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Thema: 2. Weltwirtschaftskrise
Tags für dieses Thema: Politik Weltwirtschaftskrise


Aus einem Börsenbrief von heute:

Wie sähe die zweite Weltwirtschaftskrise aus?

von unserem Korrespondenten Bill Bonner

Ein Leser stellte mir eine interessante Frage: "Ich arbeite gerade mit einem Autoren zusammen, der einen Roman schreibt. Dieser Roman spielt in der nahen Zukunft, während einer zweiten Weltwirtschaftskrise, die per Definition schlimmer ausfallen wird als die erste, denn ich glaube, dass die Leute damals eigenständiger waren."

"Ich würde gerne von Ihnen wissen, wie Sie sich dieses Land während einer wirtschaftlichen Krise vorstellen würden. Jemand sagte mir, dass in einem solchen Fall Kriegsgesetze gelten würden, um die Ordnung beizubehalten. Ein anderer behauptete sogar, dass die Leute um freie Stellen bieten würden und dass derjenige die Stelle bekommt, der den geringsten Lohn verlangt."

"Wie sähe Ihrer Meinung nach der Alltag der Menschen aus?"

Ich habe diese Frage an meine amerikanischen Leser weitergeleitet. Ich fragte sie: "Was glauben Sie, würde passieren, wenn es zu einer Weltwirtschaftskrise käme? Was stellen Sie sich vor?" Daraufhin erhielt ich so viele Nachrichten, dass es keine Möglichkeit mehr gab, sie alle an einem Tag zu bearbeiten. Eine der Antworten will ich Ihnen heute vorstellen. Vielleicht kommen noch mehr.

"Der Dollar meiner Kindheit ist heute noch ungefähr 7c wert und ich rechne damit, dass er auf 2c oder noch weniger sinkt, ehe ich sterbe", schreibt John Wrisley aus Columbia, SC. "Es ist eine Schande, dass man die Inflation nicht aufhalten kann und dass man keine Versuche wagt, einen Teil der ursprünglichen Würde des Dollars wieder herzustellen. Aber auf diese Weise enden lange Phasen der Geldentwertung nun einmal nicht. Dummerweise lassen sich die Dinge nicht ändern und bald wird den Leuten klar werden, dass die Bowle-Schüssel leer ist und die Party sich gen Ende neigt."

"Als ein Kind der Weltwirtschaftskrise I wuchs ich in dem Glauben auf, dass 'die' es nie wieder zu etwas Vergleichbarem kommen lassen würden. Es ist nicht so, dass es eine schlechte Erfahrung gewesen wäre, von meinen Großeltern in einem kleinen Mietshaus aufgezogen zu werden. Sie konnten sich solchen Luxus wie ein Auto oder eine Urlaubsreise nicht leisten, aber das Leben war deswegen nicht unerträglich. Abgesehen davon war das Radioprogramm kostenlos. Ich musste erst erwachsen werden, um nachträglich zu begreifen, wie spartanisch meine Kindheit war."

"Ich freue mich keinesfalls auf die Weltwirtschaftskrise II, weil ich denke, dass sie sich wesentlich unerfreulicher gestalten wird als die entsprechende Phase in den Dreißigern. Ich befürchte, dass das Ausmaß der Gewalt zunehmen wird, weil die jungen Leute, die von Videos, Filmen und bösartiger 'Musik' einiges gelernt haben, feststellen werden, dass die dreckige Party dem Ende zugeht und dass sie noch herausholen müssen, was sie brauchen um sich selbst zu erhalten."

"Ich erinnere mich noch, dass die Leute in den Dreißigern in der Lage waren, in ihren Hinterhöfen Gemüse anzubauen, dass sie ein paar Hühner hielten, um nicht nur Gemüse essen zu müssen. Kleidung wurde ausgebessert, wenn es nötig war und niemand machte sich besondere Gedanken über Herumtreiber, die durch die Städte kamen und nach Almosen suchten. Wenn man konnte, half man ihnen oder man lehnte mitleidig ab, wenn man nicht helfen konnte. Sie haben das in der Regel verstanden und sind weiter gezogen."

"Auch wird sich der Durchschnittsbürger der Weltwirtschaftskrise II als wesentlich weniger selbstgenügsam erweisen, es kann jedoch niemand die Augen vor dem Problem der gewaltigen Zahl älterer Mitbürger verschließen. In den Dreißigern lebten diejenigen, die älter waren als 65, normalerweise mit ihren Familien zusammen, wenn sie nicht mehr selbst arbeiten konnten. Heute leben sie von ihren Familien getrennt und die Wissenschaft trägt dazu bei, dass sie noch länger leben."

"Eine Aussicht auf das, was kommen wird, erhält man über eine Postwurfsendung für ein besser ausgestattetes Seniorenheim in der Stadt, in der ich lebe. Darin bittet man um Unterstützung für einige der Bewohner, die ihre 'Ersparnisse überlebt' haben. Stellen sie sich das vor. Die Leute dachten, sie hätten für die Zukunft vorgesorgt und legten ihr Geld auf den Tisch, damit man sich um sie kümmert, bis der Sensemann sie holen kommt. Und jetzt haben sie ihre 'Ersparnisse überlebt'. (Das wäre ein guter Buchtitel)."

"Es gibt keine Möglichkeit, diesen schwierigen wirtschaftlichen Rückschlag zu verhindern, solange die Gesetze der Natur nicht außer Kraft gesetzt werden. Keine Inflation hat je anders geendet, als in Schmerz und Verwirrung. Und kein wirtschaftlicher Boom, der allein auf Schulden aufbaut, hat je zu etwas anderem geführt, als zu einer Krise. Wir waren sehr schlau, als es darum ging, Wege zu finden, diese Abrechnung herauszuzögern, aber ein Bewusstsein für diese Erfindungen breitet sich immer mehr im Land aus, und hier und dort findet man Leute, die sagen: 'Moment mal! Vielleicht ist das mit all den Schulden doch nicht eine so gute Idee! Lasst uns den Typen dingfest machen, der uns erzählt hat, wir könnten uns reich verschulden und dann werden wir ihn aufknüpfen.'"

"Arnold Toynbee hat festgestellt dass 'jeder Niedergang einer großen Nation ein Selbstmord war.' Ich verstehe grob, warum all die großen Imperien der Vergangenheit sich selbst in die Sackgasse geritten haben, aber ich hatte nie damit gerechnet, dass ich lang genug leben würde, um selber Zeuge davon zu werden, wie sich dieser Aspekt der Geschichte in den USA wiederholt."

"Aber egal, es ist einfach nur ein weiterer Übergang. Es wird für manche sehr schmerzhaft werden, für andere wird es eine kleine Unannehmlichkeit bedeuten – aber das Leben wird weitergehen. Wenn es hart auf hart kommt, dann werde ich durch die Straßen marschieren und ein Schild hochhalten, auf dem ein Zitat von Thomas Paine steht: 'Es steht in unserer Macht, mit der Welt noch einmal von vorne anzufangen.'"



Zuletzt bearbeitet: 27.08.10 19:29 von Administrator
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Der letzte Beitrag ist fast zwei Jahre her. Jetzt sind die Zeichen schon etwas deutlicher und es reden schon mehrere Autoren von einer zweiten Weltwirtschaftskrise. Aber so richtig vorstellen kann sich die noch keiner.

In diesem Artikel in der FAZ tritt mal wieder die ganze Ahnungslosigkeit; sie wir nicht einmal mehr verschwiegen:

Wer ist schuld? Die Komplexität der modernen Finanzprodukte, lautet häufig die Antwort. Ob Banken, Hedge-Fonds oder Private-Equity-Firmen: Sie hantieren mit Produkten, die kaum noch einer durchschaut. Viele haben sich als hochriskant herausstellt. „Besorgniserregend ist nicht nur, dass viele von uns diese Risiken nicht verstehen, sondern offenbar viele Chefs der Finanzinstitute auch nicht“, kritisiert Harvard-Ökonom Josh Lerner.

»Die Gier der Menschen und die Komplexität der Welt«, unglaublch. Wenn ich auf solche Erklärungsversuche in meinem Job zurückgreifen würde, könnte ich mir sicher kein Gold- und Silberdepot für die bevorstehende Weltwirtschaftskrise anlegen.

»Sie leiden unter einem Socket? Tja, das ist eben Ihre Gier. Außerdem ist ihr Golfschwung auch viel zu komplex.«

Neben den wichtigsten Ursachen (staatliches Geldmonopol und daraus resultierende Inflation sowie das Teilreserve-Bankwesen), die ich hier erklärt habe, erklärt Stefan Molyneux noch einen wichtigen Aspekt:



Direktlink: http://de.youtube.com/watch?v=-IwxJmQeKIw




> Direktlink



Hyperinflationäre Depression: Klare Worte von Martin Hennecke.

Die fand er auch schon im November 2006.



Danke Thomas!

Für die, die nicht so gerne lange Texte lesen, die aus meiner Sicht wichtigste Passage:

It is the same old story time and time again that repeats itself. Governments go too deep into debt, loose control of their budget deficits, and then have to hyperinflate their currencies to get out of unpayable debt. There is not a single case in history where this has NOT happened. And yet most investors who seek 'safety' today mostly still choose to invest in government bonds or bank deposit thinking it is safe and earns a 'yield'. I am afraid, not only is such yield mostly an illusion, as true inflation nowadays is at least as high as the interest earned on deposit or sovereign bonds.




Oliver_Heuler_p:

Für die, die nicht so gerne lange Texte lesen,...


... reicht eigentlich auch schon ein Blick auf die Grafik mit der beruhigenden Überschrift "US, Germany, France and UK face junk debt status":

Man mag es ja eigentlich nicht glauben.


Zuletzt bearbeitet: 01.07.08 15:01 von Administrator


Schweizer Sonntagszeitung: > Die große Finanzkrise hat eben erst begonnen



Mal eine Philosophische Frage:

Seit 2006 hat Die Regierung Merkel die Steuern erhöht, Nicolas Sarkozy schlägt ähnlich, bzw. noch radikalere Maßnahmen ein, die EZB verhält sich nicht ganz so inflationär wie die FED und die Chinesen schicken ihre Dollars nach Afrika, was dort wiederum zu Wohlstand führt und in Anschaffung in Gütern aus Deutschland endet.

Sehr versimpelt aber eben „philosophisch“.

Wäre es denn nicht sinnvoll jetzt in Europa Immobilien Dollarfinanziert anzuschaffen, sollen die den Greenback doch weiter abwerten (es ist ja genug Abwertungsbedarf vorhanden).

Irgendwas Gutes muß man dem doch abgewinnen können, da andernfalls die im Golf so grundlegende gute Laune den Gang zur „Couch“ unabwendbar macht.

Was haltet Ihr davon?



Den Ratschlag, sich in Anbetracht einer immer stärkeren Inflation zu verschulden, höre ich in letzter Zeit häufiger.
Ich werde mich nicht verschulden, denn wenn wir tatsächlich in eine Krise größeren Ausmaßes schliddern, dann will ich nicht verpflichtet sein, jeden Monat eine gewisse Summe zahlen zu müssen. In einer wirklich großen Krise versiegt vielleicht auf einmal das regelmäßige Einkommen (bei einem Golflehrer sogar ganz sicher), und dann zieht der Gläubiger die Immobilie ein.

Ich bleibe weiter bei Gold und Silber und ein paar Shorts auf die US-Banken, den US-Immobilien-Index und den S&P 500.



Keine überraschenden Antworten:
> Interview mit Rockefeller



Spiegel: > AKTIENKURSE IM FREIEN FALL US-Regierung entwirft Notrettungsplan für Hypothekengiganten



Jim Cramer, der Daueroptimist, schreibt heute Folgendes:

In 25 years on Wall Street, I have never seen things this bad. We’ve had some tough times: the 1987 stock-market crash, the collapse of the once-all-powerful Drexel Burnham Lambert, the immolation of Long Term Capital, the post-9/11 calamity, and the dot-com implosion. Every one of these events rocked the Street, causing pay cuts and layoffs and creating a sense of doom. But this time is different; it’s doom itself.

weiterlesen im New York Magazine …



Ein ganzer Film zur US-Staatsverschuldung und den Konsequenzen:


Direktlink: http://de.youtube.com/watch?v=HBo2xQIWHiM

Wake up, America! We're on the brink of a financial meltdown. I.O.U.S.A. boldly examines the rapidly growing national debt and its consequences for the United States and its citizens. Burdened with an ever-expanding government and military, increased international competition, overextended entitlement programs, and debts to foreign countries that are becoming impossible to honor, America must mend its spendthrift ways or face an economic disaster of epic proportions.

Throughout history, the American government has found it nearly impossible to spend only what has been raised through taxes. Wielding candid interviews with both average American taxpayers and government officials, Sundance veteran Patrick Creadon (Wordplay) helps demystify the nation's financial practices and policies. The film follows former U.S. Comptroller General David Walker as he crisscrosses the country explaining America's unsustainable fiscal policies to its citizens.

With surgical precision, Creadon interweaves archival footage and economic data to paint a vivid and alarming profile of America's current economic situation.

Quelle: > iousathemovie.com


Zuletzt bearbeitet: 07.08.08 07:28 von Administrator






Jim Rogers über den Niedergang der USA. Trotz allem: Herzerfrischend!

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>Perfekte Rundenanalysen von Jörg Sobetzki