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Thema: Neuer Schwung: Ulf von Pilchau


Ulf hatte sich am Samstag für zwei Stunden bei mir angemeldet. Er ist Anfänger und war noch nie auf dem Platz, hat aber schon etwas Erfahrung auf der Übungswiese.
Zunächst erzählte er mir, was meine Vorgänger alles an seinem Schwung auszusetzen hatten. Da war einiges dabei, was ich genauso gesehen habe, vieles auch nicht. Es waren jedoch so viele Dinge, dass ich sie unmöglich alle behalten konnte. Bei der genauen Schilderung war gleich klar, dass Ulf etwas mit technischen Informationen anfangen kann. Seine Formulierungen enthielten sämtliche Fachbegriffe und er verwendete sie genauer als so mancher Golflehrer. So ist auch sein Beruf (Informatiker) nicht überraschend.

Ulfs Ballflug-Problem war ein zu seltenes, sauberes Treffen. Die meisten Schläge waren socketiert, auch wenn ihm das nicht klar war. Der Schwung vor der Stunde zeigt nur ein Wedge, aber die Struktur ist die gleiche. Die Abweichungen mit den längeren Eisen waren lediglich größer.














Das Wegnehmen ist extrem vorne und leicht flach, bei den längeren Eisen jedoch stark flach. Im Abschwung kommt er vorne, steil und dorsal geschaufelt in den Ball.
Körper-Fetischisten werden seine steile Hüftdrehung bemängeln und die mangelnde seitliche Bewegung des Oberkörpers. Mir gefällt das auch nicht. Nur: In zwei Stunden muss ich mich entscheiden. Die Ebene, den Release und die Körperbewegung werde ich nicht korrigieren können. Das würde selbst einen Informatiker überfordern. Meine Erfahrung aus knapp fünf Jahren Leadbetter-Unterricht, in denen ich in solchen Fällen immer zuerst den Körper korrigiert habe, sagt mir, dass man in zwei Stunden den Körper prima hin bekäme. Nur würde den Ball das wenig beeindrucken, denn wenn der Schläger immer noch offen, steil und vorne in den Ball käme, flöge dieser genauso erbärmlich wie zuvor.
Ich habe mich also dafür entschieden, nur die Ebene und den Release zu korrigieren und die Körperkorrektur auf unser nächstes Treffen zu verschieben.

Hier der Schwung nach der Ebenen-Korrektur, aber noch vor der Release-Korrektur.













Nun die Korrektur des Schlagens. Wir haben das zunächst bei einem sehr kurzen Schlag gemacht, weil das so einfacher geht. Bei volleren Schwüngen ist es Ulf noch nicht jedes Mal gelungen, Ebene und Release richtig auszuführen, aber es gab einige Schläge von denen ich jedoch leider keinen abgespeichert habe. Asche über meinen Finger.










Kommentare und Anregungen sind herzlich willkommen.

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<<Meine Erfahrung aus knapp fünf Jahren Leadbetter-Unterricht, in denen ich in solchen Fällen immer zuerst den Körper korrigiert habe, sagt mir, dass man in zwei Stunden den Körper prima hin bekäme.>>

Wusste gar nicht, dass du mit Leadbetter gearbeitet hast.

Zum Schwung:
Boogie-Woogie-Golf. Ein Schieben mit der Hüfte hab ich ja schon oft gesehen, aber Ulf schiebt mit den Knien. Ausserdem sind seine Hände beim Ansprechen zu nah am Körper, wodurch Hände und Schläger gleich beim Wegnehmen nach aussen gehen.

<<Die Ebene, den Release und die Körperbewegung werde ich nicht korrigieren können>>

Wird der Release bei besserer Körperbewegung nicht automatisch besser?

Gruß, Axel





Wusste gar nicht, dass du mit Leadbetter gearbeitet hast.

Praktisch die ganze Lehrzeit durch mit Denis Pugh, der damailgen rechten Hand von DL. Mit Leadbetter-Unterricht meine ich: körperbezogen statt schlägerbezogen und bewegungsorientiert statt ballflugorientiert.

Wird der Release bei besserer Körperbewegung nicht automatisch besser?

Habe ich in 15 Jahren Golfunterricht noch nicht gesehen. Aber das schließt es natürlich nicht aus. Wenn die Hüften im Abschwung mehr geschoben werden, kommen zwar die Hände mehr vor den Ball (als Schnellkorrektur vor der Runde mache ich das auch manchmal), aber der Release wird daduch keinen Deut besser.

Axel, das Köper/Schläger und Ballflug/Bewegungs-Dilemma kann man intellektuell nicht lösen. Da hilft nur eins: Fünf Jahre so unterrichten und fünf Jahre so. Danach triffst du dann eine Entscheidung, und die kann durchaus anders ausfallen als meine.
Es gibt jedoch zuviele Pros, die die andere Seite nie ausprobiert haben. Da kann man dann nicht wirklich von einer Entscheidung sprechen.

Schon allein deshalb solltest du Golflehrer werden, das habe ich dir ja schon oft gesagt.




Der Mann sieht doch aus wie Ernie Els! Athletischer Setup, aber dann gehts los!
Spielt Ernie deshalb nicht die SAP-Open? Wo hat er sich den Schwungfehler eingefangen? So eine Art golferisches SARS? :-))




<<Wenn die Hüften im Abschwung mehr geschoben werden, kommen zwar die Hände mehr vor den Ball (als Schnellkorrektur vor der Runde mache ich das auch manchmal), aber der Release wird daduch keinen Deut besser.>>

Was zeichnet deiner Meinung nach einen guten Release aus?

<<Axel, das Köper/Schläger und Ballflug/Bewegungs-Dilemma kann man intellektuell nicht lösen.>>

Das wäre doch mal ein Buch wert.....

Die Kritik der Reinen Vernunft- von Oliver Heuler





Was zeichnet deiner Meinung nach einen guten Release aus?

Auf der Ebene, von dorsal nach palmar, viel Lag pünktlich aufgelöst und gut vom Körper unterstützt.

Das wäre doch mal ein Buch wert …
Die Kritik der Reinen Vernunft — von Oliver Heuler


Gute Idee, da könnte ich gleich auch die Dilemmata auflösen, die Kant zur Verzweiflung brachten. Er hat ja auch zeitlebens geslict.



Frage an die Pros:

Was ist eure Korrektur gegen Schaufeln?

Das dorsale Handgelenk im Umkehrpunkt kann man ja leicht abstellen, aber wie kriegt man das Schaufeln weg?
Symptome: Dünn getroffene Bälle bzw. vor dem Ball in den Boden.

Wenn ihr mehr Informationen braucht, kann ich gerne ein paar Standbilder für die Diskussion im Forum bereitstellen.


Zuletzt bearbeitet: 14.05.03 13:16 von chip_in
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