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Thema: Kein Golf: Erziehung


Wir haben zur Zeit ein Problem mit unserem Sohn, das auch in den Bereich Erziehung fällt. Ich hoffe, daß ich es in diesem Faden erwähnen und um Hilfe bitten darf:

Philipp (er ist jetzt 11 Monate) war schon von Beginn an ein relativ schlechter Esser und Trinker und wir mußten schon immer ein wenig darauf achten, daß er genug zu sich nimmt. Dabei versuchen wir, ihn so wenig wie möglich unter Druck zu setzen und ihn zum Essen/Trinken zu motivieren. Deshalb essen wir nach Möglichkeit auch zusammen und binden ihn mit ein. Wir kochen teilweise für uns schon so, daß er gewisse Sachen von unserem Essen mitessen kann, was bei einem Kind in dem Alter nicht gerade einfach ist, vor allem, weil er allergiegefährdet ist und deshalb noch nicht alles essen darf (Kuhmilch, Eier, etc.). Naja, das Problem ist auf alle Fälle, daß er weiterhin nicht gerne ißt und fast ständig Theater macht, es sei denn bei seinem Fläschchen morgens oder beim Obst nachmittags. Alles andere ist Quälerei. Da er gerade eine Woche lang mit hohem Fieber und Erkältung in den Seilen hing, hat er ziemlich abgenommen und es wird langsam Zeit, daß er wieder was auf die (zählbaren) Rippen bekommt (meinte auch der Kinderarzt). Leicht gesagt ...

Habt ihr vielleicht irgendwelche Tips oder Ratschläge, wie man den Knaben zu einem etwas besseren Esser macht? Bisher war es kein so großes Problem, da es immer gereicht hat, aber so langsam wird es kritisch. Sollte er recht bald nochmal krank werden, dann müßten wir ihn wahrscheinlich sogar ins Krankenhaus bringen, um ihn wieder aufzupäppeln. Und das wollen wir ihm auf jeden fall ersparen!

Übrigens: Philipp ist ein sehr liebes und eigentlich unkompliziertes Kind, schläft gerne, schreit und jammert selten, und er ist auch selten jähzornig. Das wirklich einzige, das nicht gut klappt, ist das Essen.

Viele Grüße, Thomas (ratlos und besorgt)


Zuletzt bearbeitet: 24.03.05 13:29 von Wazuka
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Lasst Ihr ihn nur zu den "festen Essenszeiten" essen? Mein kleinster isst grundsätzlich nicht, wenn die anderen essen. Ist ihm wohl zu langweilig. Dafür mampft er den ganzen Tag immer wieder was. Mal hier ein Stück Apfel, dann holt er sich dort einen Keks (nicht gerade gesund, aber besser als nix) oder einen Joghurt usw.




@ wazuka

wenn du ein Kind möchtest was nicht vernünftig isst, mach das was Frank dir sagt. Sorry, aber dieser Ansatz widerspricht mir extrem.

Dein Kind braucht Regelmässigkeit und da gehören regelmässige Mahlzeiten dazu. Dein Grundansatz ist für mich richtig (wir machen das auch so). Bei uns gibt es keine Bretzel zwischendurch, kein Eis, kein „Rädle Wurst”…. Gegessen wird 5 mal am Tag wenn es Essenszeit ist.

Hilft dir aber noch nicht wirklich viel.
Vergiss die vielleicht eventuell und sonstwas Allergien. Entweder er ist allergisch dann bekommt er Ausschlag oder er ist nicht allergisch, dann wird es höchste Zeit ihn vernünftig zu füttern. Versuche rauszufinden was ihm schmeckt. Brot, Nudeln, Milch essen beide Kinder bei uns. Obst und Gemüse nur nur die Tochter in grösseren Mengen. Er mag nichts, was auch nur annähernd sauer ist. Sauerkraut isst er aber mit Begeisterung.
Will heissen: Probier möglichst alles aus. Auch Dinge von denen du denkst, dass sie ein Kind nie isst. Unsere mögen beispielsweise Parmesan, eingelegte Oliven, Sauerkraut und ähnliche Perversionen.

Generell ist Milch sehr verträglich und kalorienreich. Probier es aus, eine Allergie wird nicht durch die Gabe eines potentiellen Allergens ausgelöst. Das ist genau so medizinischer Unfug wie die Essenseinschränkungen von stillenden Müttern um Blähungen beim Kind zu verhüten.

Gute Atmosphäre beim Essen. Möglichst nichts Vermengtes, immer Reis pur, Nudeln pur, Gemüse pur. Unsere essen keinen Mischmasch. Es muss alles sauber getrennt auf dem Teller liegen. Wird es gemischt, möglichst noch mit Sosse, dann wollen sie es nicht mehr. Wenn etwas dem Kind schmeckt ruhig mehrmals am Tag. Kann übrigens auch sein, dass es bestimmte Dinge nicht immer mag. Deshalb immer wieder alles probieren lassen und eine sichere Bank im Hintergrund haben.

Versuchen und probieren und vergiss bitte die Allergie, Angst war noch nie für etwas förderlich. Kann sein, dass diese Angst auf das Kind übertragen wird!

Wenn du deine Panik vor Milch unterdrücken kannst ist MOLAT im Schoppenfläschle auch noch ein schönes Kalorienplus, bei toller Wertigkeit und geringer Verdauungsbelastung.



@schlanker Ralf

Wir haben offenbar beide Kinder. So weit, so ähnliche Ausgangsbasis. Um die meine zu spezifizieren: Tochter (8), Sohn (3,5), Sohn (2). Und die drei unterscheiden sich dermaßen in allen Punkten, man könnte fast meinen, die haben unterschiedliche Väter... Ich glaube, es ist nicht anmaßend, wenn ich insofern behaupte, einiges an Praxiserfahrung aufzuweisen, zumindest in diesen Altersregionen. Du sicher auch.

Was uns unterscheidet ist, dass Du das ganze sehr wissenschaftlich und rational betrachtest. Ich habe eine sehr strukturierte Erziehung hinter mir. Gegessen wird um 18 Uhr. Punkt. Vielleicht bin ich deswegen, sozusagen als Ausgleich, meinen Kindern gegenüber eher emotional orientiert. Zu dieser Linie trägt natürlich in erster Linie meine Frau bei, die sehr emotional ist, sicherlich sich viel auch über Theorie-Ansätze informiert, aber am Schluß doch zu 90% mit dem Bauch entscheidet. Der Erfolg gibt ihr oft genug recht.

Meine beiden größeren setzen sich brav zum Essen hin, essen, wenn sie satt sind ist Schluß - fertig. Der kleine ist einfach ganz anders. Und, warum sollen wir uns jetzt Stress machen? Muß er wirklich brav seinen Teller leer essen? Warum eigentlich, er wiegt, wie die anderen auch, kein Gramm zu viel und keins zu wenig. Natürlich, wir können ihn an seinen Stuhl festbinden, und die nächsten 5 Monate sein Geschrei ertragen, weil er nicht will, genervt sein, das auf die anderen beiden übertragen und in ein paar Jahren mit Graus an die Zeit zurückdenken. Ist es wirklich so wichtig?

Eins ist mir völlig klar: Auch ein paar Monate altes Kind hat seine Persönlichkeit. Deshalb halte ich es für falsch, alle über einen Kamm zu scheren und generelle Richtlinien aufzustellen. Im Detail natürlich. Natürlich muß die große in die Schule, der mittlere in den Kindi und der kleine auch irgendwann. Wir sind ja keine Hippies.

Ach so: Essenseinschränkungen von stillenden Müttern. Mag sein, dass es wissenschaftlich Unfug ist. Eins ist klar: Meine Frau hat bei unserem ersten Kind nur so lange blähendes gegessen, wie wir gebraucht haben, um zweifelsfrei festzustellen, dass nur deswegen die Kleine nächtelang gebrüllt hat wie eine Elefantenherde.

Aber es ging ja eigentlich um wazukas Sorgen. Und da sich diese Sorgen sehr ernst anhören, und schon von Krankenhaus die Rede ist, wollte ich vorschlagen, mal was ganz anderes zu versuchen. Mehr nicht.



Wazuka,

kann es sein, das ihr versucht das Essen zu zelebrieren?

So wenig wie möglich unter Druck? Also doch schon etwas unter Druck?

Again, wenn organisch alles in Ordnung ist, dann versuche es mal spielerisch und überlasse es ihm selbst sich das zu nehmen was er will, aus einer bereitgestellten Auswahl.

Ich hoffe nur, ihr habt ihm genug zu trinken gegeben wärend des Fiebers.

gunter



Moin allseits!

Auch wir sind Freunde fester Essenszeiten. Das fördert nicht nur den geregelten Tagesablauf, sondern auch die Geselligkeit familienintern und stellt sicher, dass man sich täglich sieht. Obst zwischendurch ist allerdings kein Beinbruch.

Auch unsere Kinder hatten mal Phasen, da wollten sie nicht so recht essen. Möglicherweise ein wenig Aufmerksamkeit erhaschen oder aber auch die Chance, dass beim ungeliebten Mahl das folgende besser ausfällt und man sich da mehr nehmen kann. Kinder können eigentlich nicht verhungern, wenn sie Essen angeboten bekommen.

Unser größere Tochter war allerdings auch mal sehr energisch im Nicht-Essen-Wollen. Also habe ich ihr eines Tages keinen Teller mehr hingestellt, ich hatte einfach die Faxen dicke von dem Alarm.
Oh, wie war sie angefasst, aller Bohei war nicht mehr durchsetzbar und ab da war Essen kein Problem mehr. So selten ist es wohl nicht, dass Kinder das Essen als Mittel zur Selbstdarstellung nutzen, das wollte ich am Rande nicht unerwähnt lassen.



@ Ralf:

Danke für die Ratschläge. Im Prinzip machen wir alles schon so, wie Du es sagst. 5 Mahlzeiten zu festen Zeiten. Essen wird getrennt so gut es geht. Etc.

Das einzige, auf das ich keinen oder nur ganz wenig Einfluß ausüben kann, ist die Allergiefrage. Sowohl Kinderarzt als auch meine Frau (selbst Ärztin) sind sich da relativ einig, wenn Du verstehst, was ich damit sagen will. Aber das löst sich bald von selbst, da er dann alt genug ist, und man nicht mehr auf die Milchbremse drücken muß.

@ Frank:

Nein, so läuft das bei uns nicht. Wir geben ihm zwar schon auch mal einen Keks zwischendurch, z.B. beim Spazierengehen, aber nur auf diese Art und Weise ... nein, wirklich nicht.

@ gunter:

Guter Punkt, das mit dem Zelebrieren. Wir haben vielleicht ab und zu etwas zu viel Augenmerk auf das Essen gelegt. Inzwischen haben wir das aber im Griff. Ach ja, selbstverständlich haben wir versucht, dem Fieber mit viel Flüssigkeit zu begegnen. Relativ schwierig, wenn er nur ganz wenig trinkt und sich ständig dagegen wehrt. Hat aber gereicht!

Generell will er am liebsten das essen, was auf unseren Tellern ist, was er meist nicht darf. Wir haben heute herausgefunden, daß es der Hauptgrund ist, warum er sein eigenes Essen dann auch nicht mehr mag. Schwierig! Wird aber bald besser (hoffentlich), da er bald auch unser Essen mitessen kann.

Danke nochmal an Euch alle. Wir arbeiten weiter ...

Viele Grüße und frohe Ostern,

Thomas



Generell will er am liebsten das essen, was auf unseren Tellern ist


Dann esst ihr halt mit ihm mal seine Nahrung von euren Tellern.
Könnt euch doch hinterher immer noch die Bäuche voll schlagen.

gunter

PS:Mein Sohn stand nachts oft vor meinem Bett, er wollte in meins, gut ,dann bin ich in seins gegangen und schon war die Welt in Ordnung.






gunter:
Dann esst ihr halt mit ihm mal seine Nahrung von euren Tellern.


Wir haben uns schon ein paar Rezepte zurechtgelegt, wo sein und unser Essen fast identisch ist. Sprich, z.B. Nudeln mit Sauce, wobei seine Sauce nur etwas anders zubereitet wird, aber eigentlich genauso aussieht, wie unsere. Da klappt es meist auch am besten. Das geht eben nicht immer, da wir beide berufstätig sind und nicht immer die Zeit haben, den entsprechenden Aufwand zu betreiben.

Grüße, Thomas



@ Thomas

du hast mich zwar nicht gefragt, aber trotzdem:
Das geht eben nicht immer, da wir beide berufstätig sind und nicht immer die Zeit haben, den entsprechenden Aufwand zu betreiben.

Denk da einfach noch mal drüber nach und mach dir Gedanken, was du vom Leben erwartest.



Hi Thomas,

ich kann Dir leider nur wenig helfen, was das Essen an sich angeht. Unsere Annika, die ja wie Du weißt ungefähr gleich alt ist wie Euer Philipp, macht da keinerlei Probleme.

Wegen der Allergiegefährdung: Aufgrund meiner Neurodermitis sind wir auch sehr vorsichtig. Wir geben Ihr glutenfreie Breie (von der Firma "Allnatura") immer gemischt mit Frucht (Apfelmuß, Banane, etc.) sowie von Milupa die "Milchfreie Spezialnahrung SOM".

Generell solltet Ihr vielleicht versuchen, Eure Mahlzeiten bewusst von denen des Kindes wegzuverlegen.

MfG,

Andreas



Fatman
Denk da einfach noch mal drüber nach und mach dir Gedanken, was du vom Leben erwartest.


Kannst Du Dich hier etwas präziser ausdrücken? Ich verstehe nur, daß ich Deiner Meinung nach irgendetwas falsch sehe, weiß aber nicht, was genau Du meinst.

Andreas_Spengler:
Generell solltet Ihr vielleicht versuchen, Eure Mahlzeiten bewusst von denen des Kindes wegzuverlegen.


Genau das wollten wir eigentlich vermeiden!
Gluten verträgt er übrigens problemlos. Glutenunverträglichkeit hat im Übrigen mit Allergien nichts zu tun.

Danke für die Tips, Grüße,

Thomas



Fatman:
Denk da einfach noch mal drüber nach und mach dir Gedanken, was du vom Leben erwartest.


Wazuka:
Das geht eben nicht immer, da wir beide berufstätig sind und nicht immer die Zeit haben, den entsprechenden Aufwand zu betreiben.


Ich denke Fatman wollte Dich/Euch dazu anregen, Deine/Eure Prioritäten nochmals zu überdenken. Wie Du weißt hat jeder gleich viel Zeit, nutzt sie nur anders.

Vielleicht ist Fatman sogar noch viel böser als ich es Ihm zutraue. Dann könnte hinter Seiner Aussage sogar folgendes stecken:

Keine Zeit zu haben wird meist nur als Ausrede genommen, um nichts verändern zu müssen.

HC


Zuletzt bearbeitet: 26.03.05 17:50 von HCV


Hallo Wazuka,

ich habe mit meinem Sohn (14 Jahre) über Dein Problem gesprochen, weil er auch jemand ist, der immer nur kleine Mahlzeiten zu sich nimmt.

Mein Sohn meinte, er könne einfach nicht soviel auf einmal essen und vielleicht sei das bei Deinem Sohn ähnlich. Dann gab er noch den Hinweis, dass Eurem Sohn die fertige Babynahrung womöglich einfach nicht schmeckt (er selber mochte sie auch nie) und ihr solltet mal ausprobieren, ihm Euer Essen anzubieten.

Habe ich übrigens immer als problemlos empfunden, denn ich habe einfach sein Essen vor dem Würzen abgezweigt, bzw. das Erwachsenen-Essen nachgewürzt.

Grüße,
Susanne


Zuletzt bearbeitet: 26.03.05 17:06 von Administrator


Susanne:
Mein Sohn meinte, er könne einfach nicht soviel auf einmal essen und vielleicht sei das bei Deinem Sohn ähnlich.


Oder anders gesagt: Fünf Mahlzeiten am Tag reichen vielleicht nicht. Also lieber 10 mal am Tag, jeweils weniger. Habe ich Dich richtig verstanden? Wenn ja: Kann ich absolut nachvollziehen. Auch so habe ich meine Ausführung gemeint.

Gibts hier zufällig einen Ernährungswissenschaftler, der mal was zum "Mittags-um-Zwölf-wird-gegessen-Mythos" sagen kann? Ich meine ziemlich sicher, mehrmals aus ernsthaften Quellen entnommen zu haben, dass das die häufigste Ursache für falsche Ernährung ist.

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