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Thema: Occupy Wall Street


Das hier halte ich für den besten Kompromiss zwischen Marktwirtschaftlern und OWSlern:


:) Du betrachtest also "OWS" als das Gegenteil von Marktwirtschaft, warum?

Ich stelle mal die meiner Meinung nach fundierte Info in Dein Forum, das wenn man OWSler fragt, die sich sicher zu 90% als Marktwirtschaftler sehen. Wen Du sie dann nicht als Marktwirtschaftler einstufst, kann es nicht vielleicht daran liegen das Du selbst ein ganz anderes Verständnis von Marktwirtschaft hast?

> Bericht aus Philadelphia

Ron-Paul-Fans okkupieren „Occupy“

Auch in Amerikas fünftgrößter Stadt, Philadelphia, kampiert seit Anfang Oktober ein Ableger der „Occupy-Wall-Street-Bewegung“ (OWS) auf den Straßen. „Occupy Philly“ heißt das Aktionsbündnis, das den Großkopferten ein Schnippchen schlagen will. Anders als in anderen Städten wartet es jedoch mit einer Besonderheit auf: Am Rande des Dilworth Plaza hat eine Gruppe von Anhängern des libertären republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul ihre Zelte aufgeschlagen. Sie will nach eigenem Bekunden nicht gegen den linken Protest protestieren, sondern nur eine andere Seite aufzeigen.

Allerdings sehr zum Unmut der OWS-Aktivisten. In „Democrats“ nahestehenden Internet-Foren reagiert man erzürnt auf das trojanische Zelt. Die Anhänger der Partei, deren Wappentier ein Esel ist und die sich nicht gerade dadurch hervorgetan hat, die angeprangerten Umstände zu ändern, wollen die Ron-Paul-Freunde, die in Philadelphia unter dem Namen „Truth, Freedom, Prosperity“ (TFP) campieren, loswerden. Ein Forums-Schreiber notiert: „Die Ron-Paul-Gruppe hat sich parasitär an unsere ultra-progressive, revolutionäre Bewegung angehängt, um anstrengungslos ihren Müll verbreiten zu können.“


Jetzt hat der Holger Graf von EF aus mir unerfindlichen Gründen zu Meinungen zu Ron Paul bei OWS irgendwelche Kommentare in irgendeinem Forum aufgegriffen (was hat dieses "demcrats Forum" mit Occupy Philly zu tun?)

Im Occupy Philly Forum selber finde ich auf Anhieb zum Thema Ron Paul nur folgenden Link:

http://occupybucharest.com/thoughts/ron-paul-finally-kicking-ass-and-taking-names/

und da steht wiederum:
- I like this new Ron Paul -


Und solche Umfrageergebnisse:
Final Report


Registered likely Independent and Democratic voters

Michele Bachmann 9%
Herman Cain 14%
Newt Gingrich 21%
John Huntsman 1%
Ron Paul 34%
Rick Perry 9%
Mitt Romney 10%
Rick Santorum 2%

Registered likely Republican voters

Michele Bachmann 7% 8% 5% 5% 9% 9% 4%
Herman Cain 22%
Newt Gingrich 21%
John Huntsman 1%
Ron Paul 22%
Rick Perry 6%
Mitt Romney 17%
Rick Santorum 4%

Mixed likely Republican, Independent, and Democratic voters

Michele Bachmann 7%
Herman Cain 20%
Newt Gingrich 21%
John Huntsman 1%
Ron Paul 25%
Rick Perry 7%
Mitt Romney 15%
Rick Santorum 3%


Heisst also im Klartext das auch Holger Graf es mit der journalistischen Integrität nicht besonders ernst nimmt, und falls er hier mal irgendwann liest bzw. auch sich die Umfageergebnisse oben ansieht, unter Demokraten, Progressives, Liberals (den sg. "Sozialisten") ist Ron Paul respektierter als alle anderen "R's". Wenn er sich die Mühe macht mal diese "Besetzungen" anzusehen, und sei es nur per live stream, wird er sofort sehen das bei der Occupy Bewegung viele "echte Tea Partier" und Libertäre unterwegs und dort sehr willkommen sind. OWS ist überparteiisch.

Insbesondere die medialen Superstars dieser Seite der amerikanischen Gesellschaft, sind die Einzigen die Ron Paul, trotz grundverschiedener Ansichten, in den Medien voll zu Wort kommen lassen, es hassen und darauf aufmerksam machen wie er behandelt wird. Schau sie Dir alle an, Ed Schulz, Bill Maher, Rachel Maddow, Jon Stewart, Keith Olbermann und viele mehr.

Und dies spiegelt sich sicher in den Umfragen wieder, selbst der zentristischte Republikaner in Rennen, John Huntsman, schneidet schlechter ab als Ron Paul.

Pragmatismus.

http://occupywallst.org/
Occupy Wall Street is leaderless resistance movement with people of many colors, genders and political persuasions. The one thing we all have in common is that We Are The 99% that will no longer tolerate the greed and corruption of the 1%. We are using the revolutionary Arab Spring tactic to achieve our ends and encourage the use of nonviolence to maximize the safety of all participants.

This #ows movement empowers real people to create real change from the bottom up. We want to see a general assembly in every backyard, on every street corner because we don't need Wall Street and we don't need politicians to build a better society.




Zuletzt bearbeitet: 26.11.11 21:47 von B_Albrecht_a
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Hallo Hauke,
Das ist das ökonomisch Sinnvollste, das ich je von einem Historiker las. Hut ab.


Finde ich im Grundprinzip auch, insbesondere:

Erstens: Gewinne sind privat, zweitens: Verluste sind es auch. Wenn eines der beiden Prinzipien außer Kraft gesetzt ist, dann handelt es sich nicht um eine Marktwirtschaft. Im Finanzsektor gibt es diesen Kriterien entsprechend keine Marktwirtschaft, weil die vorhandenen Geschäftsmodelle explizit oder implizit davon ausgehen, dass im Zweifel der Steuerzahler oder die Notenbank die Verluste übernimmt. Ohne die Möglichkeit der privaten Insolvenz ist ein Wirtschaftssektor aber nichts anderes als ein Selbstbedienungsladen für Besserverdienende.


und in der Theorie dies hier:

Die Erklärung der Insolvenz ist deshalb ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Banken- und Finanzreform, weil mit ihm einer der wesentlichen Defekte beseitigt wird, das Moral-Hazard-Problem. Ein Unternehmern, das nur Gewinne machen kann, dessen Verluste aber durch den Steuerzahler garantiert werden, wird jede Chance auf Gewinnmaximierung nutzen und die Risiken nicht beachten.


In der Praxis aber hat dieses zu reformierende Bankensystem ein Monstrum geschaffen, was vemutlich ohne einen globalen wirtschaftlichen Kollaps, nicht mehr zu beseitigen ist. Und auch haben die Banken nichts gelernt, im Gegenteil, wie hier im Faden mehrfach schon aufgezeigt, sie machen unvermindert weiter mit ihren Zockereien.

Und wer soll die Banken reformieren, wer soll die EZB kontrollieren, Goldman Sachs????


(Gefunden auf Occupy Philly)

Ich bin der Meinung das alles was Gérard Bökenkamp schreibt richtig ist, aber Sonntagsrede bleibt, solange wir nicht den Einfluss dieser Bankster auf unsere Politik und Zentralbanken wirklich zurückdrängen und zu versuchen dieses Monster irgendwie kontrolliert abzuwickeln.

Und anstatt das in Deutschland über die wahren Probleme geredet wird, schleichen sich in Frankfurt in die EZB immer mehr amerikanische Verhältnisse ein, ich finde dies entsetzlich.



Bökenkamp scheint unser kleinster gemeinsamer Nenner zu sein. Hier noch etwas Schlaues von ihm:
> Warum die Rettungsschirme nicht wirken



Bökenkamp scheint unser kleinster gemeinsamer Nenner zu sein. Hier noch etwas Schlaues von ihm:
> Warum die Rettungsschirme nicht wirken

Ist doch mal ein Anfang, vielleicht nehmen wir mal diesen Artikel von dem Bökenkamp als Grundlage um eventuell sich auf einige Fakten zu einigen.

Zählen wir mal die Gewinner jeglicher Haushaltsdefizite auf:

1. Die Politiker und der ganze verbundene Apparat, die sich an der Macht halten, indem sie sich einerseits sozialen Frieden "erkaufen", andererseits ihren groessten Spendern immer wieder Geschenke machen.

2. Die Empfänger von Sozialtransferleistungen(Empfänger von Versicherungsleistungen mal ausgenommen)

3. Verschiedene Unternehmen die Leistungen erbringen die vielleicht nicht immer notwendig oder angemessen ausgepreist sind.

4. Bestimmte Personengruppen und Unternehmen die steuerlicher Vorteile erzielen, da fallen mir spontan der Gruppen ein: Niedrigere Einkommen, grosse Firmen, Innovative Firmen. Bei den Innovativen Firmen fällt mir ebenso spontan auf, das dort immer nur Technologien gefördert werden, die potentiell von grossen Firmen aufgenommen werden und selten solche Technologien, die derzeitigen grossen Firmen das Wasser abgraben, komischer Zufall. Auch Zufall ist das ich diese Woche seit langer Zeit wieder einen „Spiegel“ gekauft habe und dort unter ferner liefen in einem kleinen Artikel steht, das es amerikanischen Forschern gelungen ist, die Lithium Ionen Batterie zehnmal leistungsfähiger zu machen und die selbe Batterie zehnmal schneller geladen werden kann. Heisst also dem kleinen Einmaleins zufolge das ein E-Auto damit anstatt 100 ganze 1000 Kilometer laufen kann und schneller wieder aufgeladen ist. Oder das Modellflugzeug was dann anstatt 10 Minuten anderthalb Stunden fliegen kann, vom echten Flieger mal ganz zu schweigen. So eine bahnbrechende Entwicklung wäre doch eine Titelseite mit mehreren Seiten Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven wert. Aber nein, es steht auf Seite 154 ganz unten, zirca 60% der Seite nehmen unter Kunstgeschichte irgendwelche Römischen Mosaiken mit nackten Weibern drauf ein, 20% Titel „Krebsgespinst“, und halt ganz unten 20% unter dem Titel „Löchrige Superbatterie“, die rechte Seite nimmt O2 ganz ein. Ein echter Hingucker.

Nun stelle ich mir vor wen diese Mitteilung auf der Titelseite und in vollem Bewusstsein der Bevölkerung am meissten trifft, die Ölkonzerne die gerade sehr teure Ölfelder erschliessen? Die schon „arg gebeutelte“ Wall Street mit ihren Billiarden an Ölkontrakten und Derivaten? Marktlogik zufolge müssten diese jetzt einbrechen und vielleicht sogar einen „LTCM Moment“ ungeahnter Dimension auslösen, an dem mit Sicherheit an der Wall Street viel Geld verlorengeht, gerade mit dem ganzen gehebelten Zeugs. Und Du und ich würden plötzliche an der Tankstelle vielleicht nur noch halb so viel zahlen, vielleicht noch weniger bei dem starken Verkaufsdruck. ..Traummodusaus, es steht nur auf Seite 153 und keiner bekommt es mit.

Zurück zum Thema, wer verdient noch an den Haushaltsdefiziten und wer verliert bei einem ausgeglichenen Haushalt viel Geld?

Die einfache Lösung zur ganzen Schuldenproblematik ist es den Menschen zu sagen, halt, wir haben kein mehr Geld für diese und jene Leistungen, wir nehmen nur soundsoviel ein, und können nicht mehr ausgeben, da die Bürger zugleich Wähler sind, und diese den Konzernen und Banken zahlenmässig leicht in der Mehrzahl sind, sollte eigentlich recht schnell klar sein wo zuerst gekürzt wird.

Weshalb diese einfache Entscheidung von jeder normal wirtschaftenden Familie jeden Monat getroffene werden kann, von den amtierenden Politikern jedoch nicht gefällt wird ist mir ein Rätsel, wer kann es lösen?

Nächstes Kapitel, die Banken,



Teil 2
Zurück zum Thema, wer verdient noch an den Haushaltsdefiziten und wer verliert bei einem ausgeglichenen Haushalt viel Geld? Ich vermute mal der der mit Schulden seine Dividenden und Bonuszahlungen verdient.

5. Die Banken ab 2.20 min.


Ein paar aktuellere Schlagzeilen..

Komische Interessenskonflikte bei der Fed:
Federal Reserve Board Rife With Conflict of Interest, GAO Report
The makeup of the Federal Reserve’s board of directors poses a conflict of interest and there is concern that several financial firms and corporations could have reaped monetary benefits from their executives’ close ties to the Fed, according to a new report released today by the Government Accountability Office.
http://abcnews.go.com/blogs/politics/2011/10/federal-reserve-board-rife-with-conflict-of-interest-gao-report/

Der neue und umjubelte Premierminister von Griechenland, liest sich sehr nett auf der Deutschen Wikipedia, auf der Englischen steht schon noch etwas mehr:
Lucas Papademos is a Greek economist who has been Prime Minister of Greece since 11 November 2011.
Previously, he was Governor of the Bank of Greece from 1994 to 2002 and Vice President of the European Central Bank from 2002 to 2010.
He has served as Senior Economist at the Federal Reserve Bank of Boston in 1980. He joined the Bank of Greece in 1985 as Chief Economist, rising to Deputy Governor in 1993 and Governor in 1994. During his time as Governor of the national bank, Papademos was involved in Greece's transition from the drachma to the euro as its national currency.
After leaving the Bank of Greece in 2002, Papademos became the Vice President to Wim Duisenberg (and then Jean-Claude Trichet) at the European Central Bank from 2002 to 2010. In 2010 he left that position to serve as an advisor to Prime Minister George Papandreou.

Was auf Wikipedia selbst nicht steht ist dies hier:
Lucas Papademos, now installed as Prime Minister in Greece's unity government, was a technocrat running the Central Bank of Greece at the time.

Es ist also der gleiche Papadiemos der uns die „Griechische Tragödie“ unter anderem mit seinen Swap/Derivatmanipulation als Trojanisches Pferd vermacht hat, dieser Schwindler ist nun Premierminister von Griechenland und sein ehemaliger Amtskollege EZB Chef und keine Massenprotesten in den Medien und Parlamenten?

Warum? Weiter aus dem Independent:
Picking up well-connected policymakers on their way out of government is only one half of the Project, sending Goldman alumni into government is the other half. Like Mr Monti, Mario Draghi, who took over as President of the ECB on 1 November, has been in and out of government and in and out of Goldman. He was a member of the World Bank and managing director of the Italian Treasury before spending three years as managing director of Goldman Sachs International between 2002 and 2005 – only to return to government as president of the Italian central bank.
Mr Draghi has been dogged by controversy over the accounting tricks conducted by Italy and other nations on the eurozone periphery as they tried to squeeze into the single currency a decade ago. By using complex derivatives, Italy and Greece were able to slim down the apparent size of their government debt, which euro rules mandated shouldn't be above 60 per cent of the size of the economy. And the brains behind several of those derivatives were the men and women of Goldman Sachs.

The bank's traders created a number of financial deals that allowed Greece to raise money to cut its budget deficit immediately, in return for repayments over time. In one deal, Goldman channelled $1bn of funding to the Greek government in 2002 in a transaction called a cross-currency swap. On the other side of the deal, working in the National Bank of Greece, was Petros Christodoulou, who had begun his career at Goldman, and who has been promoted now to head the office managing government Greek debt. Lucas Papademos, now installed as Prime Minister in Greece's unity government, was a technocrat running the Central Bank of Greece at the time.

Goldman says that the debt reduction achieved by the swaps was negligible in relation to euro rules, but it expressed some regrets over the deals.

Weiter:
"My former colleagues at the IMF are running around trying to justify bailouts of €1.5trn-€4trn, but what does that mean?" says Simon Johnson. "It means bailing out the creditors 100 per cent. It is another bank bailout, like in 2008: The mechanism is different, in that this is happening at the sovereign level not the bank level, but the rationale is the same."

So certain is the financial elite that the banks will be bailed out, that some are placing bet-the-company wagers on just such an outcome. Jon Corzine, a former chief executive of Goldman Sachs, returned to Wall Street last year after almost a decade in politics and took control of a historic firm called MF Global. He placed a $6bn bet with the firm's money that Italian government bonds will not default.

When the bet was revealed last month, clients and trading partners decided it was too risky to do business with MF Global and the firm collapsed within days. It was one of the ten biggest bankruptcies in US history.

The grave danger is that, if Italy stops paying its debts, creditor banks could be made insolvent. Goldman Sachs, which has written over $2trn of insurance, including an undisclosed amount on eurozone countries' debt, would not escape unharmed, especially if some of the $2trn of insurance it has purchased on that insurance turns out to be with a bank that has gone under. No bank – and especially not the Vampire Squid – can easily untangle its tentacles from the tentacles of its peers. This is the rationale for the bailouts and the austerity, the reason we are getting more Goldman, not less. The alternative is a second financial crisis, a second economic collapse.

Shared illusions, perhaps? Who would dare test it?





http://www.thefreemanonline.org/headline/two-thoughts-on-ows/



Molyneux: Warum haben die Bankiers in einer Demokratie Macht über die Menschen?



Interessante These:







Wurde das Recht zur freien Rede verletzt?
> George Reisman



Jeder Satz ein Wahnsinn. Wahnsinnig gut.
Sloterdijk über die Krise



Mal ein Statement der Occupy Bewegung:
Die Interessen derjenigen, die sich Einfluss erkaufen, werden auf Kosten der Bürger gewahrt, von denen die Regierung ihre Macht erhält. Wir glauben, dass dieser Fehler in unserem System vielen Problemen zugrunde liegt, denen unsere Gesellschaft ausgesetzt ist, und dass seine Korrektur der Schlüssel zu einer gerechten Zukunft ist. Wir fordern daher wahre Demokratie, entkoppelt von dem zersetzenden Einfluss der konzentrierten Wirtschaftsmacht, und wir rufen alle, die dieses Ziel mit uns teilen, auf, uns zu unterstützen und mit uns dafür zu arbeiten.

Zitiert nach Simon Johnson in der FTD.

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>Perfekte Rundenanalysen von Jörg Sobetzki