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Thema: Wirtschaft


Ich werde an dieser Stelle interessante Artikel zum Thema Wirtschaft sammeln.

US could be going bankrupt (Quelle: Telegraph.co.uk)
Gewagte Aussagen für ein Massengeschmacks-Magazin.



Zuletzt bearbeitet: 17.10.06 19:49 von Administrator
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Hier ein Text aus einem Börsenbrief, dessen Autor den Hintergrund der Zinserhöhungen und -senkungen durchschaut — und davon gibt es nicht viele. Den wichtigen Teil habe ich kursiv gesetzt.

Gegenwärtig wird viel Lärm um die „Rohstoffblase“ gemacht. Die Mehrheit der „Experten“ ist überzeugt, dass die Rohstoffpreise zu sehr gestiegen sind und dass sie einbrechen werden. Andererseits werden Aktien und Anleihen als Schnäppchen angepriesen – oder als narrensicherer Weg in den Reichtum und die finanzielle Freiheit. Dieser Tage sind die Medien mit Analysten überschwemmt, die behaupten, dass die Rohstoffe aufgrund der gestiegenen Zinssätze leiden werden. Um ehrlich zu sein, finde ich dieses Argument absolut absurd.

Die Geschichte hat gezeigt, dass die Rohstoffpreise in einer positiven Relation zur Richtung der Zinssätze stehen. Hingegen stehen Aktien und Anleihen in einer negativen Relation dazu.

In den 1970er Jahren sind die Zinssätze in den Himmel geschossen und diese Periode fällt mit einem gigantischen Bullenmarkt bei den Rohstoffen zusammen. Trotz der himmelhohen Zinssätze sind alle Rohstoffe um ein vielfaches angestiegen. Es ist interessant festzustellen, dass die 1970er einen bösen Bärenmarkt bei Aktien und Anleihen verzeichneten. Damals machten die USA eine riesige Rezession durch und Großbritannien musste vom Internationalen Währungsfonds freigekauft werden. Die Zinssätze erreichen in den frühen 1980ern ihren Höchstwert. Zur gleichen Zeit endete der Rohstoffboom. In den folgenden beiden Jahrzehnten sind sowohl die Zinssätze als auch die Rohstoffe zurückgegangen während Aktien und Anleihen einen gewaltigen Boom erlebten.

Es gibt keinen Zweifel, dass der vorangegangene Rohstoffboom sich während steigender Zinssätze ereignete und während einer ernsten Rezession. Wenn die „Experten“ also das nächste Mal behaupten, dass die Rohstoffe wegen der steigenden Zinssätze kurz davor stünden, einzubrechen, dann könnten Sie vielleicht so nett sein und sie an einen guten Geschichtswissenschaftler verweisen.

Ich werde Sie in ein Geheimnis einweihen, das für ihren Erfolg als Anleger entscheidend sein könnte. Sie müssen verstehen, dass die Zentralbanken ihre Zinssätze nicht anheben um die Inflation zu bekämpfen. Schließlich basiert das moderne Zentralbanksystem auf Inflation. Zentralbanken heben oder senken die Zinssätze um die Inflationsängste und -erwartungen der Öffentlichkeit zu lenken. Während solcher Zeiten, wenn die Öffentlichkeit gegenüber dem Problem der Inflation hellhörig wird und beginnt, das Vertrauen in die Papierwährungen zu verlieren (wie im gegenwärtigen Szenario), heben die Zentralbanken die Zinssätze an, um zu zeigen, dass sie die Inflation bekämpfen. Zinssätze werden hochgezogen um das Vertrauen in die Währungen der Welt wieder herzustellen, weil höhere Ertragskurven die Währungen attraktiver machen. Anderseits senken die Zentralbanken die Zinssätze, wenn die Inflationsängste unter Kontrolle sind und wenn das Vertrauen in das Geldsystem hoch ist, um dann nur noch mehr Inflation erzeugen zu können.

Während der Phasen der geldpolitischen Entkrampfung beschleunigt sich der Zuwachs der Inflation (die Geldmenge und das Kreditwachstum), wodurch man einen wirtschaftlichen Boom hervorrufen kann. Während Phasen der geldpolitischen Verknappung (wie im Moment), verlangsamt sich das Inflationswachstum zwischenzeitlich, was zu finanziellen Unfällen in einer stark verschuldeten Weltwirtschaft führt. Machen Sie hier jedoch keinen Fehler, die Antworten oder Gegenmaßnahmen, mit denen die Zentralbanken jede finanzielle Krise reagieren, sind immer noch mehr Inflation und noch mehr Kredite.

Gegenwärtig hat jede Zentralbank die Rolle eines „Inflationsbekämpfers“ übernommen. Die Zinssätze sind in der Mehrheit aller Länder angehoben worden, vorgeblich um die Inflation zu kontrollieren. Dennoch ist es gut festzustellen, dass trotz der steigenden Zinssätze die Welt momentan immer noch in Liquidität schwimmt. Vor kurzem erst sind alle nicht goldenen Devisenreserven der Zentralbanken auf einen Rekordwert von 4,4 Billionen Dollar gestiegen, im Jahresvergleich ist das ein Anstieg um 10%.Di e Entwicklungsnationen hielten einen Rekord von 3,07 Billionen US-Dollar und die entwickelten Nationen einen Beinahe-Rekord von 1,33 Billionen Dollar.

Die Meinungen, ob die Zinssätze weiter steigen werden, sind geteilt. Die Mehrheit scheint davon auszugehen, dass die Zentralbank die Zinsen nicht noch wesentlich weiter anheben wird, aus Angst, den Immobilienboom damit ernsthaft zu schädigen. Dennoch habe ich das Gefühl, dass die Zinssätze auch weiterhin steigen werden, weil sonst der US Dollar in der Heimat einen dramatischen Rückgang auf die Bühne bringen wird. Vor die Wahl gestellt, entweder den Immobilienboom zu schützen oder einen wahren Einbruch des Dollars zu verhindern, wird man sich mit Sicherheit für letzteres entscheiden. Die Wahrheit ist, dass die Zentralbank amerikanische Dollar in die gesamte Welt exportiert und dass sie alles tun wird, was in ihrer Macht steht, um die Zerstörung der Handelsware zu verzögern. Zusammenfassend gehe ich davon aus, dass die Federal Reserve in der zweiten Hälfte dieses Jahres pausieren wird, um etwas Erholung vor den amerikanischen Zwischenwahlen im November anzubieten. Dennoch weist der Haupttrend nach oben und die Zinssätze könnten in den nächsten fünf Jahren gut den zweistelligen Bereich erreichen.

Fortsetzung im nächsten Beitrag




Wenn meine obigen Vermutungen richtig sind, dann können sie ihren letzten Dollar darauf verwetten, dass Aktien, Anleihen und Grundeigentum unter massiven Druck geraten werden. Schon jetzt zeigt der Immobilienmarkt der Vereinigten Staaten Anzeichen für einen Konjunkturrückgang während die Institutionen versuchen, eine sanfte Landung zu bewerkstelligen. Meiner Meinung nach befinden wir uns heute mitten in einer weltweiten Immobilienblase, die irgendwann wegen der gestiegenen Kosten für Kredite an Luft verlieren wird. Es ist interessant festzustellen, dass die Anleihenrenditen zwischen 1981 und 2003 gefallen ist. Während die Kosten für Kredite fielen, stiegen sowohl Immobilien- als auch Anleihenpreise bis unter die Decke.

Dennoch erreichten die Anleihenrenditen 2003 den Tiefstwert und sind seither stetig gestiegen. In den vergangenen drei Jahren, sind die Kosten für Kredite gestiegen und heute fangen wir an, die Auswirkungen eines verzögerten Immobilienmarktes weltweit zu spüren. Die Erträge aus den zehnjährigen Schatzanleihen haben ihren 20jährigen Abwärtstrend jetzt durchbrochen und das ist eine seltsame Entwicklung. Diese Ausbrüche verweisen auf wesentlich höhere Zinssätze in der Zukunft, so dass ich ihnen den Rat geben möchte, Ihr belastetes Eigentum und ihre Anleihen ohne Verzögerung zu verkaufen. Der große Bullenmarkt bei Anleihen endete im Juni 2003 und es ist gerade kein guter Zeitpunkt Anlagen in festverzinslichten Vermögenswerten zu halten.

In der Vergangenheit habe ich öfter angemerkt, dass in einem sehr inflationären Umfeld Aktien, Rohstoffe und Immobilien alle gleichzeitig steigen können. Im Grunde genommen bewirkt ein Überangebot an Papiergeld, dass seine Kaufkraft verschwindet. Ich bleibe dennoch bei dem Punkt, dass selbst wenn all diese Vermögenswerte (mit Ausnahme der Anleihen) in den folgenden zehn Jahren weiterhin steigen, davon auszugehen ist, dass Rohstoffe alle anderen Anlagekategorien im Vergleich noch überholen.




Die wahren Staatsschulden Amerikas:
http://www.usatoday.com/money/2006-08-02-deficit-usat_x.htm



Rentenversicherung könnte verfassungswidrig werden

Eine angemessene Verzinsung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung ist nach Einschätzung von Experten schon bald nicht mehr gewährleistet. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, sieht darin handfeste verfassungsrechtliche Probleme.

Berlin - "Rentenbeiträge kommen in eine verfassungsrechtliche Problemzone, wenn das eingezahlte 'Kapital' regelhaft bei weitem das übersteigt, was der Einzelne später an Leistungen erhält", sagte Papier der "Welt". Wenn dauerhaft eine 'Minus-Rendite' zu erwarten sei, stelle sich die Frage, ob der mit der Beitragserhebung verbundene Grundrechtseingriff noch zu rechtfertigen sei. Laut Papier "verbietet die Verfassung eine offenkundige Unverhältnismäßigkeit zwischen Beitrags- und Versicherungsleistungen".

Die Mahnungen von Papier kommen nicht von ungefähr. Führende deutsche Rentenexperten warnen schon seit längerem vor einer negativen Entwicklung des Verhältnisses zwischen Beiträgen und Leistungen in der gesetzlichen Rentenversicherung. "Immer mehr junge Menschen werden aus der Rentenversicherung weniger heraus bekommen als sie eingezahlt haben", sagte der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen dem Blatt. Laut Raffelhüschen "waren die Renditeprognosen der Rentenversicherer immer schon viel zu optimistisch".

Diese Einschätzung bestätigte auch der Rentenexperte Meinhard Miegel: "Die langfristigen Prognosen der Rentenversicherer von mindestens drei Prozent Rendite beruhen auf haltlosen Annahmen, die geeignet sind, die Bevölkerung weiter in die Irre zu führen", zitiert ihn die "Welt". Laut Miegels Berechnungen wird der Geburtsjahrgang 1930 eine Rendite von etwa drei Prozent erzielen. "Die Rendite des Jahrgangs 1950 wird nur noch ein Prozent betragen. Männer des Jahrgangs 1970 und jüngere können überhaupt keine positive Rendite mehr erwarten."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,427056,00.html




Schily macht Kasse: http://www.heise.de/newsticker/meldung/76682



Gedanken zum US-Immobilienmarkt aus einem Börsenbrief von heute:

Wird der Immobilenmarkt der Stolperstein?

Die Rekord-Immobilienpreise der vergangenen Monate sind offenbar nicht zu halten. Die ersten Preiseinbrüche können, ja dürften Folgen haben. Denn wenn erst einmal die Leerstandsquoten anziehen, wird aus den ersten spürbaren Preisrückgängen im hochpreisigen Segment eine Kettenreaktion hervorgehen, die auch die einfachen Wohnimmobilien erfasst ... und damit die nicht nur die Spekulanten, sondern auch die privaten Verbraucher betrifft. Letztlich sind es zwei Ebenen, die der US-Wirtschaft ein Bein stellen können ... und voraussichtlich auch werden:

Zum einen unterstreichen die plötzlich recht deutlich rückläufigen Preise, dass es sich nicht mehr lohnt, zahllose neue Immobilien in ein bereits bestehendes Überangebot hinein zu bauen. Die Bauindustrie wird einen Nachfragerückgang erleben, der einerseits dazu führen dürfte, dass zahlreiche der neu entstandenen Arbeitsplätze in dieser Branche überflüssig werden. Andererseits werden die bisherigen Preise nicht mehr durchzusetzen sein, was auf die Gewinnmargen der Unternehmen drückt. Das alleine kann der gesamten US-Konjunktur ein Bein stellen.

Zum anderen erlebt der „gefühlte Wohlstand“ der Immobilienbesitzer einen deutlichen Dämpfer. Fallende Preise im Häusermarkt bedeuten natürlich, dass auch der Wert der bestehenden Eigenheime eine Korrektur nach unten erfährt. Und wir sprechen hier nicht von Einzelfällen, wenn wir ein Beispiel zur Verdeutlichung wählen:

Stellen Sie sich vor, Sie hätten vor eineinhalb Jahren ein Haus für 200.000 Dollar gebaut und zu drei Viertel über eine Hypothek finanziert. Nun stellen Sie zwei Dinge fest: Auf der einen Seite wird die Zinsbindung ihrer Hypothek in Kürze ablaufen und der angepasste Zins plötzlich einen Prozentpunkt höher liegen. Das erhöht die realen Kosten des Hauses kräftig ... umso mehr, je länger die Laufzeit der Hypothek gewählt wurde. Auf der anderen Seite sehen Sie in die Zeitung und stellen fest, dass das selbe Haus, für das Sie noch 200.000 Dollar bezahlt haben, plötzlich für 180.000 Dollar nicht mehr an den Mann zu bringen ist.

Eine fatale Situation. Sie sehen den Wert Ihres Hauses schwinden, während Sie zeitgleich durch höhere Finanzierungskosten mehr als vorgesehen dafür bezahlen müssen. Ein solcher Werteschwund wiegt schwer. Und die letztwöchigen Daten zur Neuverschuldung der US-Bürger unterstreichen, dass die Schuldenlast immer mehr in Regionen vordringt, die markante Folgen für die Wirtschaft haben wird.


Aus einem anderen Text:

Und die Verbraucherausgaben werden natürlich auch durch die Preise fürs Wohnen nach oben gedrückt. Um das Ganze in eine langfristige Perspektive zu rücken: Ein normales Haus kostete 1905 3.000 Dollar. Heute sind es ungefähr 220.000 Dollar. Der größte Teil dieses Anstiegs fiel in den letzten 10 Jahren an.

Oder wie Dean Baker schreibt:

“Normalerweise steigen die Immobilienpreise im gleichen Maße wie die Preise für andere Dinge. In der gesamten Nation lagen die Preise für Häuser zwischen 1950 und 1995 praktisch auf gleicher Höhe mit der allgemeinen Inflationsrate. In den letzten 10 Jahren sind sie jedoch um mehr als 50 Prozent gestiegen und das, nachdem man die Preise an die Inflation angeglichen hatte. Das hat zu mehr als 5 Billionen Dollar Spekulationsblasenwohlstand geführt.“

Aber Booms führen zu Krisen und die Reichen gehen in Lumpen. Heute verwandelt sich die Immobilieninflation in eine Immobiliendeflation. Ich wende mich noch einmal an Dean Baker, der direkt vom Ort des Geschehens berichtet.

„Verschiedene Berichte, die in dieser Woche veröffentlicht wurden, liefern die bislang besten Beweise, dass die Immobilienblase schließlich doch an Luft verliert. Die Verkaufszahlen für neue und bestehende Häuser sind beide um mehr als 10 Prozent von ihren Spitzenwerten im vergangenen Jahr zurückgewichen. Die Anträge auf Hypotheken sind um 20 Prozent zurückgegangen. Die Verkaufspreise haben sich kaum von dem Niveau des letzten Jahres entfernt und sind, gemessen an der Inflation, eigentlich sogar gesunken. Die Bestände an alten und neuen Häusern haben beide Rekordniveaus erreicht und der Anteil der leer stehenden Eigentumswohnungen hat ebenso einen neuen Höchstwert aufgestellt.“

Chuck Jaffe von Marketwatch fügt hinzu:

„Die Beliebtheit der anpassbaren Hypotheken bedeutet, dass für fast 25% aller ausstehenden Hypothekenschulden in den USA in den nächsten 2 Jahren eine Anpassung der Zinssätze ansteht. Ungefähr 400 Milliarden Dollar in Krediten werden in diesem Jahr neu verzinst und weitere 2 Billionen werden sich 2007 bewegen.“

„Diese Bewegungen werden nicht hübsch sein. Vor nur zwei Jahren standen die besten Zinssätze bei ungefähr 4%. Heute liegen sie bei mehr als dem Doppelten davon. Eine Folge davon ist, dass sich auch die Zahlungen für einige dieser Hypotheken mit anpassbaren Zinssätzen verdoppeln werden. Die Vorhersage einiger Experten geht davon aus, dass die Zahlungsunfähigkeiten bei diesen Krediten um 10% steigen könnten.“




Jetzt hat mal jemand eine Bilanz für den Bund aufgestellt:
http://ftd.de/politik/deutschland/105692.html



Ein aktueller Artikel von Roland Baader:
http://www.schweizerzeit.ch/2106/papiergeld.htm



»Panikblüte« und »Weltwirtschaftskrise«. Wenn solche Begirffe jetzt schon in Spiegel stehen — uiuiui:

> Spiegel




Dow Jones auf Rekordhöhe? Hier eine andere Sichtweise.



Gutes Editorial in Impulse:

Klaus Schweinsberg:
Klaus Wowereit will Kanzler werden. Das ist soweit nicht schlimm. Das eigentlich Erschreckende daran ist, es könnte ihm gelingen.

weiter lesen …




Netzfundstück: Ein Märchen vom Bauernhof

Ein Märchen vom Bauernhof

Es war einmal eine kleine rote Henne, die auf dem Bauernhof scharte, bis Sie einige Weizenkörner fand. Sie rief Ihre Nachbarn und sagte: „Wenn wir diesen Weizen pflanzen, werden wir Brot zu essen haben. Wer will mir helfen ihn anzubauen?“

„Ich nicht“, sagte die Kuh.
„Ich nicht“, sagte die Ente.
„Ich nicht“, sagte das Schwein.
„Ich nicht“, sagte die Gans.
„Dann werde ich es tun“, sagte die kleine rote Henne. Und sie tat es.

Der Weizen wuchs hoch, reifte und trug goldene Körner. „Wer will mir helfen den Weizen zu ernten?“, frage die kleine rote Henne.

„Ich nicht“, sagte die Ente.
„Dafür bin ich nicht zuständig“, sagte das Schwein.
„Ich würde meinen Status verlieren“, sagte die Kuh.
„Ich würde meine Arbeitslosenunterstützung verlieren“, sagte die Gans.
„Dann werde ich es tun“, sagte die kleine rote Henne, und sie tat es.

Schließlich kam die Zeit, da das Brot gebacken werden sollte. „Wer hilft mir das Brot zu backen?“, frage die kleine rote Henne.

„Das hieße Überstunden für mich“, sagte die Kuh.
„Ich würde meine Sozialhilfe verlieren“, sagte die Ente.
„Ich habe zwei linke Hände und nie gelernt, wie man das macht“, sagte das Schwein.
„Wenn ich die Einzige sein soll, die hilft, dann ist das diskriminierend“, murrte die Gans.
„Dann mache ich es“, sagte die kleine rote Henne. Sie buk fünf Laibe Brot und hielt sie hoch um sie den anderen zu zeigen.

Jetzt wollten alle etwas davon abhaben; sie forderten sogar lauthals ihren Teil. Aber die kleine rote Henne sagte: „Nein, ich kann die fünf Brote ebenso gut selbst essen.“

„Unmäßiger Profit“, brüllte daraufhin die Kuh.
„Kapitalistischer Blutsauger“, schrie die Ente.
„Gleiches Recht für alle“, forderte die Gans.
Das Schwein grunzte nur. Und sie malten „Unfair“ auf Transparente, liefen um die kleine rote Henne herum und riefen Obszönitäten.

Als der Regierungsvertreter kam, sagte er zu der kleinen roten Henne: „Hör mal, du darfst nicht habgierig sein!“

„Aber ich habe mir das Brot doch selber verdient“, erwiderte die kleine rote Henne. „Genau“, sagte der Regierungsvertreter. „Das ist das wunderbare System des freien Unternehmertums. Jeder auf dem Bauernhof kann so viel verdienen, wie er will. Aber unter unseren modernen Regierungsbestimmungen müssen die produktiv Tätigen ihr Produkt mit denen teilen, die nicht arbeiten.“

Und Sie lebten danach glücklich und zufrieden, auch die kleine rote Henne.

Aber alle auf dem Hof wunderten sich, warum sie nie wieder Brot gebacken hat.



Ein wirklich sehr schönes Märchen.

Aber alle auf dem Hof wunderten sich, warum sie nie wieder Brot gebacken hat.

Nur hier scheint mir der Märchenerzähler etwas verschwiegen zu haben. Die kleine rote Henne lässt jetzt das Brot von flinken Kinderhänden in China backen (oder backen die Chinesen jetzt schon selbst perfekte Kopien). Und dass das keiner merkt, fliessen die Erträge immer gleich direkt auf ein Nummernkonto in der Schweiz. Aber vermutlich schien dem Märchenerzähler so ein Szenario als zu unwahrscheinlich, als dass man sowas in ein Märchen packen könnte.

Gruss

Frank




Sehr schöne Ergänzung, Frank.

F_Schmidberger_a:
Die kleine rote Henne lässt jetzt das Brot von flinken Kinderhänden in China backen.

Und was keiner zu merken scheint: Nicht nur die Kinder in China sind schlecht dran, sondern auch die Kinder in Deutschland. Der Regierungsvertreter wird nämlich weiter schöne Geschenke an die Kühe, Enten, Schweine und Gänse machen, denn sonst würden die ihn ja nicht mehr wählen. Dazu muss die Regierung sich aber immer weiter verschulden und das müssen dann die heutigen Kälber, Kücken und Ferkel ausbaden.


Zuletzt bearbeitet: 03.11.06 10:27 von Administrator
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