschickt und unbeweglich ist
kommt der Rolle der Hände besonders große Bedeutung zu. Sie müssen nicht nur
das Richtige Schlagen bewerkstelligen, sondern auch noch die unvermeidlichen Mängel
in der Körperarbeit kompensieren. Leider wird der Golfschlag den Hobbyisten
heute noch weltweit genau nach den entgegengesetzten Prioritäten beigebracht.
Mit entsprechend dürftigem Erfolg.


Zuletzt bearbeitet: 15.02.11 23:00 von T_Zacharias_a


Lieber Oliver,
Lieber Thomas,
wenn ich das richtig verstehe die folgenden Definintion gelten für euch -

Löffeln:treffen des Balles bei der Aufwärtsbewegung des Schlägerkopfes

Frühes schlagen :excessiven konkaven Winkel im linken Handgelenk im Treffmoment.

Was euer "Frühes schlagen" anbelangt (ich nenne das immer noch löffeln-ich bitte um Verständnis)habe die folgenden bekannten Trainingsoptionen bei meinen "nicht-SALUTES" bis jetzt durchgezogen(je nach Schuler)-

a) gezieltes Physiotraining (bei meinem Golf Physiotrainer)

b)Optimierung der Abschwungebene

c) Bälle schlagen aus der Schräglage, sprich Ball unterhalb der Füßen. Zweck-Gesäß nach hinten zu halten.

d)Aus der "down the line" Kamera Perspektive mehr linke Pobacke beim Abschwung bzw.im Treffmoment sichtbar haben-dazu gibt es Trainingstipps von TPI, Ramsey McMaster usw.

e)Die Golfing machine's "pendeln und pressen" (engl-drag and lag)drill.

Was habt ihr für sonstigen Übungen bitte ? Ich habe den neuen OH Sky Film schon gesehen.

Vielen Dank.

Grüße

Ian Peek



Peek: „…wenn ich das richtig verstehe die folgenden Definition gelten für euch:
Löffeln: Treffen des Balles bei der Aufwärtsbewegung des Schlägerkopfes.
Frühes Schlagen: Excessiv konkaver Winkel im linken Handgelenk im Treffmoment.

Für mich antwortend: Nein.
Es geht nicht um den Treffmoment oder die Körperhaltung im TM, sondern um die
Körper-Bewegung und hier das Zusammenspiel von Armpendel und Schlägerpendel.

Frühes Schlagen heißt für mich zu frühes Strecken des Händegelenks
(meist durch verfrühtes Drücken der rechten Hand) also im ersten oder
zweiten Drittel anstatt im dritten Drittel des Abschwungweges. Da dies
biomechanisch-technisch einfach kontraproduktiv ist, nenne ich es Falsches Schlagen.
Im englischen Sprachraum ist von early hit, early release und casting die Rede.

Löffeln nennt man im Englischen scooping, und bezeichnet damit
eine Klapp-Bewegung der rechten Hand von dorsal nach palmar.
Eben so ähnlich wie man seine Suppe löffelt oder einen Ball
von unten rechts nach links aus dem Handgelenk hochwirft.

Das Löffeln entsteht durch falsche Vorstellung von der Leistungsfähigkeit
der rechten Hand und ihrer Streckmuskeln.
Diese ist auf einen Streckbereich von ca. 60° (von 90° nach 30°) gebündelt.
Der Löffler will aber über diesen Bereich („Range“) hinaus tüchtig Druck machen.
Und wenn er den Ball erst trifft, nachdem das rechte Handgelenk schon
über die 30° zur vollen Streckung hinausgelangt ist, dann ist der Schlägerkopf
auch schon über seinen Topspeed hinaus und der Schlägerkopf wird
trotz großer Anstrengung langsamer als bei idealem Timing.
Dazu kommt dann natürlich auch noch der ungünstige (positive) Angriffswinkel.

Die Löffelbewegung ist also nur dann als Fehler zu betrachten wenn sie
1. mit Falschem (frühen) Schlagen einhergeht (was nicht notwendig ist) und
2. vor dem Impakt schon zur vollen Streckung des rechten Handgelenks führt.
Ein gelöffelter Schlag ist OK, wenn das Händegelenk bei linker Arm 8Uhr
noch voll gebeugt ist, und wenn das Löffeln erst nach dem Impakt stattfindet.
Wegen der im letzten Post erklärten Fakten nenne ich dies „gesundes Nachlöffeln“.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu dozierend formuliert. Aber so denke ich immer.
Beste Grüße, Thomas



Was euer "Frühes schlagen" anbelangt (ich nenne das immer noch löffeln-ich bitte um Verständnis)habe die folgenden bekannten Trainingsoptionen bei meinen "nicht-SALUTES" bis jetzt durchgezogen(je nach Schuler)-

a) gezieltes Physiotraining (bei meinem Golf Physiotrainer)

b)Optimierung der Abschwungebene

c) Bälle schlagen aus der Schräglage, sprich Ball unterhalb der Füßen. Zweck-Gesäß nach hinten zu halten.

d)Aus der "down the line" Kamera Perspektive mehr linke Pobacke beim Abschwung bzw.im Treffmoment sichtbar haben-dazu gibt es Trainingstipps von TPI, Ramsey McMaster usw.

e)Die Golfing machine's "pendeln und pressen" (engl-drag and lag)drill.


Das Thema Lag hatten wir natürlich schon öfters. Auch in anderen Foren. Die obige Liste der Korrekturen scheint für meinen Geschmack zu umfangreich und es ist fraglich, ob das zum Erfolg führt.
Gut, Physiotraining hat noch keinem geschadet ist aber wohl nicht die Ursache. Was die Abschwungebene angeht, sehe ich nicht den Zusammenhang zum Treffpunkt.

Das mit der Schräglage und mehr Po raus wirkt auch nicht maßgeblich auf die Hände, denke ich.
Warum also nicht gleich ans Thema. Der Schülerin zeigen was sie im Bezug auf den Lag falsch macht und wie es richtig aussieht- beim Könner. Somit hat sie eine Vorstellung. Dann Übungen nach Zacharias machen lassen. Den Muskelreflex in dem rechten Unterarm spüren lassen. Ohne Ball die Vorstellung umsetzen und in langsamen Bewegungen den Weg des richtigen Schlagens entwickeln.

Nach erfolgreichen Übungen langsam mit Chips anfangen und beobachten, wie Sie sich entwickelt. Und dann regelmäßig betreuen. Dann hat man das Wesentliche verbessert. Dabei ist es ja nicht erforderlich alles andere über Bord zu werfen. Kann man später wenn nötig immer noch machen.
Nur meine Meinung.



Lieber Ole,
vielen Dank für deinen Beitrag. Alle Übungen oder Therapien in meiner "Löffel-Killer" Liste haben mehrere Schüler von mir über die letzten Fünzehn Jahren geholfen.
Damals konnte ich das nur meinen(duch Beobachtung der Flugbahn)heute kann ich zum Glück die Verbesserungen(durch die vorhandene Treffmoment Datei)genau messen.

In meiner Erfahrung als Golflehrer "one size doesn't fit all"

Grüße

Ian Peek



Warum also nicht gleich ans Thema. Der Schülerin zeigen was sie im Bezug auf den Lag falsch macht und wie es richtig aussieht- beim Könner.


...weil man trotz "richtigem" Lag und trotz richtigem Schlagen immer noch Löffeln kann und darin somit nicht die Lösung liegt



Ole_Erdmann_a:

Die obige Liste der Korrekturen scheint für meinen Geschmack zu umfangreich und es ist fraglich, ob das zum Erfolg führt.
Gut, Physiotraining hat noch keinem geschadet ist aber wohl nicht die Ursache. Was die Abschwungebene angeht, sehe ich nicht den Zusammenhang zum Treffpunkt.


Wenn jemand stark von außen kommt wirds ihm sehr schwer fallen mit den händen noch alles richtig zu machen und noch dazu zufrieden mit seinem ballflug sein,wenn der ball den überhaupt fliegen sollte.



Florian schrieb:
Wenn jemand stark von außen kommt wirds ihm sehr schwer fallen,
mit den Händen noch alles richtig zu machen…
Wie leicht die Menschen doch immer wieder Ursache und Wirkung verwechseln!
Das von außen Kommen ist meistens eine Folge falscher Handarbeit (Casten).
Also muss diese als erstes korrigiert werden. Aber diese uralte Erkenntnis
wird in der Fachwelt einfach immer noch nicht verstanden, sondern gilt
weiterhin als Irrtum und Ketzerei.

M_Schaumann hat geschrieben:
...weil man trotz "richtigem" Lag und trotz richtigem Schlagen immer noch
Löffeln kann und darin (am Lag Arbeiten) somit nicht die Lösung liegt.
Wie ich weiter oben ausführlich dargelegt habe, ist das schädliche Löffeln
eine Folge falschen Schlagens und schlecht getimeten Lags. Wenn aber
das Timing im Händegelenk und die Ebene stimmen, dann ist nur noch
unproblematisches Nachlöffeln möglich, welches keiner Lösung bedarf.

Beste Grüße, Thomas




T_Zacharias_a:
Wie leicht die Menschen doch immer wieder Ursache und Wirkung verwechseln! Das von außen Kommen ist meistens eine Folge falscher Handarbeit (Casten). Also muss diese als erstes korrigiert werden. Aber diese uralte Erkenntnis wird in der Fachwelt einfach immer noch nicht verstanden, sondern gilt weiterhin als Irrtum und Ketzerei.

Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich mich kurz vor der Veröffentlichung des Buches, an dem wir lange gemeinsam gearbeitet haben, zurückgezogen habe. Ich sehe die Wirkungskette bei vielen Golfern so: 1. Schlagfläche offen, 2. Schwung von außen, 3. frühes Schlagen wird immer schlimmer.

Ich schreibe das hier aber nicht, um mit dir, Thomas, die Diskussion erneut zu eröffnen — ich kann gut damit leben, dass wir unterschiedliche Sichtweisen haben —, sondern einfach nur, um für die Leser deutlich zu machen, dass es da unterschiedliche Sichtweisen gibt. Ketzerei werfe ich keinem vor.

Die Sätze sind leider lang, weil ich unterwegs bin und hier auf dem Telefon tippe.



OH: Ich schreibe das hier aber nicht, um mit dir, Thomas, die Diskussion
erneut zu eröffnen — ich kann gut damit leben, dass wir unterschiedliche
Sichtweisen haben —, sondern einfach nur, um für die Leser deutlich zu machen,
dass es da unterschiedliche Sichtweisen gibt.

Für mich ist es keine Frage von Sichtweisen, die es zu verallgemeinern gelte,
sondern es gibt offensichtlich verschiedene Ursachenketten. Die Eine nennst Du,
lieber Oliver, und zwar mit dem relativierenden Attribut „…bei vielen Golfern…“.
Die andere nenne ich, und zwar mit dem relativierenden Attribut „…meistens…“.

Ich sehe da gar keinen Widerspruch. Die beiden Attribute ergänzen sich doch.
Bleibt meine Behauptung, dass eine erdrückende Mehrheit (99%) der Golfanfänger
castet, also oben mit der Rechten auf den Schläger drückt, wodurch der Ball
einfach niemals von innen angegriffen werden kann. Sondern eben nur von außen.

Von diesen 99% schaffen es wiederum nur 5%, eine korrekte Handarbeit
zu erlernen bzw. zu entwickeln. Und zwar deshalb, weil keiner von ihnen jemals
richtig dazu angeleitet wurde. Ja, ohne mein Engagement hätten sie alle
bis heute keine Chance, überhaupt etwas von diesem Dilemma zu erfahren.

Diese Tatsachen waren meine Motivation für „unser“ Buch. Und ich finde es
natürlich schade, dass ich Dich und die große Fachwelt bis heute
nicht überzeugen konnte. Aber wie Du siehst: Ich gebe noch nicht auf…

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