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Thema: Waffen-Film mit mir in der ARD


Außerdem wüsste ich, dass die Politik in Krisensituationen anders handeln würde, wenn sie wüsste, dass sie über ein bewaffnetes Volk herrscht.

Um Gottes Willen — ich fordere doch nicht, dass sich das Volk und damit du bewaffnest. Ich fordere nur, dass es niemandem verboten wird, sich zu bewaffnen, wenn er das möchte.

Ich will die Diskussion auch nicht weiter dehnen wie einen Strudelteig aber deine Anmerkung über "Politik in Krisensituationen und bewaffnetes Volk" (die bereits bewaffneten 4,7% der Bevölkerung sind nur eine Minderheit) bedarf der genauen Erklärung von deiner Seite. Noch dazu wo du die links und Videos zum Thema "Bewaffnung der Allgemeinheit" gerne als stützendes Argument benützt.
Was verstehst du in diesem Zusammenhang unter Krisensituation und und wie fern würde ein bewaffnetes Volk die Politik zu einem für deine Weltanschauung adäquates Handeln zwingen?

Schnelle Genesung wünscht

Nick



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Vielleicht wird es aber den anderen zu viel und wir führen das am besten per Mail weiter?

Würde ich schade finden. Sehr spannend, bitte weiter ...
Gruß - Andreas

PS: Wenn ich schon dabei bin, schreib ich auch gleich mal meine Meinung.

Es gibt Menschen, die schließen für alles eine Versicherung ab, weil sie Angst haben, es könnte überall was passieren.

Wenn du um die Ecke biegst, kannst du erschossen werden oder es fällt dir ein Ziegelstein auf den Kopf. Wenn ich bewaffnet bin, werde ich trotzdem erschossen oder es fällt mir ein Ziegelstein auf den Kopf.
Oder keines von beiden.

Also, wer sich bewaffnet hat wahrscheinlich Angst.
Die Angst loszuwerden indem ich mich bewaffne oder gut schießen lerne ist unrealistisch.
Es geht also nicht darum eine Angst loszuwerden (ich denke sie wird sogar verstärkt, wenn ich eine Waffe habe) sondern, es geht wahrscheinlich darum, nicht sich selber beschützen zu wollen sondern irgendetwas. Das Gefühl etwas zu beschützen macht uns zufrieden. Das Gefühl etwas besser zu beschützen, in dem ich mich bewaffne, macht offensichtlich noch zufriedener. (Ob die Angst dadurch weniger wird?)
Ich habe keine Angst, darum werde ich mich auch nie bewaffnen, oder besser schießen lernen wollen. Eine Versicherung gegen erschossen werden gibt es nicht und gegen ausgeraubt werden auch nicht.

Dass so ein kleines Ding so präzise gebaut ist, dass ein Projektil so schnell wird, dass die Zeit zwischen dem Zucker in der Hand und dem Aufprall so kurz ist, mag faszinieren.
Wenn man aber bedenkt, wie viel Leid mit dieser Faszination erzeugt wird, ist meine Begeisterung sehr schnell wieder weg.

Wird mit einer Waffe weltweit mehr Freud oder mehr Leid erzeugt? Ist es legitim zu sagen: "Ich verwende den Leidproduzenten ja richtig, ich werde damit niemals Leid erzeugen!"

Gruß - Andreas



Hallo Andreas, hallo Nick!

Ich will euch gerne sagen, wovor ich Angst habe, und was ich unter einer Krisensituation verstehe. Ich hatte vor knapp anderthalb Jahren einen Beitrag mit dem Titel »Ich habe Angst« geschrieben, auf den ich hier noch einmal verweise. Wenn es zu einem völligen Zusammenbruch unseres Geldsystems kommt, weil eine kritische Masse von Anlegern das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Staaten verliert, dann können sehr schnell Ausnahmezustände eintreten, über die wir hier nur spekulieren können. Was, wenn alle Angst bekommen und jeder sein wertloses Papier in Form von Schuldverschreibungen von Staaten oder Banken oder Versicherungen loswerden will? Was wenn dann die Masse in der allgemeinen Panik mit Hamsterkäufen beginnt? Was glaubt ihr, wie lange eine Mensch hungert und seine Familie hungern lässt, bevor er es mit den Eigentumsrechten nicht mehr so genau nimmt? Seien wir mal ehrlich: Niemand kann wirklich voraussehen, was passiert, wenn unser weltweites, finanzielles Schneeball- oder Pyramidensystem zusammenbricht. So eine Situation gab es noch nicht. Vor 39 Jahren als Nixon jegliche Golddeckung abschaffte, haben wir ein Experiment gestartet, dessen Wirkungen keiner überblicken kann.



Schon damals mussten übrigens die Spekulanten als Bösewichte herhalten.


Kein Staat der Welt hat heute noch gedecktes Geld. Alles basiert auf Glauben. Was, wenn der abbanden kommt? Es kann natürlich sein, dass dieses Mal alles anders ist und dieses eine Mal ein Papiergeldsystem ewig besteht. Wer sich jedoch mit der Geschichte des Geldes auf diesem Planeten beschäftigt hat, (das Silberkomplott von Reinhard Deutsch ist aus meiner Sicht der beste Einstieg), der hat da so seine Zweifel.

Ihr könnt mir glauben: Niemand freut sich mehr als ich, wenn ich mit meinen Horrorszenarien falsch liege. Wenn die weltwirtschaftlichen Prognosen, die ich für wahrscheinlich halte, eintreffen, dann werde ich als Golflehrer nicht mehr viel zu tun haben. Für diesen Fall will ich mich versichern. Neben dem Gold werde ich jetzt in Kürze auch mit einem erheblichen Teil meines Geldes gehebelt auf fallende Kurse setzen. Fallen die Kurse dann tatsächlich, kann ich eine Weile gut von den Gewinnen leben. Fallen sie nicht, verliere ich zwar Geld, aber werde weiter ein Einkommen aus Golfunterricht erzielen. Ohne Familie hätte ich vielleicht ein weniger ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis, aber ich glaube alle Familienväter können diese Sorge nachempfinden.

A_Karacsonyi_a:
Wird mit einer Waffe weltweit mehr Freud oder mehr Leid erzeugt? Ist es legitim zu sagen: "Ich verwende den Leidproduzenten ja richtig, ich werde damit niemals Leid erzeugen!"

Ich will dir eine Gegenfrage stellen: Du hast die Zahl aus dem Stossel-Beitrag ja wahrscheinlich gehört: 30.000 Toten pro Jahr durch Waffen in den USA stehen jährlich 1,5 Millionen Fälle gegenüber, in denen der Einsatz von Waffen kriminelle Delikte verhindert hat. Ich weiß: Wir können diese Zahl jetzt hier nicht prüfen. Aber nehmen wir nur mal theoretisch an, sie stimmte. Wie fiele dann dein Urteil aus? Wenn Waffen also Leid schaffen, aber auch Leid verhindern und zwar in größerem Maße, eben weil sie die Menschen gleich machen und nicht die pure Körperkraft entscheidet, dass ein Mann zum Beispiel eine Frau vergewaltigen und töten kann. Bei Brotmessern und Autos haben wir kollektiv die gleiche Wahl getroffen: Wir wissen, dass sie jährlich zig-tausendfach Leid schaffen und Leben auslöschen — und sagt man nicht immer »jedes Leben ist ein Leben zuviel«? —, aber trotzdem treffen wir die Entscheidung, dass sie uns unter dem Strich das Leben bereichern.

Und noch ein Gedanke zur Gewalt: Als Waffenbesitzer fühle ich mich unwohl, wenn ich immer den impliziten Vorwurf höre, ein merkwürdiges Verhältnis zur Gewalt zu haben. Auch wenn es auf den ersten Blick eigenartig erscheint und hier verhöhnende Kommentare provozieren kann: Im Moment sehe ich mich als Gewaltopfer. Ich bin ein Opfer staatlicher Gewalt. Ich zahle meine Steuern weder gerne noch freiwillig. Ich kaufe die Zwangs-Dienstleistungen des Staates weder gerne noch freiwillig. Ich würde Teile meines Vermögens viel lieber anderen Zwecken spenden als denen, die die Vertreter des Gewaltmonopols für mich wählen. Ich bin davon überzeugt, dass diese Art der Zwangs-Umverteilung eher Leid als Heil schafft. Trotzdem habe ich nur die Wahl zu zahlen oder mich einsperren oder erschießen zu lassen. Vergessen wir nicht: Hinter jedem Gesetz, hinter jeder Verwaltungsvorschrift steht auch in Deutschland ultimativ die Todesstrafe: Wenn ich mich den Forderungen der Vertreter des Gewaltmonopols verweigere, die folgenden Briefe und Vorladungen der Behörden ignoriere, kommen blau bekleidete Personen, um mich abzuholen. Und wenn ich mich auch dem widersetze, kommen sehr schnell deren Waffen aus dem Holster. Hier zeigt der Staat sein wahres Antlitz. Und da nützt mir auch mein demokratisches Mitbestimmungsrecht nichts. Die staatstreue Waffentruppe interessiert es nicht, dass ich der Besteuerung nie zugestimmt habe. Dass die meisten dieses Gesicht des Staates nicht kennen oder gut verdrängen können, liegt lediglich daran, dass sie sich noch nie gewehrt haben und sich widerstandslos erpressen lassen.

Ich habe diesem Satz nie zugestimmt:
»Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben. Die Deutschen […] haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk.«



Dass die meisten dieses Gesicht des Staates nicht kennen oder gut verdrängen können, liegt lediglich daran, dass sie sich noch nie gewehrt haben und sich widerstandslos erpressen lassen.

So wie du es auch tust? Dein Waffenbesitz und deine Fähigkeiten mit diesen hervorragend umzugehen ist somit deine Form von Widerstand?
Ich glaube kaum, dass du so Widerstand leistest, dass die Blauuniformierten dich in Haft nehmen und dir mit der Todesstrafe drohen.
Verzeih mir Oliver aber dieses gesellschaftspolitische "Jammern" auf allerhöchstem Niveau von jemand, der mir erzählt, dass er auf Währungsverluste und mit Gold spekuliert, finde ich langsam unerträglich. Du hast anscheinend wirklich Angst etwas zu verlieren. Nämlich deine Besitztümer. Das ist legitim aber traurig. Angst um dein und um die Leben deiner Familie, denke ich, brauchst du nicht in einem Land wie Deutschland nicht zu empfinden.
Wenn ich dein Horrorszenario also weiterdenke, dann siehst du also marodierende Banden durch die Republik ziehen, die dir dann deine Besitztümer nehmen wollen?
Was nehmen sie dir denn weg? Deine Kameras und laptops, um sie dann gegen Nahrung zu tauschen bei einem Hehler? Sie klauen deine Waffen, um andere Wohlhabende zu bedrohen und zu bestehlen? Sie kidnappen deine Frau und deinen Sohn, um an deine Goldreserven zu kommen? Verschanzt du dich dann mit Schnellfeuerwaffen in deinem Haus?
Hey Oliver, das klänge dann nach Paranoia!
Ich schliesse meine Wohnung nicht mal mehr ab, weil es nichts gibt was ich nicht entbehren könnte. Ich lebe seit 2 Jahren vom österreichischem Hartz 4 und habe jetzt begriffen, dass Geld und Besitz definitiv nicht das Ausschlag gebende Element meiner Existenz in dieser Gesellschaft sind. Eine Aufgabe haben, Freundschaften zu pflegen, körperlich gesund zu sein, Liebe zu empfinden und Mitgefühl zu leben ist definitiv wichtiger als alles Geld und Besitz.

Wieder mal nicht gewaltfrei kommunziert aber meine Bedürfnisse sind wohl dargelegt.

Nick



Hallo Nick!

N_Stolterfoht_a:
So wie du es auch tust? Dein Waffenbesitz und deine Fähigkeiten mit diesen hervorragend umzugehen ist somit deine Form von Widerstand? Ich glaube kaum, dass du so Widerstand leistest, dass die Blauuniformierten dich in Haft nehmen und dir mit der Todesstrafe drohen.

Nein, ich wehre mich, in dem ich mich schlau mache, mit anderen darüber spreche, ein Buch darüber schreibe, Videos drehe, eben gewaltfrei auf die Gewalt reagiere.

N_Stolterfoht_a:
Verzeih mir Oliver aber dieses gesellschaftspolitische "Jammern" auf allerhöchstem Niveau von jemand, der mir erzählt, dass er auf Währungsverluste und mit Gold spekuliert, finde ich langsam unerträglich.

Dass du meine Art, auf die systemimmanente Gewalt aufmerksam zu machen und andere zu informieren, als unerträglich empfindest, tut mir leid. Mein Angebot war ja, die Diskussion unserer schönen Übereinstimmung über den Umgang mit Kindern zu beenden.

N_Stolterfoht_a:
Du hast anscheinend wirklich Angst etwas zu verlieren. Nämlich deine Besitztümer. Das ist legitim aber traurig. […] Eine Aufgabe haben, Freundschaften zu pflegen, körperlich gesund zu sein, Liebe zu empfinden und Mitgefühl zu leben ist definitiv wichtiger als alles Geld und Besitz.

Wieder einmal höre ich bei dir Bedürfnisse, die ich zu 100% teile. Ich will auch Gesundheit, Bindung und Liebe. Ich bedauere, dass ich mich noch nicht richtig verständlich machen konnte, was mein Verhältnis zu Geld angeht. Es ist natürlich nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck. Wenn ich 12 Stunden am Tag in der Fabrik arbeiten müsste, dann bliebe nicht viel Zeit für Freundschaften, Mitgefühl und Liebe. Also lege ich mir was auf die Seite, damit ich auch bei unvorhersehbaren Ereignissen (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Verlusten etc.) noch etwas Puffer habe.

N_Stolterfoht_a:
Angst um dein und um die Leben deiner Familie, denke ich, brauchst du nicht in einem Land wie Deutschland nicht zu empfinden.

Das ist deine Einschätzung der Lage, und die respektiere ich. Es gibt aber auch Einschätzungen, die von deiner abweichen. Ich würde mich freuen, wenn ich da auch von dir etwas Toleranz bekäme.

N_Stolterfoht_a:
Ich lebe seit 2 Jahren vom österreichischem Hartz 4 und habe jetzt begriffen, dass Geld und Besitz definitiv nicht das Ausschlag gebende Element meiner Existenz in dieser Gesellschaft sind.

Wenn ich meinen heutigen Besitz eintauschen könnte gegen eine lebenslange Grundsicherung (Essen, Wohnung, Krankenversicherung etc.) auf niedrigem Niveau, und zwar so, dass niemand Schaden nähme, fände ich das so reizvoll, dass ich lange darüber nachdenken würde. Es wäre sehr befreiend für mich, bei allen Tätigkeiten nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, ob sie Geld einbringen. Ich würde wahrscheinlich einen schlechten Roman schreiben, üble Bilder malen, erbärmlich Schlagzeug spielen und dergleichen mehr.
Aber die Option gibt es leider nicht. Und wenn ich jetzt meinen Besitz aufbrauchte, und das wäre auch bei einem bescheideneren Leben eine Frage von wenigen Jahren, dann müsste ich anschließend Hartz IV beziehen und das hieße, ich würde von dem Geld leben, was andere denen stehlen, die weiterhin arbeiten. Das aber kann ich mit meiner Lebensphilosophie nicht mehr vereinbaren. Die einzige Alternative, die ich als Voluntarist hätte, wäre Betteln, und das möchte ich nicht. Ich arbeite aber an meiner Scham, und vielleicht überwinde ich die auch noch.

Liebe Grüße
Oliver



Nein, ich wehre mich, in dem ich mich schlau mache, mit anderen darüber spreche, ein Buch darüber schreibe, Videos drehe, eben gewaltfrei auf die Gewalt reagiere.

Ich muss da weiter nachhaken weil ich deinen Standpunkt noch immer nicht verstanden habe.
Auf welche Gewalt reagierst du?
Was wurde dir angetan bisher? Hast du bereits keine Steuern mehr bezahlt und bist in Haft genommen worden? Ist Josh weil er zu hause erzogen und geschult wird von der Polizei zwangseingeschult worden?
Dass du meine Art, auf die systemimmanente Gewalt aufmerksam zu machen und andere zu informieren, als unerträglich empfindest, tut mir leid

Glaub ich nicht. Klingt nach einer GfK Trainer Flosskel. :-)
Systemimmanente Gewalt. Ist das also die Gewalt gegen die sich das Volk bewaffnen soll?

Ich bedauere, dass ich mich noch nicht richtig verständlich machen konnte, was mein Verhältnis zu Geld angeht. Es ist natürlich nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck. Wenn ich 12 Stunden am Tag in der Fabrik arbeiten müsste, dann bliebe nicht viel Zeit für Freundschaften, Mitgefühl und Liebe.

Glaub ich auch nicht, dass du das bedauerst. (s.oben) :-)
Wann ist Geld Selbstzweck? Bei Soros? Bei Buffett?
Woher nimmst du die Gewissheit, dass ein Fabrikarbeiter nicht genug Zeit für Freundschaften, Liebe und Mitgefühl hat?

N_Stolterfoht_a:
Angst um dein und um die Leben deiner Familie, denke ich, brauchst du nicht in einem Land wie Deutschland nicht zu empfinden.

O_Heuler: Das ist deine Einschätzung der Lage, und die respektiere ich. Es gibt aber auch Einschätzungen, die von deiner abweichen. Ich würde mich freuen, wenn ich da auch von dir etwas Toleranz bekäme.

Und genau von diesen Einschätzungen, die anscheinend prognostizieren, dass man als Bewohner der BRD in Zukunft Angst um sein Leben und seine Familie haben muss hätte ich gerne Näheres gewusst. Bitte keine links zum "Nahrungshortenden Schwoba".

dann müsste ich anschließend Hartz IV beziehen und das hieße, ich würde von dem Geld leben, was andere denen stehlen, die weiterhin arbeiten

Darf ich das so verstehen, dass ich Menschen, die arbeiten, bestehle?
Ich habe 25 Jahre in diese Form der Versicherung einbezahlt und nehme diese jetzt in einer Krisensituation in Anspruch. Ist das Diebstahl?

Weiterhin baldige Genesung und möglchst wenig Schmerzen wünscht

Nick



Hallo Nick!

Entschuldige, ich habe deinen Beitrag übersehen und viel zu spät freigeschaltet.

N_Stolterfoht_a:
Ich muss da weiter nachhaken weil ich deinen Standpunkt noch immer nicht verstanden habe.
Auf welche Gewalt reagierst du? Was wurde dir angetan bisher? Hast du bereits keine Steuern mehr bezahlt und bist in Haft genommen worden?

Ich habe in meinem Leben zwischen einer und zwei Millionen Euro Steuern gezahlt. Das habe ich nicht freiwillig getan. Gerne hätte ich dieses Geld angelegt und/oder für Zwecke gespendet, die mir sinnvoll erschienen. Wenn man erst von Gewalt sprechen könnte, wenn ich mich gewehrt und dann eingesperrt oder bei der Flucht bzw. Verteidigung an- oder erschossen worden wäre, dann dürfte man ja auch in folgendem Fall nicht von Gewalt sprechen:
Ein Verbrecher droht einer Frau, sie zu erstechen, wenn sie nicht, ohne sich zu wehren, mit ihm schläft. Aus Angst vor Schlimmerem schläft sie mit ihm, ohne sich zu wehren, und zeigt ihn nachher an. Mit der Anklage konfrontiert fragt der Mann: »Hat sich die Frau gewehrt und habe ich sie mit dem Messer berührt? Nein. Also: Hier gab es keine Gewalt.«

N_Stolterfoht_a:
Ist Josh weil er zu hause erzogen und geschult wird von der Polizei zwangseingeschult worden?

Noch ist er nicht schulpflichtig. Hätte es eine Kindergartenpflicht gegeben, die sicher nicht mehr lange auf sich warten lässt, wäre das schon schwierig geworden. Auf den Kindergarten hat er nämlich bis er viereinhalb war, gar keine Lust gehabt. Und wenn du manche Kindergärten hier in der DDR kenntest, dann verstündest du ihn.
Das mit der Schulpflicht haben wir ihm extra noch nicht erzählt. Wir hoffen, dass er Spaß an der Schule hat, und wenn er von der Waffe im Raum nichts weiß, dann bewahrt ihn diese Unwissenheit vielleicht vor Demotivation und Leid. Das ist aber auch schon eine Verteidigungsstrategie. Wie viel schöner wäre es, wenn Schulen freiwillig wären und Josh die freie Wahl hätte? Wie anders auch der Unterricht aussähe, wenn die Lehrer nicht die Sicherheit hätten, dass die Schüler an die Stühle gekettet sind.

N_Stolterfoht_a:
Glaub ich nicht. Klingt nach einer GfK Trainer Flosskel. :-)

Was soll ich sagen? Ich habe ein Bedürfnis nach Harmonie — auch und gerade Harmonie mit dir fände ich schön. Seit Jahren tauschen wir mitunter emotional intime E-Mails und Forenbeiträge aus, in die wir beide viel Zeit gesteckt haben. Wenn du dann schreibst, dass du etwas von mir unerträglich findest, dann macht mich das traurig, dann leide ich. Wir investieren beide nicht so viel Zeit, damit wir uns nachher schlechter fühlen. Wir wollen uns doch besser fühlen. Klar, dass das nicht immer gelingt. Aber es ist doch das Ziel. Und wenn man das nicht erreicht, ist Trauer doch natürlich. Aber sag mir bitte, wie ich mich ausdrücken könnte, sodass es nicht floskelhaft für dich klingt.

N_Stolterfoht_a:
Systemimmanente Gewalt. Ist das also die Gewalt gegen die sich das Volk bewaffnen soll?

Wenn es zwei Parteien gibt, die widerstrebende Interessen haben und nur eine Seite Waffen besitzt, dann finde ich das grundsätzlich einen unbefriedigenderen Zustand als wenn beide Seiten bewaffnet sind. Viel schöner wäre es natürlich, wenn beide Seiten auf Zwang und Gewalt verzichteten. Daran gilt es zu arbeiten.

N_Stolterfoht_a:
Glaub ich auch nicht, dass du das bedauerst. (s.oben) :-)

Siehe auch oben.

N_Stolterfoht_a:
Wann ist Geld Selbstzweck? Bei Soros? Bei Buffett?

Über Soros will ich nichts sagen. Von Buffett habe ich sehr viel gelesen und habe auch viel von ihm gesehen. Bei ihm ist Geld sicher kein Selbstzweck. Der hat einfach Spaß, gute Geschäfte zu machen. Und was für ein Segen für die Welt, dass er darin so erfolgreich ist.

N_Stolterfoht_a:
Woher nimmst du die Gewissheit, dass ein Fabrikarbeiter nicht genug Zeit für Freundschaften, Liebe und Mitgefühl hat?

Natürlich kann es Leute geben, denen die Zeit reicht. Ich habe ja geschrieben, dass »wenn ich 12 Stunden am Tag in der Fabrik arbeiten müsste, dann bliebe [mir] nicht viel Zeit für Freundschaften, Mitgefühl und Liebe«.

N_Stolterfoht_a:
Und genau von diesen Einschätzungen, die anscheinend prognostizieren, dass man als Bewohner der BRD in Zukunft Angst um sein Leben und seine Familie haben muss hätte ich gerne Näheres gewusst. Bitte keine links zum "Nahrungshortenden Schwoba".

Da weiß ich jetzt nicht genau, was du meinst. Ich habe meine Gedanken doch schon so konkret gemacht wie ich konnte.

N_Stolterfoht_a:
Darf ich das so verstehen, dass ich Menschen, die arbeiten, bestehle?
Ich habe 25 Jahre in diese Form der Versicherung einbezahlt und nehme diese jetzt in einer Krisensituation in Anspruch. Ist das Diebstahl?

Ich habe nicht von dir gesprochen, sondern nur von mir. Ich habe für mich die Entscheidung gefällt, dass ich kein Geld vom Staat nehme. Ich will dir auch sagen, warum ich die Erklärung mit der Versicherung für mich nicht gelten lasse:
Stellen wir uns vor, es gäbe in der Stadt eine Gang, die unschuldige Bürger bestiehlt. Sie verbraten ihr Geld meist sofort, kaufen sich Dinge für den persönlichen Bedarf und ein bisschen was spenden sie sogar für Bedürftige. Sie nennen sich die Robin-Hoods (RH). Stellen wir uns weiter vor, ich sei über Jahre von den RHs bestohlen worden, hätte aber mit ehrlicher Arbeit immer genug verdienen können, sodass ich keinen Hunger habe leiden müssen, obwohl ich ständig bestohlen wurde. Eines Tages verliere ich meine Arbeit. Jetzt gehe ich zu den Robin Hoods, um mir mein Geld wieder zu holen — zumindest einen Teil davon, damit ich nicht betteln gehen muss. Ich besuche die RHs und stelle fest, dass die von der Hand in den Mund leben, alles verprasst haben und nichts von meinem Geld mehr da ist. Jetzt frage ich mich: Kann ich mit gutem Gewissen verlangen, dass sie weiter andere Leute bestehlen, damit sie mir das Geld zurückgeben, das sie mir schulden? Sie sagen, sie seien dazu bereit. Ich habe für mich diese Frage mit nein beantwortet. Ich kann aber gut verstehen, wenn andere Menschen die Frage für sich anders beantworten.

Ich kann auf der anderen Seite auch Menschen verstehen, die lügen, wenn die RHs bei einem ihrer räuberischen Besuche nach dem Leeren eines Safes nach weiteren Besitztümern fragen. Es ist für mich moralisch völlig unbedenklich, wenn der Beraubte dann verschweigt, dass er noch zwei weitere, prall gefüllte Safes besitzt.

Herzlichst
Oliver


Zuletzt bearbeitet: 13.07.10 16:14 von Administrator


Lieber Oliver,

als Libertärer vertrittst du die Haltung, dass du selbst über dein Tun und Handeln bestimmen willst. Ich finde es daher erstaunlich, dass deine sportlichen Leidenschaften Golf und Sportschiessen extrem reglementiert sind. Sie finden beide in einem streng limitierten Raum statt, unter sehr ausführlich geregelten Rahmenbedingungen.
Sowohl beim Golf, wo in D im Gegensatz zur angelsächsischen Welt, die Verbände sowohl in der Ausbildung der Golfer als auch der Golflehrer Habilitierungsprüfungen vorschreiben, als auch beim Schiessen, wo der Staat und die Verbände strenge Auflagen verlangen, um den jeweiligen Sport ausüben zu können. Warum sucht du dir gezielt ein Umfeld, in dem der Staat oder Verbände deine Freiwilligkeit einschränkt?
Wäre es z.B. nicht vorstellbar, dass man als Schütze seine Waffen im Wald benützen wollte, um z.B. auf Zweige oder Bäume zu schießen?

Mir fiel außerdem beim Betrachten der websiten der Sportschützen Landesverbände auf, dass die Mehrzahl der Vereine in ländlichen, dörflichen Gemeinden beheimatet ist und sich als Bewahrer lokaler Traditionen sieht (Heimat, Tracht, Bräuche, Sprache etc), was eher ein Merkmal tribalistischer Gemeinschaften ist.

Kann man dann den Umkehrschluss ziehen, dass in Großstädten der Wunsch nach Waffengebrauch weniger ausgeprägt ist?

Stehst du der Haltung des in diesem Artikel portraitierten Herrn eher positiv oder negativ gegenüber?
Die libertäre Philosophie würde dieses Verhalten doch stützen, denn wenn das Eigentum eines Individuums durch Raub oder Diebstahl gefährdet ist, darf man es durch Waffengewalt schützen. Oder habe ich das missverstanden?

Nachdem dieser Beitrag von Fragen geprägt ist, die abschliessende Frage:
Nach mehrmaligem Betrachten der Dokumentation ist es für mich als Zuschauer nicht klar was der Sinn des Beitrags war- Gibt es nun zu viel Waffen oder genug oder zu wenig Waffen in Deutschland? Der Titel heißt "Deutschland unter Waffen?" Was eher impliziert. dass es zu viele sein könnten. Im Eingangstext wird erwähnt, dass es in D ca. 30 Milionen Waffen gibt. Der folgende Bericht lässt mich aber weiterhin im Unklaren, ob das nun zu viele oder zu wenige sind.

Liebe Grüsse

Nick




Wir investieren beide nicht so viel Zeit, damit wir uns nachher schlechter fühlen.

Wenn du betonst, dass dir etwas Leid tut, dann kann und sollte ich das respektieren. Doch "es tut mir leid“ hat Entschuldigungscharakter. Du hast nach meinem Gefühl aber mir gegenüber keine Schuld auf dich geladen. Deshalb mein Einwand.

Viel schöner wäre es natürlich, wenn beide Seiten auf Zwang und Gewalt verzichteten. Daran gilt es zu arbeiten.

Warum dann die Forderung nach Bewaffnung des Volkes? Balance of power?

N_Stolterfoht_a:
Und genau von diesen Einschätzungen, die anscheinend prognostizieren, dass man als Bewohner der BRD in Zukunft Angst um sein Leben und seine Familie haben muss hätte ich gerne Näheres gewusst. Bitte keine links zum "Nahrungshortenden Schwoba".

O_Heuler-p:
Da weiß ich jetzt nicht genau, was du meinst. Ich habe meine Gedanken doch schon so konkret gemacht wie ich konnte.

Ganz konkret gefragt: Siehst du die Wahrscheinlichkeit, dass in näherer Zukunft unterprivilegierte, hoffnungslose Menschen über die Dörfer ziehen und sich das Recht nehmen, vermeintlich Wohlhabenden deren Besitztümer stehlen zu wollen?

Ich will dir auch sagen, warum ich die Erklärung mit der Versicherung für mich nicht gelten lasse:

Muss ich davon ausgehen, dass du keine Versicherung abgeschlossen hast?
Bis auf die Zwangsversicherungen! :-)

Es ist für mich moralisch völlig unbedenklich, wenn der Beraubte dann verschweigt, dass er noch zwei weitere, prall gefüllte Safes besitzt.

Da bin ich ganz bei dir. Doch was mir dabei missfällt, ist, dass der gemeine Bürger mit Mindesteinkommen leider keinen 2. und 3. Safe besitzt, die er verschweigen könnte. Die RHs nehmen ihm gnadenlos alles Verfügbare ab.

Nick




Ich kann auf der anderen Seite auch Menschen verstehen, die lügen, wenn die RHs bei einem ihrer räuberischen Besuche nach dem Leeren eines Safes nach weiteren Besitztümern fragen.

Wenn ich deiner bisher hier vertretenen Logik (Steuern sind Diebstahl, der Staat als räuberischer RH, Nicht-Zustimmung zum Grundgesetz, Privatbesitz von Waffen, um dem Gewaltmonopol des Staates Paroli zu bieten, das Recht des Libertären sein Leben und Eigentum auch mit Gewalt zu verteidigen) folge, dann müsstest du doch dem Staat die von dir als Diebstahl erkannten Steuerzahlungen verweigern und das mit Staatsgewalt (Polizei, Justiz) betriebene Inkasso verweigern und deinen Besitz in letzter Konsequenz mit Waffengewalt verteidigen. Oder du müsstest die BRD verlassen und in einem Land leben, wo die Möglichkeit besteht fern vom Grundgesetz zu leben (z.B. Südamerika).

Nick



Ich bin kein Befürworter von legalem Waffenbesitz, aber selbst in Michael Moores „Bowling for Columbine“ werden die völlig unterschiedlichen Mordraten in den USA und in Kanada nicht mit der Anzahl der Waffen begründet. Mich hat das damals sehr überrascht. Was ich allerdings bezweifle ist, ob alle Waffenbesitzer ihre Schusswaffen so vorbildlich wie Oliver vor dem Zugriff ihrer Kinder schützen. Als ich den Satz „more guns less crime“ gelesen habe, dachte ich übrigens sofort an die Legalisierung von Drogen. Würde diese per saldo wirklich zu weniger Drogenopfern und weniger Kriminalität führen? Meinungen bitte!
Mein persönliches Highlight der Fernsehsendung war übrigens der Golfanfänger, der in den vollen Balleimer hackt, mit ein paar Bällen seinen Nebenmann trifft und dieser wiederum völlig unbeeindruckt und ohne sich umzudrehen fleißig weiter übt.

Gruß

Eric

http://en.wikipedia.org/wiki/Bowling_for_Columbine


Zuletzt bearbeitet: 15.07.10 16:36 von Eric_Schumak_a


Hallo Eric,

wenn ich über die Legalisierung von Drogen am Beispiel von Cannabis nachdenke, stellen sich Fragen.

Warum könnte Cannabis verboten sein?
Die offizielle Meinung ist wohl, dass Menschen vor den negativen Auswirkungen des Cannabiskonsums geschützt werden sollen.
Über diese negativen Auswirkungen liest man unterschiedliche Dinge. Es gibt diverse Wissenschaftler, die sagen, dass Cannabis harmlos sei und es gibt andere, die das Gegenteil behaupten. Ich persönlich habe noch nie von jemandem gehört, der an Cannabis gestorben ist.
Was ich jedoch für problematisch halte, ist die fehlende Qualitätskontrolle, die durch die Illegalität nicht gegeben sein kann. Die Konsumenten wissen nicht genau, was sie konsumieren. Die Frage wie sich der Preis und die Qualität bei einer Legalisierung entwickeln würde, ist wohl klar.
Ich frage mich, warum noch keiner auf die Idee gekommen ist, unsere Kinder vor Pattex zu schützen. Wenn man Pattex regelmäßig schnüffelt, hat man wohl auch eine berauschende Wirkung, zerlegt sich jedoch sämtliche Synapsen innerhalb kürzester Zeit und stirbt sicherlich daran. Ich habe noch nie von irgendwelchen Dealern gehört, die in Discos heimlich Pattex an Kinder verkaufen und sie mit kostenlosen Pattexproben anfüttern um sie abhängig zu machen. Pattex gibt es in jeder Drogerie für 2€ und ist für jeden zugänglich.
Von Pattex scheint keine Gefahr auszugehen, obwohl es doch so gefährlich ist. Ich stelle in den Raum, das Cannabis unschädlicher ist, als Pattex. Meine Frage lautet also, warum Pattex nicht verboten ist.

Wie erfolgreich ist das Verbot von Cannabis?
In nahezu jeder Doku über Jugendliche sieht man häufig welche, die kiffen.
Ich glaube, dass die meisten Jugendlichen mindestens einen kennen, der kifft. Ich persönlich kenne auch einige. Keiner von denen ist geistig in irgend einer Form eingeschränkt, eher im Gegenteil. Wenn das so wäre, bedeutete das, dass das Verbot nicht wirkt. Es wird trotzdem gekifft.
Die mit Cannabis verbundene Kriminalität ist nur deshalb vorhanden, weil Cannabis nicht legal ist, wie Pattex.

Einige behaupten, dass Cannabis in Wirklichkeit deshalb vor ca. 85 Jahren in den USA verboten wurde, weil seine Eigenschaften und günstige Produktionsweise andere Industriezweige mit großer Lobby stark geschädigt hätten (Tabak und Papier).

Zusammenfassend finde ich, dass jeder selbst entscheiden kann, ob er lieber Tabak oder Cannabis oder gar nichts rauchen möchte. Mit einer Legalisierung wäre die Kriminalität sofort verschwunden, zigtausende von Menschen könnten sofort aus den Gefängnissen dieser zivilisierten Welt entlassen werden, da sie niemanden etwas getan haben.
Zigtausende von Gerichtsverhandlungen könnte man sich sparen und die ganzen Milliarden die der „War on drugs“ kostet, könnten für sinnvolle Dinge verwendet werden. Diejenigen, die Cannabis rauchen wollten, könnten das tun, genauso wie heute auch, jedoch mit der Gewissheit, dass auch Cannabis drin ist, wo Cannabis draufsteht. Der Preis wäre niedriger, die Qualität wäre höher und die CIA könnte den afghanischen Drogenbaronen nicht mehr helfen, soviel Geld zu scheffeln.
Wann fangen wir endlich an, uns vorschreiben zu lassen, was wir essen sollen? Übergewicht und falsche Ernährung stellen die Gesellschaft sicherlich vor größere Probleme, als das rauchen von Gras. Wir werden sicherlich nicht mehr lange auf ein Verbot von BigMäc und Kinderriegel warten müssen.

Gruß
Hauke




Hallo zusammen,

ich habe den Film letztens in der Erstausstrahlung in der ARD gesehen. Ich fand ihn informativ und unterhaltend und irgendwie auch besonders interessant, einfach durch die Tatsache, dass mit Oliver ein Kollege außerhalb des Golfsports mitwirkte.

Die Why-I-Should-Try-To-Hit-A-Single-Ball-If-I-Can-Increase-My-Chances-by-Hitting-The-Whole-Basket-Szene am Ende in Kombination mit den Reaktionen von Oliver und des SchnuKu-Nachbarn hatte schon was Episches. ;)

Aber zurück zur Diskussion, die ich erst gestern interessiert nachverfolgt habe, da ich nicht dachte, dass viel Argumentations- oder Klärungsbedarf bestand.

Nun stecke ich nicht so tief in dem Thema drin, wie Oliver oder Nick, habe aber natürlich einige persönliche Ansichten und Erfahrungen.

Waffen sind per Definition ja Geräte, die sich gegen andere Lebewesen richten, also nicht nur Menschen. Ich weiss nicht, ob es fraglich ist, dass die ersten Waffen sicherlich zum Nahrungserwerb und demnach gegen Tiere gerichtet waren. Andere technische Entwicklungen hatten ursprünglich auch andere Zwecke. Dynamit hat/hatte große Bedeutung im Bergbau. Schmeisst man eine Stange in eine Menschenmenge, wird sie zu einer Bombe. Gab es die Axt erst als Werkzeug oder als Hiebwaffe? Natürlich gibt es auch Waffen, die nur als solche entwickelt wurden. Um so schöner, wenn diese vielleicht zu Sportgeräten zweckentfremded werden. Andere Schussgeräte sind eben reine Sportgeräte, die Zerstörungspotenzial haben. Ein F1-Auto ist auch ein Sportgerät mit diesem Potenzial. Andere Beispiele z.B. aus der Leichtathletik wurden ja auch schon genannt. Warum sind Baseball-Schläger freiverkäuflich?

Ich find es nicht richtig, ein Gerät, dass ein Projektil von A nach B befördert, selbstverständlich als Schusswaffe zu bezeichnen. Erst der Gebrauch gegen Lebewesen berechtigt ja zu dieser Bezeichnung. Und heutzutage werden eben gerade im Sport-Bereich solche Geräte hergestellt, die wie Waffen aussehen und funktionieren, aber nicht als solche gebraucht werden.

Wenn Schießen im TV, sei es Bogenschießen, Tontaube oder auch Biathlon gezeigt wird, entsteht bei mir nicht die Assoziation von Tod und Zerstörung, sondern eben von Wettkampf.

In meinen Teen-Jahren, damals noch in der DDR, und unweit vom Fleesensee hab ich gerne auf dem Rummel auf Röhrchen mir irgendwelche Plüsch-Teddys geschossen. Ich war auch in einem Polizeisport-Verein (Dynamo) und habe Biathlon-like mit KK 50m-Scheiben anvisiert und auch ein paar Medaillen vom Bezirk Neubrandenburg zuhause (Bragaments. :-)) Die Schießeinheiten liefen alle sehr streng ab von der Sicherheit. Natürlich gabs das Gewehr nicht nach Hause, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass irgendwer in diesem "sensiblen" Alter irgendwie zum Ballern dahingekommen ist.

Ich möchte das Ganze auch nicht Romantisieren. Das sind nur meine persönlichen Erlebnisse, abseits von Amokläufen, Gewalt oder GfK.

Ein sehr gute Freund und Golfer kennt sich im Waffenmetier sehr gut aus. Er ist ein großer Freund der Waffengeschichte oder des Zweiten Weltkriegs, aus historischer Sicht natürlich, nicht durch braune Gesinnung. Er hat eine Armbrust zuhause und möglicherweise würde er sich auch die ein oder andere Waffen zulegen. Aber er ist in keinem Schützenverein und generell so ein herzenslieber Mensch. Warum sollte diesem nicht freigestellt sein, eine Waffe zu besitzen.

Ich persönlich würde mir keine kaufen. Viele andere möglicherweise auch nicht. Generell bin ich aber eher jemand, der nicht so gerne in seinen Persönlichkeitsrechten eingeschränkt wird, habe aber kein Problem damit, dass dies geschieht, wenn mir die Einschränkungen persönlich nicht wichtig sind. Und das sage ich als Ossi, der keine "Reisefreiheit" hatte. Auch dies war mir damals nicht wichtig, also hab ichs auch nicht als störend gefunden.

Oliver und seine Sportkollegen sehen dies zum obigen Thema eben als Betroffene deutlich anders und kämpfen darum. Und auch wenn man sachlich argumentiert, gehören auch immer Emotionen dazu, denn sie sind ja oft Motor für Diskussionen und Auseinandersetzungen. Somit muss ich die Schärfe oder Radikalität Olivers Argumentation nicht unbedingt unterstützen, aber ich kann sie verstehen und inhaltlich durchaus nachvollziehen. Nicks Gegenargumente im übrigen auch, aber eher in Hinblick der Radikalität. Inhaltlich schlüssiger sind für mich allerdings die Argumente für ein "gelockertes Waffengesetz". Und auch wenn mir mehr Hintergrundwissen fehlt, denke ich nicht, dass ich mich dadurch für eine Meinungsäußerung disqualifiziere.

Mirko



Hallo Nick!

Entschuldige die Verspätung. Ich habe im Zusammenhang mit der Sendung unzählige Stunden mit der Beantwortung von Mails verbracht. Da bleibt manches liegen.

N_Stolterfoht_a:
Nach mehrmaligem Betrachten der Dokumentation ist es für mich als Zuschauer nicht klar was der Sinn des Beitrags war- Gibt es nun zu viel Waffen oder genug oder zu wenig Waffen in Deutschland? Der Titel heißt "Deutschland unter Waffen?" Was eher impliziert. dass es zu viele sein könnten. Im Eingangstext wird erwähnt, dass es in D ca. 30 Milionen Waffen gibt. Der folgende Bericht lässt mich aber weiterhin im Unklaren, ob das nun zu viele oder zu wenige sind.

Das ist man als Rezipient des Staatsfernsehens gar nicht gewohnt, dass man keine Meinung oktroyiert bekommt, oder? Es kamen Befürworter und Gegner zu Wort. Du musst dir nach dem Film deine eigene Meinung bilden.

N_Stolterfoht_a:
Wenn du betonst, dass dir etwas Leid tut, dann kann und sollte ich das respektieren. Doch "es tut mir leid“ hat Entschuldigungscharakter. Du hast nach meinem Gefühl aber mir gegenüber keine Schuld auf dich geladen. Deshalb mein Einwand.

Nein, ich hatte keine Schuldgefühle. Du hast geschrieben, dass du etwas unerträglich fandest. Da vermutete ich ein gewisses Leid, und das habe ich bedauert. Ich fühle mich unwohl, wenn andere leiden. Das wollte ich ausdrücken.

N_Stolterfoht_a:
Ganz konkret gefragt: Siehst du die Wahrscheinlichkeit, dass in näherer Zukunft unterprivilegierte, hoffnungslose Menschen über die Dörfer ziehen und sich das Recht nehmen, vermeintlich Wohlhabenden deren Besitztümer stehlen zu wollen?

Ich kann das zumindest nicht sicher ausschließen. Wer hätte vor Katrina in New Orleans geahnt, wie schnell so etwas passieren kann?

N_Stolterfoht_a:
[…], dann müsstest du doch dem Staat die von dir als Diebstahl erkannten Steuerzahlungen verweigern und das mit Staatsgewalt (Polizei, Justiz) betriebene Inkasso verweigern und deinen Besitz in letzter Konsequenz mit Waffengewalt verteidigen.

Du weißt so gut wie ich, dass ich genauso wie die Browns natürlich keine Chance hätte.
http://en.wikipedia.org/wiki/Edward_and_Elaine_Brown
Was genau willst du mir also sagen? Dass ich inkonsequent bin? [Das liest dich jetzt viel aggressiver, als ich diese Fragen meine. Stell dir im Gespräch vor, dass ich dir mit offenem Herzen, wohlmeinend und ehrlich lächelnd gegenübersitze.]

N_Stolterfoht_a:
Oder du müsstest die BRD verlassen und in einem Land leben, wo die Möglichkeit besteht fern vom Grundgesetz zu leben (z.B. Südamerika).

Die Frage hatte ich in meiner Fragen-und-Antworten-Sammlung so beantwortet:

Akzeptieren Voluntaristen nicht unser demokratisches System, indem sie weiter in Deutschland leben? Niemand hindert sie, das Land zu verlassen.
Wenn das Argument moralisch stimmig wäre, dürfte ich dann nicht auch von all meinen Nachbarn Schutzgeld erpressen und argumentieren, dass sie der Schutzgelderpressung zustimmen, weil sie schließlich nicht wegziehen?
Außerdem gilt: Selbst wenn ich mein eigenes Grundstück nie verlassen und völlig autarker Selbstversorger würde, bliebe ich ein Opfer von Nötigung und räuberischer Erpressung des Staates.

Die anderen Fragen beantworte ich dir gerne in einem persönlichen Gespräch. Mein Bedürfnis nach Harmonie ist in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Und die Möglichkeiten zur gewaltfreien Kommunikation sind im schriftlichen Austausch deutlich eingeschränkt.

Liebe Grüße
Oliver



Hallo,

hier ein interessanter Link, der gut zu der Drogenthematik
passt.

In Portugal hat man 2001 alle Drogen legalisiert. Wusste ich gar nicht.

Das Ergebnis erfährt man hier:

http://www.time.com/time/health/article/0,8599,1893946,00.html#ixzz0vOLKV3OP

Gruß
Hauke

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