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Thema: Occupy Wall Street


Peter Schiff hat jetzt auch vorbei geschaut und viele Fragen beantwortet:



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Ein sympathischer grassroots Libertarist war gestern in der Daily Show, Richter Andrew Napolitano. Einfach vorspulen zum dritten Teil:
http://www.thedailyshow.com/full-episodes/thu-october-27-2011-andrew-napolitano



Hallo M_Lehmensiek

vielleicht mal die "Akte Andrew Napolitano" bei MediaMatters, der hat ja da noch mehr Einträge als John Stossel!?!

http://mediamatters.org/search/tag/andrew_napolitano?page=1

Ich bewundere Jon Stewart für sein Talent und seine Geduld mit jedem GfK führen zu können, auch wenn er vielleicht denkt dass er da einen kompletten [GfKSelbstzensur] vor sich hat, das Publikum ist da schon etwas undisziplinierter:

http://www.thedailyshow.com/watch/tue-june-21-2011/fox-news-false-statements

http://foxnewsboycott.com/resources/fox-can-lie-lawsuit/

Ich habe zwei Fragen:

- Warum engagiert sich ein "Nachrichtensender" derart massiv in Lügenkampagnen, die sollen doch eigentlich "berichten und informieren", vielleicht auch "unterhalten", aber lügen und falsch informieren?

- Warum erstreitet FOX News vor Gericht das Nachrichten nicht der Wahrheit entsprechen müssen?

Ich habe nur kurz die MM Seite durchgesehen, gehe aber davon aus das Napolitano in jedem Video dort mindestens einmal lügt oder einen Lügner im Programm hat, bzw. diesem nicht wiederspricht.

Ich finde es kann keine ernsthafte Disskussion stattfinden, wenn nicht anhand von halbwegs belastbaren Fakten und folglich werthaltigen argumenten Meinungen ausgetauscht werden.

Aussagen wie:
- "Steuern sind Raub, Steuereintreiber sind Diebe", sind populistische Parolen, sinnlos wie gefährlich, sie zielen auf dumme Menschen ab, beziehungsweise um sie zu manipulieren.

Er sagte selbst, er hat als Richter für den Staat gearbeitet, soll er sich jetzt sebst verurteilen weil er gestohlenes Geld genommen hat?

Wie kommt es dass ein intelligenter Mensch einen solchen Unsinn von sich gibt?

- "Steuern sind in gewissem Rahmen notwendig um wichtige Grundaufgaben des Staates zu finanzieren", "Ich bin aber nicht damit einverstanden das der Staat Geld für dies und jenes ausgibt", "ich finde es nicht in Ordnung dass der Staat dies und jenes versucht zu regeln", "mir Geld abzunehmen um es für dies und jenes ungefragt zu verschwenden.." dies sind Sachargumente.

Warum ist keiner dieser Foxnews[#^%GfK(&] in der Lage eine solche differenzierte und sachliche Diskussion oder Berichterstattung zu führen? Die schaffen es alle nicht mal 5 Minuten zu reden ohne auf Lügen, verzerrungen, parolen und weiteres zu verzichten.

In meinen Augen ist die Antwort einfach:

Eine solche differenzierte und sachliche Herangehensweise stellt per Definition den Staus Quo in Frage, somit die jenigen die dem Staat das meiste Geld stehlen. Ergo, ist jeder der an vorderster Front diese Dinge so vorträgt und verbreitet, ein willfähriger Helfer des Status Quo. Da helfen meiner Meinung nach auch die 20-30% Schönschwätzerei nicht.

Sprich: wertlos, in allem was von ihm gesagt wird.



Und vielleicht stecken wir ja alle in einer Matrix, die uns blind macht? Es gibt eine ziemlich schlüssige Metapher bzw. Theorie von Stefan Molyneux. Hier seine Videos zu Occupy Wall Street:







> Die »Robin-Hood«-Steuer: Die Occupy-Bewegung marschiert direkt auf den globalistischen Abgrund zu.



ich habe mir jetzt eben das Video von Stefan Molyneux angesehen, jemand dem man kaum vorwerfen kann ein bezahlter Claqueur zu sein. Diese Vater/Mutter Geschichte ist gut nachvollziehbar, aber vielleicht sollte man nicht so intensiv anderen das Denken überlassen, gerade weill ich der Ansicht bin das eben das Risiko besteht das andere von eben jenen bezahlten Claqueuren tief beeinflusst wurden, die meiner Meinung nach die Helfershelfer sind und waren, die auf der Verursacherseite der derzeitigen Kriesen sitzen.

Ich denke es ist weninger praktisch eine Diskussion zu führen, in der andauernd andere über andere etwas sagen, besonders da mich zum Beispiel interessiert was Du und andere hier selbst denken.

Stefan Molyneux habe ich mal eine Weile verfolgt, mir wurde nur langweilig weil ich den Eindruck gewann, das er etwas sehr in einem recht scharf umrissenen Denkmodell existiert und er in Details die diesem Denkmodell wiedersprechen eine recht solide Abwehrhaltung entwickelt hat, es ist etwas langweilig sich so jemanden länger anzuhören.



Wegen diesem Kopp Artikel, auch da wird versucht OWS, ohne sich auch nur annähernd mit den Fakten am Boden zu beschäftigen, zu verunglimpfen.

Es war unvermeidlich, dass eine Bewegung, die sich kaum auf ein Manifest einigen konnte, letztlich im Sinne der globalistischen Elite handeln würde, gegen die sie eigentlich zu Anfang demonstriert hatte.


Erstens ist ein Manifest bis heute nicht vorgesehen und bislang nicht Ziel dieser Veranstaltung, Ziel ist es Probleme aufzuzeigen und sie zu diskutieren, beziehungsweise einen gesellschaftlichen Dialog anzuregen, nichts weiter. Keine Manifeste, keine politischen Ämter oder Parteigründungen, nichts dergleichen. Die haben keine Führer und keine Sprecher.

Schlicht, deren Ziel ist es allein mit der Nachricht „hallo, wir haben hier ein Problem“ die Schweigemauer der Medien zu durchbrechen.

Jetzt daraus den Schluss zu ziehen, im Sinne der globalistischen Elite zu handeln ist meiner Meinung nach eine böswillige Unterstellung und dieses „Soros Argument“ ist eine typische Totschlagformel der korrupten amerikanischen Pseudorechten. Wenn Soros diese Bewegung gefördert hat, würde ich ihm dafür, und auch für die Unterstützung von Mediamatters, einen Nobelpreis geben!!!

Mediamatters macht im Grunde nichts anderes als die Lügen der Medien öffentlich zu dokumentieren und für die Ewigkeit zu konservieren. Da dies eben den Lügnern ein Dorn im Auge ist, versuchen diese Mediamatters mit dem Argument „es wird von George Soros“ finanziert, zu diskreditieren (mangels besserer Argumente).

Die Occupy-Wall-Street-Bewegung verliert den Faden

Ohne Zweifel stellen fehlende Arbeitsplätze und die ausufernde Inflation die beiden Hauptprobleme Amerikas dar. Diese beiden Heimsuchungen, die schon dabei sind, ein Absinken des Lebensstandards in den USA und Europa zu bewirken, drohen sich letztlich über die ganze Welt auszubreiten. Die Occupy-Bewegung stellt sich nicht die Frage, warum ihre Regierung es zugelassen hat, dass amerikanische Unternehmen Millionen Arbeitsplätze ins Ausland verlagern und niemals müde wurden, ausländischen Unternehmen Anreize zur Niederlassung in den USA anzubieten. Zudem hat die Occupy-Bewegung noch nicht verstanden, dass sie durch ihre eigene Notenbank Federal Reserve jeden Tag aufs Neue ausgenommen wird, indem künstlich Mangel erzeugt wird, was dann über einen Kreislauf von steilen Aufschwüngen und jähen Abschwüngen dazu führt, dass die amerikanische Bevölkerung ihre gesamten Ersparnisse und ihre Vermögenswerte am Ende verliert.


Hierzu folgende Antwort:
Der Patrick Henningsen schafft gleich zu Eingang dieses Absatzes seine eigenen Fakten in dem er selbst festlegt was die Hauptprobleme sind: fehlende Arbeitsplätze, ausufernde Inflation, schreibt von dem Bankenkartell mit der FED.

Dann fährt er mit einer kleinen Unwahrheit fort: Die Occupy Bewegung würde nicht anprangern „warum ihre Regierung es zugelassen hat“…

Einer der Hauptpunkte der von OWS vorgebracht wird, ist „Corporate greed“ und die Korruption in Washington welche es erlaubt das Konzerne nach Gutdünken Gesetze und Regeln aufweichen oder gar "kaufen".

"banks got bailed out, we got sold out!", wo ist der Dissenz zu dem was Henningsen schreibt?

Zu den Gesetzen und Regeln die jeder politisch gebildete Amerikaner kennt ist, das dort eben jene Konzerne sogar steuerliche Anreizsysteme geschaffen haben, die den Konzernen das Verlagern von Arbeitsplätzen sogar noch gefördert hat (Steuermittel verwendet wurden um Arbeitsplätze abzubauen!), weiterhin, das Konzerne mit verhältnismässig geringem finanziellem Einsatz die amerikanische Wirtschafts- und Aussenpolitik derart aufgeweicht haben das z.B. hochgradig subventionierte Waren aus China (meist von amerikanischen Unternehmen) heimische Arbeitsplätze dann nicht nur ausgelagert, sondern auch weiter verdrängt haben.




Meiner Meinung nach gestaltet sich die Problemkette so:

1. Ist die ausufernde politische Korruption in Washington und zunehmend auch in Brüssel das Hauptproblem, ohne Lösung dieses Problems, ist kein anderes Problem zu lösen.
Solange Konzerne sich Politiker und Gesetze kaufen, sei es durch Spenden, sei es durch sonstige Vorteilnahmen wie lukrative Vorträge, Jobs (Schröder / Northstream) und das Brain washing durch Lobbyisten, wird es keine konsequente gesetzgeberische Lösung irgendeines Problems geben. In den USA kommt hinzu das Konzerne sich den Status von Personen durch Korruption von Bundesrichtern erkauft haben, dies erlaubt Konzernen sich auf das Recht der freien Rede zu berufen und unbegrenzte Summen in politische Kampagnen zu stecken.

Gerade die durch die durch diese politische Korruption vollkommen absurd laxen Finanzmarktregeln im Angloamerikanischen Raum, ist auch unsere Politik permanent durch Marktlogik, Lobbyisten und Verbände „unter Zugzwang“ diesen Regeln nachzulaufen, daher betrifft uns was in den USA passiert, immer auch selbst.

2. Marodierendes Kapital & Derivatemarkt, durch den von Banken herbeigeführten aufgeweichten Finanzmarkt und die vielen Special Interest geförderte expansive Geldpolitik sind „einige wenige“ zu gigantischen Vermögen gekommen. Diese Vermögen kursieren in erheblichem Umfang ausschliesslich in der virtuellen Welt der Finanzmärkte, der ganz reale Effekt ist aber das innerhalb sehr kurzer Zeit ganze Industrien in Schieflage geraten können, da dieser Herdentrieb dieser marodierenden Finanzströme in der Lage ist innerhalb kürzester Zeit die Notierungen von Währungen und Rohstoffe stark zu beeinflussen, folglich z.B. der Realwirtschaft die auf diese Dinge angewiesen ist, ganz unproduktiv Geld entzieht (abpresst, denn es kann sich keiner dagegen wehren) - mit allen Konsequenzen.

Derivate, insbesondere virtuell gehebelte Transaktionen verstärken die negativen Effekte, ich bin kein Finanzmarktexperte, ich weiss aber rechtzuverlässig das kein Finanzmarktexperte in der Lage ist dieses Monster zu überblicken, es ist zu komplex.

Warren Buffett hat schon vor 8 Jahren davor gewarnt und es ist seither nur schlimmer geworden:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/2817995.stm

Durch die Bush Regierung ist das Volumen dieser „Massenvernichtungswaffen“ weiter extrem angeschwollen, Obama sitzt jetzt vor dem Problem wie er damit umgeht. Es wundert mich gar nicht das er den Geithner anstellte, es kann kein normal denkender Mensch mit sowas umgehen, und schon garkeiner der nicht grundsätzlich Einblick in dieses Monster hat.

Hier habe ich keine bessere Idee wie man dieses Problem effektiv löst, wenn ich dies wüsste hätte ich einen anderen Job. Vielleicht hast Du eine?

Derivate verbieten? Wenn man dies erreichen will ohne das die gesamte Weltwirtschaft implodiert, wird es sehr lange dauern und auf erheblichen Wiederstand derer stossen, die noch Billionen aus diesem Casino raustragen.

Es ist keinesfalls sicher das die Bank immer gewinnt. In einem echten Casino lassen sich recht einfach Wahrscheinlichkeiten berechnen die sicherstellen das eine Seite unterm Strich immer gewinnt. Komplexe äussere Faktoren fehlen im Gegensatz zur Finanzwirtschaft komplett.

Die Finanztransaktionssteuer ist vielleicht doch ein Mittel um beides in den Griff zu bekommen, gepaart mit einem mittelfristigen weltweiten Verbot von synthetischen Finanzprodukten, dann kann man sich überlegen ob man über Vermögensteuern Schulden abträgt und das Geld durch Finanzmarktgesetze insgesamt wieder in die Realwirtschaft drängt, dies wird dann weiter Inflation verursachen. Wenn man da aber nicht alle Fluchtmöglichkeiten für das Kapital zu macht und nicht weltweit einheitliche Regeln schafft, wird es alles verpuffen. Ganz ohne Inflation wird es nicht gehen, das Geld ist gedruckt. Ist es dann nicht fair nach wegen zu suchen weitestgehend die Geldmenge dadurch zu reduzieren, indem es da wieder weggenommen wird wo es vorher hingeflossen ist?

Es ehrt beide, Warren Buffett für die gelegentlichen klaren Worte und sein Engagement, als auch George Soros für sein politisches Engagement - der nicht zuletzt selbst die Bank of England als einer der ersten geplündert hat - heute eines Besseren belehrt zu sein da er dem Monster mehr als einmal selbst in die Augen gesehen hat. Albert Einstein hat das Vorantreiben der Atombombe sehr bereut und nachher sind alle schlauer, wir sind eben nur Menschen.

Man kann Probleme aber nur lösen wenn auch über diese gesprochen wird, nichts anderes ist OWS. In jungen Jahren hätte ich nie gedacht jemals Steuererhöhungen und Regulierungen zu fordern, aber die Realität ist anders als ich sie mir je gewünscht habe. Also, Oliver, wo sind Deiner Meinung nach die Probleme und wie kann man sie lösen? OWS der Fassung seiner Schöpfer nach bedeutet undogmatisch über alles zu reden, lass uns doch mal einen echten OWS Faden haben (Meine Bitte: ohne hier Filme von Faux News und deren pseudolibertären falschen Nutten einzustellen).

Letzte Neuigkeit aus New York, Schnee und 4 Grad, jetzt wird es ernst.
Adbusters
http://www.adbusters.org/campaigns/occupywallstreet





Hallo Bernd!

Meiner Meinung nach liegt die Ursache der Misere im Papiergeldsystem, dem Teilreserve-Bankensystem, den planwirtschaftlich festgelegten Zinsen, dem Moral Hazard durch Bailouts und den Gesetzen zur Förderung der Immobilien. Schon 2008 habe ich dieses Video veröffentlicht:
http://www.voluntarist.de/krisenvideo/

Guido Hülsmann erklärt in diesem Interview (Minute 6:30 - 11:00) noch genauer, wo das Problem des Papiergeldsystems liegt: http://vimeo.com/m/5168678

Und hier habe ich nicht nur beschrieben, was alles schlecht ist, sondern ausführlich erklärt, wie es aus meiner Sicht besser gehen könnte:
http://www.voluntarist.de/hauptteil/

Das Problem ist halt, dass das Aufgeben des Experiments weltweiten und reinen Papiergeldes mit jedem Jahr schwieriger wird. Es begann vor 40 Jahren:



Ich sehe deshalb keine Chance, dass dieses Experiment freiwillig aufgegeben wird. Ich denke, wir werden mehr und mehr staatliche Planwirtschaft erleben, und ob die Revolutionäre Erfolg haben, wird kaum eine Rolle spielen. Die Unterschiede der Strategien sind marginal, denn beide Seiten (Establishment und Revolutionäre) befürworten den demokratischen Sozialismus. Die Fehler sind grundlegender. Etwas Hoffnung habe ich heute in dem für mich neuen Artikel von Hoppe gefunden:
> Natürliche Eliten, Intellektuelle und der Staat

Mit Molyneux bin ich insofern einig, als dass ich die noch tieferen Ursachen auch in der Familie sehe. Ich hatte deshalb vor zwei Wochen diesen Absatz geschrieben:

Die Tragödie der Welt in einem Absatz: Eltern und Lehrer kommandieren täglich ihre Kinder und Schüler herum. Auf die Missachtung ihrer Autonomie können die nur mit Unterwerfung oder Rebellion reagieren. Die Wut staut sich auf, bis irgendwann eine scheinbar völlig unangemessene Reaktion entsteht: das Kind schreit, schlägt, stiehlt, mobbt, lügt, zerstört — ohne selbst genau zu wissen, warum. Jetzt können die Eltern oder Lehrer dem Kind ein schlechtes Gewissen machen; und haben außerdem eine Ex-post-Rechtfertigung für ihre Freiheitsbeschränkungen. Nach genügend Wiederholungen kommt das Kind selbst zu der Überzeugung, dass es einen schlechten Kern hat, der offensichtlich präventiv im Zaume gehalten werden muss. Es schließt von sich auf alle anderen Menschen, und so werden später auch diese Kinder ihre Kinder …
Ein Teufelskreis des Misstrauens, in dem eine Gesellschaft ohne Gewaltmonopol unvorstellbar wird.


Die Verschwörungstheorien mit Soros und der Hochfinanz betrachte ich auch mit etwas Argwohn. Aber wer von uns weiß schon, was hinter den Kulissen wirklich gespielt wird? Für ausgeschlossen halte ich nichts. 9/11 hat mir die Augen geöffnet.

Gruß Oliver


Zuletzt bearbeitet: 30.10.11 17:40 von Administrator


Aus voluntarist.de:

Es beginnt damit, dass es keine öffentlichen Grundstücke mehr gibt. Jede Straße, jeder Platz, jeder Wald, jeder Fluss gehört entweder einem Einzelnen, einer Firma oder einer Gruppe, die sich freiwillig zusammen geschlossen hat.


Zweiter Satz aus dem Artikel von Hoppe:

eine Agentur,
welche durch Zwangsenteignung, Besteuerung und Regulierung der
fortgesetzten institutionalisierten Eigentumsrechtsverletzung und der
Ausbeutung der Privateigentümer nachgehen kann.


Bei den Eigentumsrechten liegt genau der Knackpunkt. In der Ur-Idee der Anarchie sind die Individuen einsichtig genug, sich gegenseitig Eigentumsrechte zuzugestehen. Das wäre unter bestimmten Annahmen auch für den Homo Oeconomicus richtig.
Es ist in der Wirklichkeit jedoch aufgrund der begrenzten Rationalität der Wirtschaftssubjekte undenkbar, dass Eigentumsrechte aus dem Nichts entstehen. Es braucht jemanden der Eigentum, oder ökonomischer gesprochen, Verfügungsrechte definiert und diese auch glaubhaft durchsetzt. Dies tut der Staat. (In einer anarchistischen/voluntaristischen Gesellschaft wäre ich persönlich der Meinung, dass Dir dein Gold nicht alleine gehört...)
Dass die Demokratie kein gerechtes System ist, weil das Schaf mit den zwei Wölfen über das Mitagessen abstimmt, wird doch nicht bestritten. Es ist nur, frei nach Churchill, das beste System, das wir haben.

Grüße
Moritz





Hi Moritz!

Hattest du diesen Teil auch gelesen?

Wie würden in einer staatslosen Gesellschaft Konflikte gelöst? Wie sähe das Rechtssystem aus und gäbe es ohne Polizei nicht Chaos und Bürgerkrieg?




Auch wenn Bernd mich wahrscheinlich wieder schilt — ich reiche zur Frage des Rechtssystems noch ein Video nach:

http://vimeo.com/13550780



Hi Oliver,

Ja, ich habe auch den Vortrag von David Friedman geschaut , den Du vor längerer Zeit mal eingestellt hattest (sehe jetzt erst, dass Du ihn wieder gepostet hast).
Es ist ohne Frage ein spannendes Gedankenexperiment. Eine solche anarchistische Ordnung ist bedingt durch viele Voraussetzungen wie rationale Entscheider, zeitkonsistente Präferenzen, vollständige Information, etc. Dass diese Voraussetzungen von Menschen nicht erfüllt werden, macht den Gedanken nicht schlecht, aber es hilft jetzt auch nicht wirklich beim Lösen aktueller Probleme. Dazu sollten wir die Neue Institutionenökonomie heranziehen und uns auf den Staat als Garant für die Durchsetzung von Verfügungsrechten einigen. Ein Staat, der sich darauf beschränkte wäre auch keine ausgewachsene Geldvernichtungsmaschine.



Hallo Oliver,

Ich konnte dieses Video nur bis ca. 20 Minuten ansehen, nur wie Du schon mitbekommen hast, habe ich eine sehr skeptische Haltung dieser Schule gegenüber, ich finde sie gar heuchlerisch.

Nehmen wir an wir haben diese privaten Agenturen die einem zu Recht verhelfen sollen, solange die Eigentümer dieser Agenturen als starkes Leitmotiv Gemeinsinn sehen, und es zu viel Wettbewerb kommt, kann dies vielleicht sogar funktionieren. Wenn jetzt aber als Leitmotiv maximaler Profit hinzukommt, ein bis zwei Agenturen mit harten Bandagen einen Verdrängungswettbewerb führen, werden die Agenturen die moralisch einen höheren Anspruch haben schlicht untergehen. Am Ende gibt es Marktabsprachen die dazu führen das wenig gemacht und viel kassiert wird, diese Agenturen immer mächtiger werden und zum Schluss dann alle Schlichter beeinflussen, weil diese nur leben können wenn die Agenturen mit ihnen arbeiten wollen. Dies ist der normale einregulierte Lauf der Dinge.

Soll heissen, meiner Meinung nach hat Profitstreben in der Organisation unsere Gemeinschaft nichts verloren, es setzt die falschen Anreize.

Auch bin ich der Ansicht das die Privatwirtschaftlichen Champions dieser Schule genau die sind, die real gelebten Gemeinsinn am wenigsten demonstrieren, sie nehmen vom Staat immer gerne wenn es etwas umsonst gibt oder etwas gefordert werden kann, gar plündern diesen gezielt, wenn sie aber etwas zahlen müssen ist es schlicht Diebstahl.

Dies ist gut an folgendem Beispiel erkennbar:

http://www.thenation.com/article/163693/letter-charles-koch-friedrich-hayek

Dort wollte einer der wichtigsten Sponsoren „libertären Denkens“ den lieben Friedrich Hayek in die USA bekommen, der Hayek hat Vorbehalte weil er schon alt und krank ist und sich sorgt das er sein gutes österreichisches Gesundheitssystem aufgeben muss. Der Charles Koch versucht dem Hayek zu erklären das er auch in den USA vollen Anspruch auf die entsprechenden staatlichen Leistungen hat.

Dieser Dialog zwischen zweier Champions jedes verbreiteten libertären Denkens (in Wahrheit Redens).
Es ist der gleiche Charles Koch der auf der ersten Seite dieses Fadens skrupellos die Umwelt belastet und jede öffentliche Einmischung mit viel Geld bekämpft. Die beiden Koch Brüder haben hunderte Millionen ausgegeben um Zweifel am Klimawandel zu streuen, die amerikanische Umweltbehörde EPA zu kastrieren und so weiter.

Also stellt sich für mich die Frage:

Wie geht eine libertäre Gesellschaft mit solchen Menschen und mit solchen Methoden um, wenn schon unser derzeitiges Staatssystem nicht mit ihnen nicht wirklich fertig wird?

Stell Dir vor die Koch Brüder würden die Agenturen beherrschen und mit ihrer Hilfe alle ihre anderen Aktivitäten zu schützen. Dann brauchst Du entweder ein unabhängiges Organ was solche Auswüchse kontrolliert, oder eben einen gewalttätigen Aufstand gegen diese Agenturen, da diese Agenturen dann schon so mächtig sind und schon weit die öffentliche Meinung beherrscht, werden diese Agenturen immer repressiver diesen Aufstand als Terroristen und Neider abstempeln um diese in der öffentlichen Wahrnehmung zu isolieren und um die Menschen vor den Feinden der Freiheit zu schützen die Persönlichkeitsrechte faktisch immer weiter einschränkt. Und schon kommen wir von der Utopie mitten im November 2011 an.

„we are the 99%“ ist das schlimmste was zwei bestimmten gesellschaftlichen Gruppen passieren kann, denn die Rächer der Entrechteten brauchen die bösen Oligarchen wie die Koch Brüder und umgekehrt. Deswegen wird nun versucht die OWS Bewegungen zu marginalisieren und zu kriminalisieren (siehe Oakland).



Fortsetzung:
Was Nixon abgeschafft hat, war ja in seiner Entstehung auch teils mit erheblichem Ausüben von Staatsgewalt verbunden:

http://en.wikipedia.org/wiki/Gold_Reserve_Act

Auch finde ich ist der Punkt ob irgendein Goldstandard, rein umlaufgesichertes System oder gar Vollkeynesianisch nur Details sind, viel wichtiger finde ich wie solche Systeme gemanagt werden. Denn da gibt es meiner Meinung nach die meissten Probleme.

Dass die Demokratie kein gerechtes System ist, weil das Schaf mit den zwei Wölfen über das Mitagessen abstimmt, wird doch nicht bestritten. Es ist nur, frei nach Churchill, das beste System, das wir haben.


Finde ich auch, nur bedarf es meiner Meinung nach so etwas wie Demokratie 2.0

Wenn man sich unser deizeitiges System ansieht, find ich hat die Judikative noch die geringsten Probleme und ist also der Teil des Systems was auch in der Lage ist Exekutive wie Legislative in die Schranken zu weisen, dies basierend auf geschriebenen Gesetzen.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/71/Gewaltenteilung_H-V.svg/800px-Gewaltenteilung_H-V.svg.png

So finde ich das die Exekutive in Ihren Funktions.- und Arbeitsprinzipien sehr viel aus der Zeit vor Parlamentarismus und demokratischen Prozessen bewahrt hat, schlicht ein sehr intransparentes Eigenleben führt und die Kaiser oder Reichskanzler vielleicht durch andere Führungseliten ersetzt wurden. Was wiederum wohl auch nicht dem Parlamentarismus gut tut, gerade weil selbst die Parlamente keinen so grossen Einfluss haben was innerhalb der Exekutiven passiert. Wenn jetzt aber der Exekutive Dinge wie scharfe Persönlichkeitsrechte, scharfe Einschränkung von Amtsmissbrauch oder scharfe Sorgfaltspflichten obliegen und lediglich der Polizei ein eingeschränktes Geheimhaltungsrecht zugestanden wird, nationale Geheimdienste global abgeschafft oder kontrolliert werden, haben wir schon einen ganz anderen Staatsapparat.


Zuletzt bearbeitet: 01.11.11 06:19 von Administrator
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>Perfekte Rundenanalysen von Jörg Sobetzki