Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Gerade Putt-Bewegung oder innen-innen?


Hallo liebe Foristen,
jetzt habe ich mein Debüt im neuem Forum. Ich freue mich ein Mitglied dieser Redaktion zu sein und versuche, die Regeln einzuhalten.

Ich spiele seit ein paar Monaten mit dem Kramski-Putter. Der Putter gefällt mir gut und ich komme gut mit ihm aus. Mir wurde bei meinem Besuch bei der Firma Kramski auch die Philosophie hinter dem Putter erläutert. Neben den Linien ist die gerade Pendelbewegung mit dem Putter Teil dieser Philosophie.

Hört sich schön an, aber ist eine »gezwungende« gerade Pendelbewegung wirklich besser als eine mehr rotierende? Die gerade Pendelbewegung hört sich leichter an weil sie sich nur auf einer geraden Linie bewegt. Dazu kommt, dass mit der geraden Pendelbewegung die Streuung eingedämmt wird. So sieht es auch Dave Pelz in seinem Buch »Dave Pelz's Short Game Bible«.

Ich komme aber besser mit der rotierenden innen-innen-Bewegung zurecht. Dies ist, meiner Meinung nach, weil die Schultern auf der Wirbelsäule waagerecht aufgesetzt sind. Das heißt, dass die Schultern ab einem gewissen Punkt nicht mehr vertikal nach hinten und nach vorne schwingen, sondern anfangen, nach innen und um die Wirbelsäule zu rotieren. Warum soll ich diese »natürliche« Bewegung verhindern und meine Schultern dazu zwingen, eine nicht natürliche Bewegung zu machen? Zumindest bei langen Putts muss der Schläger ab einem gewissen Punkt nach innen gehen. Andernfalls würde ich lediglich die Schulter anheben und mein rechter Ellenbogen müsste sich beugen, um eine Kippen nach vorne links zu vermeiden.

Was meint ihr dazu? Meint ihr, dass man trotzdem mehr bei einem »unnatürlichen«, gezwungenden und geraden Pendelstroke bleiben soll, oder ist es wirklich besser, die Schultern nätürlich pendeln und rotieren zu lassen, obwohl man vielleicht dadurch mehr streut?

Ich bin auf die verschiedenen Meinungen gespannt.

Mit besten Grüßen,

Florian


Zuletzt bearbeitet: 05.06.05 11:55 von Administrator
Werbung


Hallo Florian!

Um die Frage zu beantworten, kommst du an einer Supersam-Analyse nicht vorbei. Vorsichtig gesprochen: Was du denkst, wie du puttest, und wie du wirklich puttest, kann sich unterscheiden.
Christian Marquard hat aus der Analyse von 100 Tourspielern geschlossen, dass innen-innen besser funktioniert. Einige haben es mit gerade-gerade versucht, hatten nicht den Erfolg. Ich beobachte Ähnliches mit dem Supersam und unterrichte nicht mehr gerade-gerade.

Gruß Oliver


Zuletzt bearbeitet: 05.06.05 18:47 von Administrator


Hallo Florian, zu dem Thema habe ich vor 3 Jahren mal einen Artikel geschrieben.

Gruß, Axel



Zuletzt bearbeitet: 05.06.05 20:35 von Administrator


@Florian
Der Schwung beim Putten ist für mich eine reduzierte Version des vollen Schwunges, bei der sich das Schlägerblatt im Rückschwung öffnet und beim Ab- und Durchschwung schließt.
Der Putter bewegt sich in einem leichten Bogen »von innen nach innen«.
Bei meinen Golfkindern beobachte ich, dass sie das Loch verfehlen, wenn sich die Schlagfläche im Treffmoment nicht im rechten Winkel zur Puttlinie befindet.

Der »Gerade-zurück-und-durch-Putt«, die gerade Pendelbewegung, widerspricht einer natürlichen Drehbewegung, die Ausrichtung des Schlägerkopfes ist beim Rück- und Durchschwung an der Ziellinie auszurichten. Ein Ausgleich dieser natürlichen Drehtendenz ist zu beachten, beim Rückschwung ist der Putter leicht nach links zu drehen und im Durchschwung nach rechts. Die Arme können diese Bewegung nicht ausführen, sie wird erst durch das Drehen der Handgelenke ermöglicht.
Die Haltung der Handgelenke während des Puttens zu verändern ist grundsätzlich verboten, predige ich meinen Golfkindern. Ich zeige ihnen diese Methode nicht, sie entspricht nicht der Grundschwungmethode.

Ich selber nutze den »Gerade-zurück-und-durch-Putt« bis zu einer Entfernung von 2,50 m zum Loch, da der Schlägerkopf nur maximal 30 cm in beide Richtungen schwingt und
auf der Ziellinie bleibt.
Den »von innen–nach–innen-Putt« spiele ich bei Entfernungen über 2,50 m.

Kramski Putter


Zuletzt bearbeitet: 05.06.05 20:29 von Administrator


Ich kann nicht beurteilen, ob die Drehbewegung des stabilen Arme-Schulter-Dreiecks einem Rotieren gleicht, das zum Innen-Innen-Pendeln führt und natürlicher ist als eine gerade Bewegung.
Ich denke, dass es eine mentale Frage ist, mit welchem Schwunggedanken ich den Ball zu versenken gedenke. Mich jedenfalls brächte Innen-Gerade-Innen eher aus dem Konzept als dass es mir hülfe. Ich pendle gedanklich auf einem geraden Strahl, damit ich den Ball ebenfalls auf einer geraden Line ins Loch befördere.
Dächte ich beim Pendeln eher an eine kreisähnliche Bewegung, würde ich bestimmt mit unbewussten Korrekturen reagieren, die zu allem anderem führten, nur nicht dass der Ball ins Loch fiele.


Zuletzt bearbeitet: 07.06.05 07:21 von Administrator


Hallo liebe Foristen,
gleich fliege ich nach Schottland für die Scotish Amateur Stroke Play Championships. Dort wird auch die deutsche Nationalmannschaft sein. Ich werde von der Woche berichten, sobald ich wieder da bin.

Bei der Innen-Innen-Bewegung geht es mir weniger um eine Kreisförmige-Bewegung direkt vom Ball weg. Der Putter wird etwa 50 Zentimeter auf einer geraden Linie pendeln bis er sich irgendwann nach innen bewegt. Versucht es selber: Nehmt eine Linie und versucht, den Putter auf einer Linie nach hinten zu führen. Auch mal gerne hüfthoch, damit ihr seht, was ich meine. Sobald der Putter weiter nach hinten geht, müsst ihr euch nach vorne beugen oder der rechte Ellbogen muß sich beugen. Wenn ihr aber dagegen mit den Handgelenken und Armen anfangt nach innen zu rotieren, werdet ihr sehen, dass der Oberkörper ruhiger bleibt und dass es angenehmer ist.

Florian


Zuletzt bearbeitet: 07.06.05 18:39 von Administrator


Ich empfehle gerade-gerade, denn das hat weniger Fehlerquellen. Dabei sollte die rechte Hand bei Rechtshändern „deaktiviert“ werden, denn die meisten Putts gehen links am Loch vorbei, wenn sie nicht fallen.

Wie geht das in der Praxis? Die Ellbogen komfortabel abwinkeln, die rechte Hand greift locker und die linke kräftig. Nun wird mit dem linken Handrücken die Pendelbewegung eingeleitet, d.h. der Putter wird mit dem linken Handrücken nach rechts gedrückt. Vielleicht ist auch der Ausdruck nach rechts „ausgelenkt“ besser. Die rechte Hand bleibt deaktiviert, denn der Putt kommt aus der Pendelbewegung und nicht aus der rechten Hand. Man muss nur warten bis das Pendel wieder zurückschwingt. Die Putts kommen schnurgerade, nur die Entfernung muss man üben.

Gruß
Thomas Walk


Zuletzt bearbeitet: 07.06.05 18:40 von Administrator


Zum oben von mir verlinkten Artikel noch eine Ergänzung:

Die als zweites beschriebene Haltung ist nicht so abwegig, wie es vielleicht aussieht. Dave Pelz selbst hat sie genutzt, ohne es zu merken. Deshalb hat die gerade/gerade-Technik bei ihm gut funktioniert.

Harold Swash hat einen Artikel mit einer Aussage geschrieben, die meiner gleicht (Putterbahn gerade = Rücken parallel zum Boden). Den habe ich leider erst gefunden, nachdem die Arbeit getan war.

Gruß Axel


Zuletzt bearbeitet: 08.06.05 16:59 von Administrator
Werbung
Zurück zur Übersicht


>Perfekte Rundenanalysen von Jörg Sobetzki