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Thema: Graduierungssystem PGA Punktevergabe


heuler:

Seit die Pidschiä das Graduierungssystem eingeführt hat, bekomme ich kein Seminar mehr gefüllt. Ihr könnt euch vorstellen, wie die erste Frage am Telefon lautet, wenn einer mit dem Gedanken der Anmeldung spielt: »Bekomme ich dafür Graduierungspunkte?«
Und wenn ich »nein« sage, dann kommt: »Ok, ich überlegs mir noch mal«. Und es ward nie wieder was von ihm gehört.


Sind Deine Seminare so schlecht, dass es dafür keine Punkte gibt? ;-)

Ich nehme mal an, dass Du versucht hast, Punkte für Deine Seminar zu vergeben zu dürfen. Was waren die Gründe für die Ablehnung?

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Punkte gibt es nur bei Seminaren, die die PGA organisiert. Da bekommt der Referent jedoch nur ein fixes Honorar, unabhängig von der Zahl der Teilnehmer und unabhängig von seiner Qualität. Dieses Honorar ist außerdem so, dass man sich besser nicht groß vorbereitet, wenn man nicht möchte, dass der Stundenlohn unter den einer Putzfrau sinkt (die TCC mal ausgenommen).
Aus PGA-Sicht ist das auch in Ordnung. Das Geld fließt ja nicht in irgendeine private Tasche, sondern kommt allen Mitgliedern zugute. Und deshalb habe ich auch knapp 10 Jahre Seminare für die PGA geleitet, aber jetzt geht mir langsam die Zeit aus, meine Familie will auch was von mir haben und ich will mich teurer verkaufen.
Aber ich habe eigentlich nie gefragt. Also, Stefan: Kann ich für ein Putt-Seminar von Christian und mir Punkte vergeben?



Warum die Seminare nicht ohne Graduierungspunkte exklusiv halten? Da kommen dann nur Leute, die Wissen suchen und dies anschließend verwerten oder auch weiterentwickeln.





Axel_Wingert:
Warum die Seminare nicht ohne Graduierungspunkte exklusiv halten? Da kommen dann nur Leute, die Wissen suchen und dies anschließend verwerten oder auch weiterentwickeln.

Weil es davon offensichtlich nicht genügend gibt. Das ist ja auch alles kein Drama. Wer wirkliches Interesse hat, kommt einfach vorbei und schaut beim Unterricht zu, kostenlos natürlich.
Wenn es nach mir ginge, würde das Graduierungssystem trotzdem wieder abgeschafft. Ich verkenne dabei nicht die guten Absichten, die hier verfolgt wurden. Aber nicht jede gute Absicht führt auch zu dem gewünschten Resultat unter dem Strich.



@ Axel Wingert

Wie willst Du solche Seminare als exklusiv verkaufen, wenn fast alle PGA-Pros darauf aus sind möglichst viele Punkte im Graduierungssystem zu ergattern?

Das System steckt nachwievor noch in den Kinderschuhen. Ergo bemühen sich die Pros dort Punkte zu sammeln. Das ist in meinen Augen auch gut so.
Wir haben einen Azubi-Zuwachs von ca. 70-90 pro Jahr. Die Golfclubs und Anlagen spriessen nicht mehr wie Pilze aus dem Boden.
In wenigen Jahren (oder auch schon jetzt) mußt Du einen gewissen Qualifikationsstatus nachweisen können um Dich bei einem Club zu bewerben.
Das halte ich für sehr gut, denn dadurch werden die Pros zu Weiterbildungen quasi gezwungen. Da die meisten von selbst ihren A... nicht hochbringen ist dies ein geniales Konzept!

Und @ Oliver Heuler: Es ist doch ein leichtes Unterfangen ein Seminar bei der PGA anzumelden. Dann gibt es auch Punkte für die Teilnehmer. Auf das teurere Verkaufen gehe ich hier nicht näher ein, denn es sollte als PGA-Pro mit erweitertem Wissen eine Ehre für Dich sein dies an alle PGA-Pros weiterzugeben!

Fazit: Ohne Weiterbildung und Informationsaustausch geht gar nichts. Und dafür muß es eine "Rangliste" geben.
Der beste Beweis, daß das System noch in den Kinderschuhen steckt, ist die Tatsache, daß es einige G4-Professionals gibt, die jeder Amateur als G1 einstufen würde. Namen möchte ich nicht nennen.

Gruß
Wiger



Es ist doch ein leichtes Unterfangen ein Seminar bei der PGA anzumelden.

Das werden wir ja bald von Stefan erfahren. Wenn das geht, mache ich es. Aber woher weißt du das?

Auf das teurere Verkaufen gehe ich hier nicht näher ein, denn es sollte als PGA-Pro mit erweitertem Wissen eine Ehre für Dich sein dies an alle PGA-Pros weiterzugeben!

Was willst du mir damit sagen?



@ Oliver:
Woher ich das weiß?
Ich weiß es nicht aber ich denke mir wenn Oliver Heuler bei der PGA anfragt ein Seminar zu leiten, werden die wohl nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen!

Zu Deiner zweiten Frage:
Besser per PN!

Gruß
Wiger



Das System funktioniert so:
Jedes Jahr versuchen wir durch Umfragen herauszufinden, in welchen Themenbereichen sowohl das größte Interesse aber auch der größte Bedarf nach Fortbildung besteht. Danach legen wir eine Anzahl von PGA annerkannten Seminaren fest. Die Seminare dürfen nicht inflationär sein, damit sie den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit entsprechen. Der Preis der Seminare ist aus der Erfahrung der letzten Jahre gewachsen. Er läßt sich nicht auf ein vergleichbares Niveau anderer Berufsgruppen (Ärzte, Anwälte etc.) heben. Daher ist das Honorar in bestimmter Höhe begrenzt, jedoch nicht zwangsläufig immer gleich. Sicher ist aber auch, dass die PGA nicht ein Seminar anbieten möchte, welches auf Grund des Preises von vorn herein nicht gebucht werden würde. Es wird immer wieder nach der Annerkennung von "privaten" Seminaren gefragt, die sich im Laufe des Jahres ergeben. Diejenigen, die das Seminar abhalten, halten es immer sehr wichtig und für sensationell wertvoll und wundern sich über eine Ablehnung. Wenn Du mit Herrn Marquard ein Seminar zum Thema Putten durchführen willst, so könnte dies durchaus in die offizielle PGA Seminarreihe des Jahres 2006 aufgenommen werden, jedoch muß der organisatorische Rahmen (Termin, Ort, Hotel, Referentenhonorare, Spesen, sonstige Leistungen) durch die PGA Aus - und Fortbildungs GmbH gesteuert werden. Für 2005 ist das nicht mehr möglich.
Stefan Quirmbach
...der ein "Graduierungssystem" für hilfreich, gut und notwendig hält; das unsrige ist sicher verbesserungsfähig, daran wird intensiv gearbeitet.
...Es ist nicht konstruktiv, ein Graduierungssystem generell zu verdammen. Ernstgemeinte und konstruktive Kritiken sollten nicht nur hier im Forum stehen, sondern könnten durchaus in Schriftform auch an die PGA geschickt werden, denn es kann nicht erwartet werden, dass die PGA - Offiziellen hier mitlesen und die Beiträge auswerten.
...Die von mir geleiteten Seminare "Teaching the Teacher, Level 1,2, und 3" laufen seit mehreren Jahren sehr gut. Die Motivation der Zweit- und Drittbucher ist nicht nur ausschließlich auf die Punkte zurückzuführen. Die Bewertung der Teilnehmer sagt mir, dass sie "Value for Money" bekommen haben: Sie werden (fast) immer besser im eigenem Spiel und lernen viel für ihren Unterricht...




das unsrige ist sicher verbesserungsfähig, daran wird intensiv gearbeitet.
...Es ist nicht konstruktiv, ein Graduierungssystem generell zu verdammen. Ernstgemeinte und konstruktive Kritiken sollten nicht nur hier im Forum stehen, sondern könnten durchaus in Schriftform auch an die PGA geschickt werden, denn es kann nicht erwartet werden, dass die PGA - Offiziellen hier mitlesen und die Beiträge auswerten.

Meine Kritik ist ernst gemeint. Aber ich muss zugeben, dass ich nie einen offiziellen Brief geschrieben habe, um meine Kritik zu formulieren. Vielleicht, weil ich wie bei der Anfrage nach Punkten für ein privates Seminar geahnt habe, dass die Erfolgsaussichten gegen null gingen. Wenn sich aber hier im Forum andere fänden, die meine Meinung teilen, dann könnte irgendwann eine Mehrheit entstehen. Und ich bin sicher, dass man mit der Mehrheit der Pros auf seiner Seite mehr Gehör fände. Ist ja auch normal. Ergo formuliere ich meine Gedanken zuerst hier, lasse sie reifen, höre mir andere Meinungen an, tausche mich aus, um dann irgendwann zu handeln.

Wenn man etwas ablehnt, mag das vielleicht nicht konstruktiv, aber es kann trotzdem nützlich sein.¹ Ich will all die, die schon denken, das Ablehnen von Belohnungen sei revolutionär, mal noch weiter provozieren. Es könnte nämlich sein, dass auch Lob schon gefährlich ist:
Alfie Kohn Five Reasons to Stop Saying »Good Job!«

PS: Kennst du Sprengers Buch Mythos Motivation, Stefan? Ich glaube, wer das nicht kennt, kann meine Kritik auch nicht verstehen. Das ist jetzt nicht so von oben herab gemeint wie es vielleicht klingt. Die Gedanken widersprechen einfach so radikal all unserer bisherigen Konditionierung, dass es ein ganzes Buch zur Überzeugung braucht, bis man sich darauf einlässt. Roland hat das auch verinnerlich, aber merkt jetzt, dass er im Rahmentrainingsplan die Leute überfordert, wenn er nur kurz die Quintessenzen einstreut.

PPS: Bald erscheint übrigens Alfie Kohns neues Buch über Erziehung.

1 Um diesen Gedanken noch etwas deutlicher zu machen: Stellen wir uns vor, es gäbe in China einen Regimekritiker, der mit der Regierung verhandelte und er plädierte für die Abschaffung der Folter als Steuerungsinstrument der Regierung. Jetzt könnten Wen Jiabao und Hu Jintao doch auch sagen, es sei nicht konstruktiv, dieses Steuerungsinstrument generell zu verdammen. Mir ist natürlich klar, dass Graduierung nichts mit Folter zu tun und Stefan nichts mit diesen Herren gemein hat. Ich wollte den Gedanken nur ins Extrem treiben, um zu zeigen, dass dekonstruktivistische Vorschläge nicht a priori schlecht sind. Ich kann mir einfach keine noch so ausgeklügelte Änderung des Belohnungssystems vorstellen, was den in meinen Augen grundsätzlich verkehrten Gedanken aushebeln kann.


Zuletzt bearbeitet: 12.03.05 10:41 von Administrator


Meine Kritik ist ernst gemeint. Aber ich muss zugeben, dass ich nie einen offiziellen Brief geschrieben habe, um meine Kritik zu formulieren. Vielleicht, weil ich wie bei der Anfrage nach Punkten für ein privates Seminar geahnt habe, dass die Erfolgsaussichten gegen null gingen.

SQ: Das ist doch falsch aus meiner Antwort herausgelesen. Ein von dir vorgeschlagenes Seminar mit dem entsprechenden Inhalt könnte sehr wohl aufgenommen werden. Es ist nur nicht einfach so möglich, ohne Vorlauf und ohne Rücksicht auf andere Maßnahmen. Das Weiterbildungsangebot mit dem Themenschwerpunkt Unterricht/Spiel wird sehr gut angenommen. Bedauerlicherweise nicht die anderen Themen, wie professionelleres Auftreten, Rhetorik, etc.

Wenn man etwas ablehnt, mag das vielleicht nicht konstruktiv, aber es kann trotzdem nützlich sein.¹ Ich will all die, die schon denken, das Ablehnen von Belohnungen sei revolutionär, mal noch weiter provozieren. Es könnte nämlich sein, dass auch Lob schon gefährlich ist:
Alfie Kohn Five Reasons to Stop Saying »Good Job!«

PS: Kennst du Sprengers Buch Mythos Motivation, Stefan? Ich glaube, wer das nicht kennt, kann meine Kritik auch nicht verstehen. Das ist jetzt nicht so von oben herab gemeint wie es vielleicht klingt. Die Gedanken widersprechen einfach so radikal all unserer bisherigen Konditionierung, dass es ein ganzes Buch zur Überzeugung braucht, bis man sich darauf einlässt. Roland hat das auch verinnerlich, aber merkt jetzt, dass er im Rahmentrainingsplan die Leute überfordert, wenn er nur kurz die Quintessenzen einstreut.

SQ: Kannst du dir eigentlich vorstellen, das jemand diese Bücher gelesen und verstanden hat, und trotzdem anders denkt. Das was du in diesem Punkten(und auch an vielen Stellen von "Jenseits der Scores") versuchst, ist der sehr unrealistische Versuch, die Welt (zu schnell) zu verändern. Ich versuche auch die Welt zu verändern, nur etwas mehr mit den Mitteln und Wegen, die m.E. auch funktionieren. Warum kann es nicht einen guten Kompromiß geben. Nicht immer ist "Belohnung" oder "Lob" hilfreich, aber es ist m.E. nicht grundsätzlich zu verdammen. Du bist mit den Ansätzen in diesen Dingen (Graduierungssystem etc.) so weit weg von "normal" das damit keinem gedient ist. (Wahrscheinlich hängt das ja alles mit meiner niedrigen Entwicklungsstufe im Wilber´schen Farbenspiel zusammen. Nehmen wir aber mal an, dass ich schon etwas weiter entwickelt wäre, als der "Rest", dann habe ich offensichtlich noch so viel Nähe, dass ich tatsächlich etwas beeinflußen kann.)
Und zwar auch in deine/eure Richtung. Nur nicht so radikal, so bestimmend, so oft (bedauerlicherweise) "von oben herab". Das wird auch an deinem Beispiel deutlich. Ich fühlte mich nicht dadurch getroffen, jedoch ist es soweit abgehoben, dass es schon wieder nicht anschaulich ist. Normalerweise macht ja Übertreibung anschaulich.

Ich kann mir einfach keine noch so ausgeklügelte Änderung des Belohnungssystems vorstellen, was den in meinen Augen grundsätzlich verkehrten Gedanken aushebeln kann.

SQ: Das wäre aber aus meiner Sicht nötig; bzw. du müßtest dann etwas anderes vorstellen. Was dem Ziel dient, die Professionals untereinander kenntlich zu machen, ihnen bessere Marktchancen zu geben, dabei aber den individuellen und sehr unterschiedlichen Neigungen des Berufsbildes "Golfprofessional" (Playing Pro, Clubmanager, Greenkeeper, ProShopinhaber, GolfSchwungBewegungslehrer, Nationaltrainer etc.) zu entsprechen. Darüber würde ich mehr freuen und gerne daran mitarbeiten (denn wir sind intensiv auf der Suche nach der "Quadratur des (Graduierungs)kreises). Ich verspreche dir, dass, sollest du es "nur" im Forum veröffentlichen, ich es in der Kommission vorstellen werde. Ob es dann auch mehrheitsfähig sein wird das kann ich nicht beantworten.

Stefan Quirmbach


Zuletzt bearbeitet: 12.03.05 23:25 von Administrator


Hallo Stefan!

Mit der Bezeichnung »radikal«¹ fühle ich mich verstanden und geehrt. Meine Ideen nachher »mehrheitsfähig« zu machen, sehe ich nicht als meine Aufgabe. Dafür habe ich kein Talent. Das ist mehr deine Stärke. Ich akzeptiere es dann auch, von weiten Kreisen nicht verstanden zu werden. Das klingt jetzt in deinen Ohren vielleicht auch wieder von oben herab. Aber ich bitte dich, nicht zu vergessen, dass ich trotz aller abgehobenen Ideen, immer eine mehr als genügend große Portion Selbstzweifel mitbringe — in deinen Augen ja sogar eine fast übertriebene Portion.

Die Erklärung, warum so ein System nie ausgeklügelt genug sein kann, um fair zu werden, kann Ulim dir sicher besser geben als ich. Ulrich, könntest du das, was du damals bei der Diskussion um das Bewertungssystem hier im Forum beigetragen hattest, noch mal kurz zusammenfassen?

Übrigens ein Beispiel, wo ich klar erkannt hatte, Denkfehler gemacht zu haben. Das System war schlecht und wäre auch nie gut geworden, egal wie viel man gefeilt hätte. Es wurde eben auch auf einmal geschrieben, um Punkte zu bekommen oder die Beitragszahl zu erhöhen, statt einfach nur, um etwas mitzuteilen.

Stefan, wenn dein Ziel ist, allen Pros bessere Marktchancen zu geben, dann wirst du sowieso scheitern, außer du grenzt sie gegen andere Berufsgruppen ab. Aber wenn die Pros unterschiedlich bewertet werden, ist des einen Vorteil immer erkauft durch eines anderen Nachteil.
Dein Ziel kann also nur sein, eine größere Transparenz zu schaffen. Die ist aber dadurch nicht gegeben, dass G1 oder G4 nicht sagt, wie die Punkte erworben wurden. Wenn jemand viele Seminare besucht, kann er in seiner Bewerbung die Teilnahmebestätigungen beilegen. Die sagen viel mehr aus, weil man sieht, ob er bei Management-Seminaren war oder bei solchen für Greenkeeper.

Das ist doch falsch aus meiner Antwort herausgelesen.

Nicht mit Absicht. Ich habe es tatsächlich so gelesen als wenn es eine freundliche Umschreibung der Aussage gewesen wäre: Das geht nicht, außer die PGA organisiert alles: Termin, Ort, Hotel, Referentenhonorare, Spesen, Ausschreibung, Einladung, Preis. Und dann ist es ja nichts anderes als ein PGA-Seminar.
Ich hatte folgendes im Sinn: Ich mache mit Christian ein Seminar am Fleesensee. Es kostet 200 Euro. Wir schreiben es aus. Wir organisieren alles. Eventuell schalten wir gegen Bezahlung eine Anzeige in der Progolf. Wir nehmen das Geld ein. Und die PGA gibt den Teilnehmern Graduierungspunkte, weil sie anerkennt, dass die Inhalte wertvoll waren. Das würden wir dann mit einer genauen Beschreibung der Inhalte belegen. Oder ein Vertreter der PGA nimmt kostenlos teil und darf dann darüber urteilen, ob das Seminar Punkte verdient oder nicht.
Ich habe mir eingebildet, dass du genau diese Frage mal verneint hast.
Und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob wir nicht aneinander vorbei reden und eben das, was ich im Kopf habe, doch nicht geht.

Wenn du also einen Vorschlag haben willst, wie man aus dem in meinen Augen verkehrten System das Beste machen kann, dann ist das einer. Ermögliche Fremdanbietern auch nach Prüfung Punkte zu verteilen. Und ich schreibe das nicht nur aus Eigeninteresse als Seminaranbieter. Wenn Rainer Mund zum Beispiel privat ein Seminar zur Taktik anbieten würde (oder Anne Dinser über Fitness oder Mike über Fitting oder was auch immer) und ich daran teilnähme, dann würde ich mich natürlich auch freuen, wenn es dafür Graduierungspunkte gäbe.

Kannst du dir eigentlich vorstellen, das jemand diese Bücher gelesen und verstanden hat, und trotzdem anders denkt

Nein, wenn du Sprenger/Kohn gelesen und verstanden hast, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass du noch für ein Graduierungssystem bist, außer du findest schon bei Sprenger Lücken in der Argumentation oder irgendwelche Denkfehler. Die schließe ich nicht aus, aber die habe ich noch nicht entdeckt und deshalb bin ich neugierig, darüber mehr zu hören.

Das wird auch an deinem Beispiel deutlich. Ich fühlte mich nicht dadurch getroffen, jedoch ist es soweit abgehoben, dass es schon wieder nicht anschaulich ist. Normalerweise macht ja Übertreibung anschaulich.

Findest du nicht, dass es verdeutlicht, dass es Fälle gibt, in denen eine Ablehnung zwar nicht konstruktiv, aber nützlich sein kann?

du müßtest dann etwas anderes vorstellen.

Gerne: Ich glaube die meisten Pros sind nicht so organisiert, was die Dokumentation der eigenen Weiterbildung angeht. Ich bin es auf jeden Fall nicht. Warum also nicht eine PGA-Datenbank führen, in denen jedes Mitglied seine Akte freiwillig freischalten lassen kann, aus der hervorgeht, was er alles gemacht hat: Turniere, Ergebnisse, Weiterbildungen, Lehrlinge, Tätigkeit als Regional-, Landes- oder Nationaltrainer und was da noch alles auf der Graduierungsliste steht. Dafür gibt es dann keine Punkte, die man sowieso nie fair verteilen kann. (Wer kann entscheiden, dass drei Turniere mit Top-10-Platzierung genauso viel wert sind wie der Besuch eines Seminars, der Betrieb eines Proshops und das Ausbilden eines Lehrlings?). Sondern es wird einfach alles erwähnt mit dem Vorteil, dass ich als Schüler oder Präsident eines Clubs weiß, dass diese Daten verlässlich und vollständig sind.

Weiterbildungen außerhalb des Einflussbereiches der PGA könnten auch aufgenommen werden, aber es wäre dann gekennzeichnet, dass die PGA hierüber keine Kontrolle hat.

Gruß Oliver

1 Kluge: Standardwortschatz (16. Jh.) Entlehnt aus frz. radical, zu l. radicaliter Adv. »gründlich, an die Wurzel gehend«, zu lateinisch radix (-icis) »Wurzel, Ursprung, Stamm, Quelle«. Die heutige Bedeutung ist eine Intensivierung der alten Bedeutung »von Grund auf«. Abstraktum: Radikalismus; Verb: radikalisieren.



heuler:
Punkte gibt es nur bei Seminaren, die die PGA organisiert. Da bekommt der Referent jedoch nur ein fixes Honorar, unabhängig von der Zahl der Teilnehmer und unabhängig von seiner Qualität. Dieses Honorar ist außerdem so, dass man sich besser nicht groß vorbereitet, wenn man nicht möchte, dass der Stundenlohn unter den einer Putzfrau sinkt (die TCC mal ausgenommen).
Aus PGA-Sicht ist das auch in Ordnung. Das Geld fließt ja nicht in irgendeine private Tasche, sondern kommt allen Mitgliedern zugute.


www.pga.de Golf Team Germany in Südafrika. Bringt das was?

Übrigens, ich finde selten was bei den PGAoG Seminaren, das mich anmacht ein haufen Geld auszugeben, um ein paar Punkte zu bekommen.

Wiger_Toods:
Der beste Beweis, daß das System noch in den Kinderschuhen steckt, ist die Tatsache, daß es einige G4-Professionals gibt, die jeder Amateur als G1 einstufen würde.


Und es gibt G1-Professionals, die ........

Geht es eigentlich um Weiterbilding oder gut Darstehen?



Jetzt mal der Einwurf des Kunden, der diese Diskussion sehr interessant findet: Ist das nicht überhaupt ein Problem, dass die PGA einerseits das Graduierungssystem betreut und andererseits selbst die passenden Seminare anbietet.

Mal aus meinem persönlichen Erfahrungshorizont heraus: Wenn ein Rechtsanwalt gerne "Fachanwalt für xyz" werden will, dann muss er neben einer gewissen praktischen Erfahrung auf dem Gebiet auch ein paar Fortbildungsveranstaltungen besuchen. Während die ganze Prüfung und Anerkennung durch die Anwaltskammern (würde ich insoweit mit der PGA vergleichen) passieren, bieten die diese Fortbildungsveranstaltungen aber nicht selber an, sondern "zertifizieren " sie nur.

Ich weiß nicht, ob die PGA finanziell auf Einnahmen aus Seminaren angewiesen ist [provokative Ergänzung: und das Abhalten teurer aber nutzenbegrenzter Seminare deswegen eine verdeckte Beitragserhöung sein soll]. Wie andrenorts auch wäre es doch aber vielleicht mal eine Überlegung wert, sich da selbst ganz rauszuhalten, ein Punktesystem vorzugeben, die anzubietenden Seminare zu zertifizieren und den Rest dem markt zu überlassen?

Ein Graduierungssystem scheint mir nämlich durchaus sinnvoll, wenn ich als Kunde des Pros aber von mehreren Pros hören muss, dass mir sinnvoll scheinende Seminare nicht zählen und die Punkte anderswo mit desinteressierte Anwesenheit abgeholt würden, zweifle ich an dem System und fühle mich darin bestätigt, dass ich mich von dem G3-Pro zu dem ich gehe, wesentlich besser betreut fühle als von dem am gleichen Ort verfügbaren G1-Pro.



Es scheint der Eindruck zu entstehen, daß die PGA-Seminare teuer und schlecht sind und daß die PGA ein Knebelverein ist, der auf diese Weise eine wichtige Einnahmequelle erschlossen hat, die anderen auf keinen Fall zugänglich gemacht werden darf.
Die Beiträge von Stefan sprechen eine andere Sprache. Die PGA-Seminare, die ich in den letzten Jahren besucht habe, waren alle (für mich) sehr informativ. Es gab dort aber auch stets Kollegen, die sich Ihre Punkte dort nur "ersessen" haben und dadurch ihr Wissen sicherlich nicht gemehrt haben. Auf jeden Fall sollten nur Kollegen, die auch Seminare besuchen über Seminare urteilen.
Übrigens: Paul Chek im Herbst am Jakobsberg - das fand ich teuer: ungefähr 1500,--€ + Übernachtung + Spesen - bin auch nicht hingegangen, obwohl es mich sehr interessiert hätte.

Johannes



In der Tat entsteht bei mir als einem Kunden dieser Eindruck. Ich gehe mal davon aus, dass das von OH geplante Seminar qualitativ ohne weiteres für Graduierungspunkte in Frage kommt. Wenn es dann heißt: Eigentlich schon, aber es muss in unseren organisatorischen Rahmen passen und das bedarf langfristiger Planung, dann ensteht im schlechtesten Fall der Eindruck, dass die PGA überhaupt keine frei organisierte Konkurrenz will und im weniger schlechten der, dass es um Protektionismus für die PGA-organisierten Seminare geht (wenn ein besserer oder preiswerterer Anbieter kommt, zeiehn wir uns ganz zurück, aber solange wir etwas abhalten darf es auch keine Konkurrenz geben).

Ich denke, die PGA täte gut daran, einem solchen Eindruck entgegenzuwirken, denn die Graduierung bringt am Ende nur dann etwas, wenn sie von den Kunden als sinnvoll anerkannt wird.

Mal ein Vorschlag: Mir würde statt G1 bis G4 mehr helfen, wenn ich wüsste dass jemand einen besonderen Schwerpunkt auf z.B. Anfängerunterricht oder Training von Singelhandicappern legt oder ob einer vielleicht irgendwelche besonderen Lehrmethoden hat oder z.B. Spezialist für kurzes Spiel ist. In den großen Clubs, wo fünf und mehr Pros rumlaufen, wäre das eine gute Entscheidungshilfe. Auf den Clubhomepages steht sowas ja teilweise sogar dabei - hier würde der PGA-Stempel sicher mehr bewegen als Gx-Gy.

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