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Thema: Occupy Wall Street




Leider werden ihm die meisten seiner Mitdemonstranten nicht zustimmen, weil sie glauben, dass wir weniger Freiheit und noch mehr Staat brauchen. Tragischerweise plädieren sie unwissend für mehr Gewalt.


Zuletzt bearbeitet: 22.10.11 09:49 von Administrator
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Tom Woods und und Stefan Molyneux unterhalten sich über die Wall-St.-Demonstrationen:





> John Stossels Kolumne zum Thema


Zuletzt bearbeitet: 22.10.11 09:50 von Administrator


Welt.de: > Die wahren Spekulanten sind die Politiker selbst

Wow, die Welt fällt immer wieder durch mutige Artikel auf. Ich kann jedem Satz zustimmen, außer diesem natürlich:

Auch deutsche Institute müssen möglicherweise durch den Staat gestützt werden, sollte es etwa zu einer Umschuldung Griechenlands kommen.










Wow, Respekt vor diesem Ansatz. Ich weiß nicht, ob ich die Größe hätte, bei einer OWS-Veranstaltung kostenlos Hotdogs und Kekse zu verteilen, um mich dabei unter die Globalisierungsgegner, die Attac-Mitglieder, die Grünen, die Linken etc. zu mischen und mit denen zu diskutieren. Aber genau das ist ein wahrlich gewaltfreier Ansatz. Die anderen wollen auch nur Frieden, Wohlstand und Sicherheit für alle. Lediglich die Strategie zum Erreichen dieser Ziele trennt uns.

PS: little-l-libertarians sind übrigens die, die im Gegnsatz zu den Big-L-Libertarians die Politik als Mittel zur Erreichung einer gewaltfreien Gesellschaft ablehnen. Das lässt mich das Engagement von Shawna noch mehr schätzen.





Leider nicht gerade gewaltfrei, der sowjetische Kapitalismus-Befürworter, aber die Tante mit dem Che-Guevara-Plakat und dem Nordkorea-Faible ist wirklich sehenswert.



Ich finde, Adam Kokesh findet einen deutlich produktiveren Zugang zu den Menschen der OWS-Bewegung.










Zuletzt bearbeitet: 26.10.11 08:52 von Administrator


Danke für die Videos. Adam Kokesh ist ja wirklich hoch intelligent, sauschnell und gut informiert. Ich bin inhaltlich voll auf seiner Seite, aber didaktisch würde ich das anders angehen. Denn tragischerweise verliert er alle seine Interviewpartner: Sie wenden sich zum Schluss ab und denken sich wahrscheinlich »was für ein Spinner«.

Und ich denke auch, dass die Zuschauer polarisiert werden könnten: Die, die schon anarchistisch denken, werden bestätigt und viele Sozialisten und Demokraten könnten abschalten, weil sie den Vertreter ihres Standpunktes als unfair behandelt betrachten. Das ist natürlich nur eine Spekulation meinerseits, aber ich habe ja auch schon viele Gespräche dieser Art geführt, und eigentlich mit wenig Erfolg. Ich will Adam hier auch nicht kritisieren, denn ich selbst schaffe es ja auch meist nicht, das Gegenüber empathisch abzuholen. Aber ich halte es für ein wertvolles Ziel.

Ich würde natürlich zu gerne ein GfK-Seminar mit Adam besuchen, denn ich bin überzeugt, dass er seine Interviews nachher anders führen würde. Ich wäre neugierig, wie solche Interviews verliefen, wenn Wes Bertrand sie führte.

GfK hieße hier konkret: Nicht moralisch zu argumentieren, nach dem Motto »deine Geisteshaltung, sprich: Demokratie, ist unmoralisch und meine Geisteshaltung, sprich: Anarchie, ist die einzig moralische«.
Ziel wäre es herauszuarbeiten, dass sich auch der demokratische Sozialist nach Sicherheit, Autonomie, Bindung und Weiterentwicklung sehnt. Das verbindet uns. Jetzt bleiben noch unterschiedliche Strategien zur Verfolgung dieser Ziele. Der Interviewer könnte dann seine Sorgen schildern, wenn er von der Mehrheit zur Solidarität gezwungen wird oder seine Angst schildern, was mit Menschen geschieht, die auf einmal einen Anspruch auf Unterstützung der anderen haben etc.

Was denkst du, Hauke? Oder die anderen.

Bei diesem Burschen würde auch gerne mal ein Überzeugungsgespräch mithören:




Zuletzt bearbeitet: 03.11.11 12:04 von Administrator


Hallo Forum, Hallo Oliver,

ich war selbst vor 2 Wochen in NY und war der Neugierde halber bei OWS, deren Hauptziel ist es Probleme zu diskutieren, keine politische Kampagne um irgendwen zu wählen, da sind intelligente Menschen unterwegs die den Rand gestrichen voll haben von der politischen Korruption in den USA, dem Einfluss und Machtmissbrauch verschiedener Grosskonzerne und dem hohen Preis den die Allgemeinheit für dieses System zu zahlen hat. Dies, während eben genau dieselben korrupten Politiker jede Reform blockieren, Polizisten, Feuerwehrleute entlassen, Lehrer als Parasiten abstempeln, alles dies nur um einigen wenigen noch mehr Geld in den Allerwertesten zu blasen.

Nun sehe ich mal wieder ins Golfforum und finde einen Beitrag in welchem John Stossel als Kommentator über OWS herangezogen wird.

Ich will da jetzt keine historischen Vergleiche zu anstellen, aber das ist wirklich übel. John Stossel ist einer DER korrupten Manipulateure die nichts anderes machen als Geld dafür zu nehmen um die im Durchschnitt ehh dummen Zuschauer seines Senders mit sound bites zu versorgen um genau das korrupte System am Leben zu erhalten, gegen welches OWS sich richtet..
http://mediamatters.org/search/tag/john_stossel

Das Problem mal etwas plastischer aufgezeigt:



Dies ist das Problem des korrupten Systems, es macht keinen Unterschied ob wir jetzt von der Wall Street reden oder von dieser Fabrik die hochgradig krebserregende Abfälle im nächstgelegenen Fluss entsorgt. Die zahlen dann Politiker und Meinungsmacher wie den Stossel anstatt die Abwässer zu reinigen (ist nun mal preiswerter). Es sind dann genau dieselben Politiker und Experten die den Menschen weis machen das die Regierung und die EPA eingestampft werden müssen („over reach of government“)

Stossel:


Noch ein drastischer Lehrfilm:





Wenn es um OWS geht, vielleicht auch mal bei den Initiatoren nachsehen:

http://occupywallst.org/

Occupy TV, es ruckelt meist, aber kannst bei den Veranstalungen halt live mit dabei sein:
http://www.occupystreams.org/

Zu die ganzen Fox Videos die sich hier im Forum wiederfinden gibt es einen guten Einblick in die Gedankenwelt des Mr. Roger Ailes, seines Zeichens Chef von dem Verein.

http://gawker.com/5814150/roger-ailes-secret-nixon+era-blueprint-for-fox-news

Die haben mit der Gründung von Fox genau jenes durchgezogen was er schon vor 40 Jahren geplant hat.

Und dann den versifften Fluss z.B. der Bank of America:

http://seekingalpha.com/article/301260-bank-of-america-dumps-75-trillion-in-derivatives-on-u-s-taxpayers-with-federal-approval

Der fliesst halt durch Kabel und Konten und nicht offen durch die Natur und ist der reine Wahnsinn.

Wenn diese Zockerei in die Hose geht sind die virtuellen Wetten das ganz reale Armageddon, halte Dir nur die Summen vor Augen.

Freie Marktwirtschaft, korrupte Journalisten, korrupte Politiker, die dummen Menschen die dies nicht sehen wollen und nach mehr Deregulierung schreien und sich in die selbstgewählte Unfreiheit begeben.
Die Koch Brüder können es sich leisten 500 Millionen $ mal eben für Krebsforschung auszugeben, während dessen die Menschen an dem Fluss wahrscheinlich nicht einmal krankenversichert sind.
(Weil das Gesundheitssystem ebenso korrupt, profitgeil und rücksichtslos überteuert ist)



Alles Gute.



Zuletzt bearbeitet: 27.10.11 11:40 von B_Albrecht_a


Der Blogger Jesse Lagreca von Daily Kos schaffte es mit diesem nie von Fox gesendeten Video:



bis ins Sontagsfernsehen von ABC, aber leider nicht weiter, jetzt wird OWS wieder eher verschwiegen…







Hallo Bernd!

Danke für deine Beiträge. Ich höre deinen Ärger und deine Sorge über den Status quo. Du möchtest in einer Welt leben, in der es keine unnötige Umweltverschmutzung gibt, in der medizinische Versorgung für jedermann sichergestellt ist, in der die Renten sicher sind und insofern Gerechtigkeit herrscht, als dass derjenige, der sich verzockt, die Konsequenzen selbst tragen muss.
Und wenn du siehst, dass hier im Forum mein voluntaristischer Ansatz dominiert, dann willst du, dass auch Platz ist für eine Präsentation alternativer Strategien. Und dafür ist hier Platz. Es wäre ja auch langweilig, wenn es hier nur Volontariaten gäbe oder ich die Kritiker einfach zensieren würde.

Hier lesen auch sehr junge Leute mit, die sich noch gar keine richtige Meinung über die Welt gebildet haben. Die sollen unbedingt alle Ansätze kennenlernen, um sich dann selbst eine Meinung bilden zu können.

Mir wird wie dir ganz übel, wenn ich sehe, wie sich große Unternehmen oder Banken Rechte herausnehmen, die sich ein einzelner nie herausnehmen könnte, wenn er nicht im Gefängnis landen wollte. Die Verzahnung von großen Unternehmen und der Regierung ist ein riesiges Problem, dessen Wirkungen ich für genauso schädlich halte wie du. Ich möchte nicht, dass irgend jemand Macht über einen anderen Menschen haben darf. Ich möchte auch nicht, dass irgend jemand einen anderen legal bestehlen darf. Die Ohnmacht, die man empfindet, wenn man hier auf der Opferseite steht, ist wirklich furchtbar.

Ich glaube der Punkt, wo wir uns unterscheiden, ist das Vertrauen in gewählte Politiker und Demokratie. Mir macht es große Angst, wenn eine kleine Gruppe von Menschen Macht über andere Menschen bekommen sollen. Ich nehme an, wie sind uns einig, dass ein Mensch keinen anderen bestehlen darf. Ich bin aber auch der Meinung, dass Diebstahl nicht zu Recht wird, wenn die Gruppe derer, die ihn befürworten, größer wird. Da steckt für mich einfach das Problem der Demokratie.

Aber jetzt würde ich gerne erst einmal hören, was bei dir angekommen ist?

Liebe Grüße
Oliver

PS: Die letzten beiden Videos habe ich noch nicht gesehen. Die kamen nach meiner Antwort.



und insofern Gerechtigkeit herrscht, als dass derjenige, der sich verzockt, die Konsequenzen selbst tragen muss


Wir reden jetzt von einer einzelnen Bank, der Bank of America:

Along with this information came the revelation that the FDIC insured unit was already stuffed with $53 trillion worth of these potentially toxic obligations, making a total of $75 trillion.


Nun sehen wir bei Wikipedia nach und finden heraus das diese Wetten einer einzelnen Bank das 5 fache des US Bruttosozialproduktes sind (oder auch cirka 100% der weltweiten Bruttosozialproduktes):

The U.S. economy is the world's largest national economy, with an estimated 2010 GDP of $14.53 trillion (23% of nominal global GDP and over 19% of global GDP at purchasing-power parity).


Dieses Zeug wird z.B. hier ohne jede Transparenz gehandelt und ich vermute dies ist nur die Spitze des Eisberges:

http://de.wikipedia.org/wiki/Dark_Pool

Es ist bei Wetten halt so das einer gewinnt und einer verliert, da die Mutter der BoA nicht mehr kreditwürdig genug ist und diese Wetten wegen ihres Downgradings auf die Privatkundenbank überträgt, wird die Rechnung wenn die Wette schiefläuft, zwangläufig alle Bankkunden treffen und durch die Einlagensicherung der FDIC dem Rest der Bevölkerung aufgebrummt. So war es mit der Immobillienblase und es soll sich mit den Derivaten wiederholen?

Die Gewinner dieser Wetten haben dann das formelle Recht von der Allgemeinheit die Zahlung des „bar bills“ zu fordern. Alleine schon das fällig stellen dieser Rechnung einer einzelnen Bank bricht der gesamten Weltwirtschaft das Genick.

Also greift hier Deine Vorstellung, das jeder die Konsequenzen seines Handelns selber tragen muss nicht. Die Dimension ist ein paar Nummern zu hoch.

Ich schätze Deinen Ansatz sehr, nur sehe ich auch seit einer ganzen Weil das Du in Deiner Argumentation und Beispielführung sehr oft Videos und Textbeiträge derer mitverwendest, die ganz offensichtlich Teil dieses kriminellen Systems sind. Dieses System, für Europäer in seiner ganzen Rücksichtslosigkeit kaum nachvollziehbar, funktioniert vereinfacht so: es gibt ein paar Grosskonzerne und sonstige High Roller die einen gigantischen Einfluss über Politik und Medien gewonnen haben, gerade in den Bush Jahren. Diese High Roller machen was sie wollen und um diese komfortable Freiheit zu manifestieren, zahlen sie Herrscharen von Lobbyisten und Experten um die öffentliche Meinung abzulenken, als auch die Politik zu ihren Gusten steuern. (Alleine in DC sind cirka 33.000 Lobbyisten registriert, das rechne mal auf Kongress und Senat um).

Diesem System jetzt einen Riegel vorzuschieben ist Einschränkung von Persönlichkeitsrechten? Oder ist es eher Notwehr weil dieses System schon unser aller Persönlichkeitsrechte einschränkt?
Wenn ich jetzt vorschlagen würde, aus Deinem Blog alle Videos von Fox, deren Sponsoren und bezahlten „Experten“ zu entfernen, wäre dies für Dich Zensur?
Meiner Meinung nach ist diese ganze „libertäre Welt“ durchsetzt von falschen Figuren, die nichts anderes machen als gegen Bezahlung die Freiheit einiger weniger zu verteidigen, machen zu können was sie wollen. So sollte es vielleicht ein erster Schritt in Richtung einer Meinungsoffenen und konstruktiven Zivilgesellschaft, eine feine Linie zwischen ehrlicher Meinung und falscher Propaganda zu ziehen (und Fox zu verbannen).
Eine Regierung, und das hat der Jesse LaGreca gut formuliert, ist eine Funktion unser Demokratie. Wer gegen die Regierung ist, ist gegen die Demokratie.

Ein Regierung hat die Aufgabe unser miteinander nach von den Menschen festgelegten Regeln zu organisieren,

Nur, solange eben diese Regierungen und Medien korrupt sind, wird vernünftiges, faires und nachhaltiges Organisieren unseres Gemeinwohls nicht existieren und jeder vorgebliche Ruf nach mehr Freiheit ist nur ein weiterer Schritt in die Unfreiheit, denn diese Freiheit wird schneller missbraucht als sie geschaffen wurde.

Noch mal eine Mediendusche:
http://mediamatters.org/mmtv/

Wem da nicht schon nach 12 Videos schlecht ist.. Gut das Europa noch nicht ganz so verkommen ist.
Zur Erholung Elizabeth Warren, die wurde von den Republikanern aus Washington gemobbt und kandidiert jetzt selbst für den Senat, ich wünsche ihr das sie es schafft.





Hallo Bernd, Hauke, Oliver,
Ich habe gerade die Videos von Kokesh gesehen, die hier gepostet wurden. Das Ende des dritten Videos ist falsch. Obama zieht die Truppen zu exakt dem Datum ab, das Bush kommuniziert hat. Dass ihn dafür die Republikaner kritisieren, da kann sich jeder seine eigene Meinung zu bilden.
Mein Thema ist aber das zweite Video. Ich fürchte, der Kamerad, der hier erklärt, was öffentliche Güter sind, war schlecht vorbereitet. Ich habe jedenfalls nicht verstanden, wo er hinwollte. Es ist aber auch egal, wo er hinwollte, denn es geht hier um ein Dilemma. Wenn mir jemand sagt, es braucht eine staatliche Finanzierung von öffentlichen Gütern, kann ich dem entgegenhalten, dass wir uns doch nach reiflicher Überlegung alle einig sein sollten, dass es sinnhaft ist, den Damm zu bauen oder den Leuchturm, oder wir nicht die Meere leerfischen sollten. Und dass ich solche Mitmenschen (gewaltfrei?) sanktionieren würde, die sich ihrer Verantwortung entziehen.
Der umgedrehte Fall würde aber genauso funktionieren. Da, wo man trittbrettfahren kann, tun es Leute auch. Menschen sind auch nicht weitsichtig oder gar rational, und jeder kennt beredte Beispiele dafür. Man kann also in jede Richtung diskutieren. Das ist eine, wenn auch intellektuell anspruchsvolle, Fingerübung, Dialektik. Ich stimme übrigens nicht mit Dir überein, Oliver. Auch wenn das Konzept der GfK interessant klingt, man erfährt mehr, wenn man Dialektik bewusst anwendet und so Reaktionen bei den Leuten provoziert.
Meine Meinung hat der Beitrag von Kokosh nur bestärkt: Lösungen sind nicht voluntaristische Gesellschaften und auch nicht der Sozialismus oder was auch immer. Wirtschaftswissenschaft ist viel anstrengender als Pfeife zu rauchen und nachzudenken. Jedes sich in der Realität stellende Problem muss einzeln angegangen werden. Dort, wo wir Pareto-Verbesserungen herstellen könnten, muss empirisch die „freiwilligste“ Methode festgestellt werden, die den Job erledigt. Das mag freiwillige Kooperation, Haftung/Verfügungsrechte (Coase-Theorem) oder staatliche Bereitstellung (Gewalt) sein oder was auch immer zwischen diesen.


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