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Thema: Reinhard Sprenger




Habe gerade entdeckt, dass Reinhard Sprenger am 6.3.05 bei Christiansen war. Hat das jemand aufgenommen?

Hier der Chat mit ihm nach der Sendung.
Und das sind einige Sätze aus der Sendung:

»Der Arbeitsmarkt ist vor allem eines nicht, ein Markt. Er ist aus meiner Sicht ein dirigistischer Exzess. Wir haben hier einen beispielhaften Fall dafür, dass Politik und Bürokratie ein ganzes Land kaputt regieren, indem sie Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmark ständig stören und irgendwann auch völlig zerstören.«

»Wir bewegen uns in Deutschland auf einen Zustand zu wo alles verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist.«

»Wir sind aus meiner Sicht zu einer Genehmigungsrepublik verkommen. Wenn man in Deutschland z.B. ein Unternehmen gründen will, dann dauert das 45 Tage, in Frankreich acht, in Dänemark vier, in Australien zwei. Wenn sie etwas mehr Kontakt zu Unternehmen haben, dann wissen sie, dass unternehmerische Tätigkeit heute immer weniger Kampf um Kunden ist, sondern Kampf um staatliche Bürokratie.«

»Mit Sicherheit wird das Anti-Diskriminierungsgesetz ein mehr an Bürokratie bedeuten. Im wesentlichen geht es darum, dass dann viele Unternehmen unsicher sind, wie sie damit umgehen sollen. Und was mir auch ganz wichtig erscheint, ist natürlich, dass das Klima in dem wir leben immer mehr mit gedanklichen und sprachlichen Tretmienen ausgelegt wird. Das Anti-Diskriminierungsgesetz wird nicht etwas sein, was zukünftig Arbeitsplätze schaffen wird.«


Zuletzt bearbeitet: 26.11.08 15:36 von Administrator
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Auf die beiden interessantesten Fragen hat er aber nur ausweichende/polemische Antworten gegeben. Nämlich auf die nach seinem politischen Engagement und warum er sich als Unternehmensberater betätigt.

Ulrich




Was können wir dem Chat entnehmen?

Herr Sprenger gibt nur allgemein bekannte Wahrheiten wieder.

Er hat Kinder. Die sind sein Motor.

Seine Einstellung in politischer Hinsicht entspricht eher einem liberal-ökonomischen Wischiwaschi.

Er sagt uns das wir keine Staatsbedienstenten in unsere Parlamente wählen sollen.

Qualifiziert aber im nächsten Moment diejenigen, die sich in ihrer Freizeit oder auch hauptamtlich dazu bereit erklären, Allgemeinverantwortung zu übernehmen ab.

Er hält sich für zu wertvoll, eine Arbeit zu übernehmen, die zu beurteilen er befähigt zu sein glaubt.


Schade das ich diese Sendung nicht gesehen habe. Die jeweiligen Gesichter und Körperhaltungen bei bestimmten Äußerungen der Teilnehmer wären sicherlich sehr aufschlußreich gewesen.

Ich gewinne den Eindruck das ich seine Bücher nicht lesen muß.



Sprenger: »Wenn sie etwas mehr Kontakt zu Unternehmen haben, dann wissen sie, dass unternehmerische Tätigkeit heute immer weniger Kampf um Kunden ist, sondern Kampf um staatliche Bürokratie.«

Ich kenne aber auch viele Unternehmen, die sich gerne auf diesen "Kampf" einlassen und immer bestens von verschiedenen Fördertöpfen leben. Aber Rezepte wie, alle Subventionen weg und eine Steuerklärung her, die wirklich jeder normal gebildete Mensch auf einer DIN A 4 Seite schafft, traut sich ja niemand laut auszusprechen. Denn man denke nur an die vielen arbeitslosen Steuerberater - können die alle Maut-Kontrolleure werden?

Oliver, spielt Sprenger eigentlich Golf?



Vergebt mit meine Plattheit...

...aber ich sehe hier einen Autor, der bei einer Talkshow - mit einer gewaltigen Einschaltquote - sein Buch promoten muß.

Um dieses Ziel zu erreichen muß er auffallen.

Um aufzufallen provoziert und polarisert er.(fokusieren ist mir in diesem Fall zu positiv formuliert)

Das ist der Hauptgrund, warum ein Autor eine Talkshow besucht.(Ich glaube, außer Westerwelle macht es keinem so richtig Spaß Sonntags zu dieser Zeit eine Talkshow zu besuchen)

Deshalb würde ich die Aussagen auch nicht auf die Goldwaage legen.

Beste Grüße


Zuletzt bearbeitet: 24.03.05 12:04 von Shorthitter


Doch, Sprenger meint das ernst. Im Buch schreibt er das Gleiche. Laut auftreten, damit er was verkauft, muss er wirklich nicht mehr. Die Verkaufszahlen der ersten 5 Bücher waren phänomenal. Er hatte zeitweise die ersten drei Positionen der Bestsellerliste für Wirtschaftsbücher inne.

@Golfigel

Nein Golf ist ihm zu unsportlich. Er war Sportlehrer und läuft Marathon.



Was mir an Sprenger nicht gefällt: den Arbeitnehmern will er gesetzliche Rechte wegnehmen, den Arbeitgebern schreibt er aber nur ins Stammbuch ohne jede juristische Verpflichtung.

Was er sagt ist meines Erachtens durchaus richtig, aber man kann nicht auf der Arbeitnehmerseite Änderungen erzwingen und es den Arbeitgebern freiwillig überlassen, ob sie sich ändern wollen. Dann kommt es zum Turbokapitalismus.

Ulrich




Dann kommt es zum Turbokapitalismus.


Wenn man sich den Chat durchliest, ist das genau, was er wohl möchte.
Populistische, hirnlose Phrasendrescherei.
Hierzu ein passender Ausschnitt aus einem Artikel von Robert Leicht (Die Zeit), zum Thema Populismus:

Zitat:

"Der Populismus hat zwei Seiten: Zum einen artikuliert er eine vorhandene Missstimmung – sonst würde er ja nicht funktionieren, nicht einmal als oberflächliches Massenphänomen. Zum anderen aber tut er nichts Eigenes zur Behebung der Missstände, welche die Missstimmung erst erzeugen – und deshalb funktioniert er gerade als oberflächliches Massenphänomen. Denn würde der Populist sein Publikum wirklich aufklären, was die wahren Gründe dafür sind, dass jetzt eine Missstimmung aufkommt, so würde der Populismus wiederum gar nicht funktionieren, nicht einmal als oberflächliches Massenphänomen."

Zitat Ende




Ich habe die Sendung nur am Rande verfolgt, meine aber zu wissen, dass Sprenger sinngemäß folgendes gesagt hat:

Die demografische Entwicklung wird langfristig dahin führen, dass in Deutschland Arbeiter zu Hauf fehlen werden. Damit wird sich das Problem der Arbeitslosigkeit in ein Problem der der offenen Stellen verwandeln.

Hört sich spannend an und wenn er recht hat, sollten wir es doch einfach abwarten (-:.

Vielleicht war es aber auch bei Hart aber Fair im Dritten.

HC



Einst wurde gesagt Religion sei Opium fürs Volk. Wenn man sich heute die Monologe der (selbst-)ernannten Deregulierer und Wirtschaftsreformer anguckt so muss die Losung lauten: "Simplizität ist Opium fürs Volk". Wer öffentlich Aufmerksamkeit herstellen möchte muss nicht in erster Linie laut sein, sondern vor allem einfach. Jeglicher Grad von Komplexität, der annährende Realitätsnähe gestatten würde muss ausgeblendet werden um die schnelle Erreichbarkeit von Zielen zu suggerieren.

Als BWL und Politikstudent (beide auf Bachelor) wird mir angesichts der tagesaktuellen Phrasendrescherei der Politiker schlecht. Die Situation wird aus ein paar amateurhaften Betrachtungswinkeln mühsam zusammengestückelt und dann fürs Volk verständlich aufbereitet. Nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl.
Die Politiker, ihre Berater und ihre publikumswirksamen Kritiker haben als Manager dieses Landes völlig versagt und wären in jedem Unternehmen als erfolgslose Zusammenstellung aus Vorstand, Aufsichtsrat und externen Beratern längst unter großer öffentlicher Empörung geschasst worden.

Für mehr als ein wenig dekonstruktivistische Hetze bleibt mir keine Zeit, weil ich für meinen Urlaub in New York Vorbereitungen treffen muss.
Die Lösung der Arbeitslosigkeit liegt übrigens in guter Bildung und Ausbildung. Nicht in Derigulierung und Turbokapitalismus. (puuh, das klingt ja einfach) Aber gute Bildung für alle Menschen muss staatlich finanziert werden, wofür wir mehr Steuergelder ausgeben müssten. Wer will aber schon höhere Steuern... [dieser Teil lässt sich beliebig fortsetzen](oder auch nicht)

Für einen Beitrag zur Verteilung und dem Antiegalitarismus empfehle ich Robert Nozick in Philosophie der Gerechtigkeit. Wenn sich jemand mal das Gehirn über soziale Gerechtigkeit zermatern möchte:
Wenn zu einem Zeitpunkt t eine gerechte Verteilung aller Güter herrscht und nur gerechte Veränderungen (freiwillige Abgaben, Tausch etc) zur Situation t+1 führen, wie kann diese Situation wieder ungerecht sein und Umverteilung erfordern?
Wieso sollten Arbeitslose/Geringverdiener dann überhaupt Hilfen erhalten?
Diese logische Reduktion Nozicks habe ich als so faszinierend empfunden, wenn auch seine Schlussfolgerung happig ist.

Gruß und schöne Ostern!

Nik



gunter:
er hat und kann etwas


Hmmm....

- Die Entscheidung liegt bei dir!" (13. Aufl. 2004) -

Erinnert mich an irgend etwas...
Tschaka Tschaka

- Der absolute Star am Referentenhimmel" (Training) -

Star =
1. m. ein Singvogel;
2. m. Sammelbez. für mehrere Augenkrankheiten; grauer, grüner, schwarzer S.;
3. m. berühmte(r) Sänger(in), Schauspieler(in) oder Sportler(in)

1. Singvogel finde ich sehr passend.
3. Sportler, also doch....
Die Qual der Wahl.

- Deutschlands einziger Management-Guru, der diesen Titel wirklich verdient ( FTD ) -

Guru :
Im Westen meist abschätzige Bezeichnung für religiös-charismatische Führer, die ihren Adepten blinden Gehorsam abverlangen. Übertragen wird als Guru jemand bezeichnet, der von einer Gruppe oder einem Einzelnen als geistiger Führer anerkannt wird.

Vorwärts Lemminge....

Wie man schon in meinem ersten Posting lesen konnte, ist mir dieser Mann von eh her suspekt.




Zuletzt bearbeitet: 25.03.05 16:11 von fp2003


Bei dem "intelekt" eher weinen.

Frank ( mal völlig neutral )



@ fp2003

Tschaka Tschaka


Damit hat Sprenger wirklich gar nichts zu tun.
Er versucht nur gewisse Dinge klar zu machen, wie beispielsweise: Es gibt kein „Muss”, es gibt nur „Konsequenzen aus deinem freien Tun”. Klingt simpel und logisch. Wenn man trotzdem drüber nachdenkt, denkt man einen Spinner vor sich zu haben. Mit genügend Abstand reflektiert begreift man dann auf ein Mal die unglaubliche Botschaft in diesen Sätzen.

Der Chat von Sprenger alleine ist untauglich seine Ideen zu beurteilen. Der Mann ist radikal und radikal einfach, deshalb radikal gut.

„Wer dahin will, wo er noch nie gewesen ist – muss Wege gehen, die er noch nie gegangen ist.”



Wer dahin will, wo er noch nie gewesen ist – muss Wege gehen, die er noch nie gegangen ist.


Ich erlaube mir mal Stoked zu zitieren, die zu einem völlig anderen Thema schrieb:

[im besten Loriot-Tonfall] Ach!

Godehard



Hi,

habe die Sendung gesehen. War ziemlich enttäuscht von Sprenger. Er war der Blasseste unter Blassen.

Nix, was in Erinnerung geblieben ist. Wischiwaschi.

Dann lieber Tschakka und Emil Ratelband. Dieses Erlebnis hat ein längeres Verfallsdatum als Herr Sprenger.

(Vielleicht kann er ja mehr. Leider hat er nix beigesteuert, das darauf hindeutet.

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