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Thema: Neue Sportart: IPSC


Hallo Oliver,
zu Deinen Fragen:

Was meinst du mit »Stand verändern«?

Im Video machst Du, damit Du die Scheiben aufstellen kannst, einen oder zwei Schritte nach hinten, somit verlässt Du deinen Stand aus der vorherigen Serie. Wenn Du dich nun wieder einrichtest, stehst Du anders wie in der vorherigen Serie; es sei denn Du hast deine Füsse an Boden markiert. Dieser unterschiedliche Stand bewirkt nun eine minimale andere Drehung auf die jeweilige Scheibe, was nun Korrektionen beim Zielen und Schussabgabe nach sich zieht.

Ich mache meist Trockenanschläge.

Ja, Du gehst nach dem Laden auf die erste Scheibe, aber Du lässt alle anderen ausser acht. Die Bewegung nach rechts probierst du nicht aus. Ist dies nicht erlaubt?

Dass mit der Fertigposition mag sein. Da bin ich noch hin und her gerissen. Im BDS geht fast keiner 45 Grad herunter. Hier gilt: Was der RO (Range Officer) nicht moniert, gilt als ok.

Dann würde ich die höhere Fertigposition wählen und die Zeitersparnis mitnehmen.

Das unrhythmische Schießen rührt daher, dass ich nicht abziehe, wenn ich das Ziel nicht im Visier habe, und das dauert natürlich unterschiedlich lange.

"Zielen ist gar nicht so wichtig", wo Du das Ziel triffst ist egal; die Bewegung muss sitzen, die bringt die Zeit. Die Waffe nach oben beschleunigen, abbremsen, stoppen und nach rechts weiter bewegen; dabei ist das Aufnehmen des ersten Zieles und dann der Übergang in die Horizontale der Knackpunkt. Ein Schuhmann zielt bei den vier Sekunden OSP nicht jede einzelne Scheibe, sondern schiesst seinen Ablauf durch. Ich hoffe Du lässt den Vergleich zu.

Gruss matthias

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Wow, danke für die Antworten. Die helfen mir alle sehr. Leider muss ich jetzt eine Woche pausieren, weil ich gerade eine Leisten- und Nabelbruch-Op gehabt habe. Sonst hätte ich mich gleich morgen auf die Anlage gestellt.



Sonntag sind die deutschen Meisterschaften zu Ende gegangen, und gerade wurden die Ergebnisse online gestellt. Letztes Jahr hatte ich ja einen Vize-DM-Titel in der Mannschaft gewonnen, und dieses Jahr bin ich erheblich besser vorbereitet und mit mehr Erfahrung ins Rennen gegangen. Für die gleiche Mannschaft konnte ich mich nicht qualifizieren, weil ich bei den Landesmeisterschaften zu schlecht war. Die Jungs aus meinem Verein sind dieses Mal auf dem dritten Platz gelandet.

Um es kurz zu machen: Ich bin deutscher Vize-Meister in drei Disziplinen geworden. Zweimal Fallscheibe Revolver (jeweils mit und ohne Leuchtpunkt) und einmal im Präzisionsschießen. Hier hatte ich das Feld nach dem ersten Wochenende noch angeführt und mir Hoffnungen auf den Titel gemacht, weil ich zwei Ringe besser war als der deutsche Meister letztes Jahr. Aber ich bin noch überholt worden.

Hier die drei Silbermedaillen:







Hoffnungen hatte ich mir auch noch beim Kombinationsschießen (Präzision und Geschwindigkeit) gemacht, weil ich da sogar besser war als mein Trainingsschnitt.



Sehr zufrieden war ich auch mit meinem Speed-Ergebnis. Das ist aus meiner Sicht die schwierigste Disziplin, weil man sehr schnell sehr genau schießen muss (ähnlich der olympischen Schnellfeuerpistole). Auch hier war ich besser als im Training:



Die coolste Disziplin ist die Fallscheibe Pistole. Da liege ich im Training bei 31 Sekunden, bin mit 35 Landesmeister geworden, habe jetzt 33 geschossen und bin 5. geworden:



Bei der Mehrdistanz, was im Training meine beste Disziplin ist (Bestleistung 397 von 400 Ringen), durfte ich nur außer Konkurrenz teilnehmen, weil es bei der Landesmeisterschaft Probleme gab (falsche Scorekarte unterschrieben). Mit meinem Ergebnis wäre ich dritter geworden.

Meine Frau hat übrigens drei undankbare vierte Plätze belegt (einmal fehlte nur ein Ring, einmal war sie sogar ringgleich mit dem dritten Platz und hat nur im Stechen verloren).

Ich freue mich schon aufs nächste Jahr, und ziemlich sicher werde ich das Training noch intensivieren. Vor allem habe ich jetzt seit kurzem endlich eine präzise Großkaliberwaffe. Mit dem Revolver bin ich bei großer Konkurrenz (357 Magnum, offene Visierung) auf Anhieb sechster geworden. Mit einem Leuchtpunkt drauf wird das im nächsten Jahr hoffentlich meine stärkste Disziplin.


Zuletzt bearbeitet: 01.09.11 14:44 von Administrator


Hier ein Film über die Belastungen beim Schießen:
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=3dd84692-35bb-4b5d-878f-8729ad2fbd5f
Ich hatte bei der DM auch die ganze Zeit einen Pulsmesser um und lag ähnlich: In der Spitze hatte ich im Stehen einen Puls von 145. Mein Ruhepuls ist auch 60 (im Liegen, im Stehen ist er 80).



Würdest du also sagen, dass Schießen eine Sportart im klassischen Sinn ist?

Trotz Herzraten im aerob-anaeroben Bereich, kann man den Muskel nicht genug reizen um ihn zu einer Anpassungsreaktion zu zwingen. Möchte man mit einer Sportart nicht möglichst den kompletten Körper trainieren?
Ich möchte das Schießen nicht verurteilen, finde es sehr interessant und bewundere es auch.

Als Poker als Sportart anerkannt wurde musste ich ja dann schon sehr lachen. Seitdem kann jeder von sich behaupten er ist sportlich aktiv, weil er 30 Stunden in der Woche vor dem PC beim Pokern verbringt.
Dann müsste ebenso der Job eines Managers, also ein sehr stressiger Beruf als Sportart angesehen werden.




Hans_Loge_a:
Würdest du also sagen, dass Schießen eine Sportart im klassischen Sinn ist?

Ob Schießen als Sportart durchgeht oder nicht, ist mir nicht wichtig. Mir ist jetzt auf jeden Fall eines klar: Um mich weiter zu verbessern, muss ich fitter werden. Versuch mal eine 1L-Wasserflasche an ausgestreckten Armen 15 Sekunden so ruhig zu halten, dass du mit einem geschlossenen Auge auf 25 Meter mit der Öffnung in einem 2-Euro-Stück bleibst. Und das Ganze 20-40 Mal hintereinander. Auf meinem Programm im Winter steht jetzt ordentlich Muskelaufbau und Ausdauertraining. Die Konzentration ist ja auch extrem an die Ausdauer geknüpft. Ich merke das immer, wenn ich auf dem Laufband zu lesen versuche. Eine Viertelstunde lang geht das, und dann kann ich mich einfach nicht mehr konzentrieren.

Gruß Oliver





Hallo,

hatte leider keine 1L-Flasche sondern nur 1,89l damit hat es sich allerdings recht gut angefühlt, natürlich kann ich die Abweichungen auf 25m nich einschätzen.
Worauf willst du dich denn konzentrieren bei deinem Muskelaufbau?

Eine Frage die ich mir stelle ist, ob es nicht erwünscht ist den Puls künstlich nach oben zu treiben ähnlich wie es Biathleten tun die nicht in das Loch unter 140-150 fallen wollen, wo sie den Puls deutlich stärker fühlen?!

Grüße Hans





> NTV: Waffen hinter Gitter?

Hut ab vor Fritz Gepperth, Präsident des Bundes deutscher Sportschützen (BDS). Um neutrale Berichterstattung ging es Leo Busch sicher nicht. Doch ich vermute, sie ist mit dem Ausgang der Sendung nicht glücklich gewesen. Ihr größter Fehler lag wohl darin, den aus ihrer Sicht falschen Gast einzuladen.



Unglaublich: > Amoklauf bei RTL







Bei den deutschen Meisterschaften im letzten Jahr wurde ich bei der Disziplin »Mehrdistanz« wegen Regelverstößen mit allen drei Waffen disqualifiziert. Deshalb musste ich gestern wieder zur Landesmeisterschaft, um mich für die DM ’11 zu qualifizieren. Es war auch der erste Test nach meinem intensiven Krafttrainingsprogramm im Winter. Ich bin zwar so kräftig wie noch nie in meinem Leben, aber das hat sich nicht gleich positiv auf die Trainingsergebnisse ausgewirkt. Im Gegenteil: Ich bin im Schnitt 10 Ringe schlechter geworden. Die Feinkoordination muss sich offensichtlich erst auf die neuen Muskelverhältnisse einstellen. Aber ich hoffe das kommt jetzt mit mehr Techniktraining im Frühjahr. Die DM ist ja erst spät im Sommer. Bei den LM lief es besser als erwartet. Ich wurde dreimal Landesmeister und bin auch mit den Ergebnissen zufrieden. 381 Ringe mit der KK-Pistole waren bis 2009 noch deutscher Rekord. Beim Training am Tag zuvor ist mir sogar eine 392 (von 400 mögl. Ringen) gelungen.
Das Nachladen mit dem noch relativ neuen Revolver klappt noch nicht so richtig, deshalb habe ich immer Zeitabzüge bekommen (man muss in 80 Sekunden aus vier Distanzen Schüsse abgeben und auf dem Weg dazwischen nachladen), aber das trainiere ich jetzt auch, wenn es wärmer wird. Wir hatten in der Halle gestern 0 Grad und mit vielem Warten verbringt man da 5 Stunden. Fitness ist also auf jeden Fall hilfreich.
Erfreulich war auch, dass meine Nervosität deutlich geringer war als in den Jahren zuvor. Es war jetzt mein drittes Jahr mit Landesmeisterschaften, und jedes Jahr werde ich gelassener.

Die nächste Landesmeisterschaft ist im März. Da geht es ums Präzisionsschießen, und das findet Gott sei Dank in einer geheizten Halle in Rostock statt.









Gestern fanden die Landesmeisterschaften in der Präzision statt. Mit meiner Lieblingswaffe (KK mit Optik) musste ich nicht antreten, denn wenn man bei der DM gut abschneidet (2 Platz Präzision, 4. Platz Kombination), dann ist man automatisch fürs nächste Jahr qualifiziert. Ich musste also mit meinem neuen Großkaliber-Revolver ran, der noch nicht den endgültigen Lauf hat und deshalb noch nicht die ultimative Präzision. Umso erfreulicher war das Ergebnis: 362 Ringe, die bei den letzten DM den 2. Platz gebracht hätten.



In der Präzision muss das Ergebnis noch 5 Ringe besser werden für den deutschen Titel:



Und einen weiteren ersten Platz und damit den LM-Titel habe ich sogar mit einer offenen Visierung geholt:



Die nächsten Landesmeisterschaften sind im Mai. Dann geht es ums Fallscheiben- und Speedschießen.



Gestern waren die Landesmeisterschaften im Speed- und Fallscheibenschießen. In meinen starken Disziplinen (Kleinkaliber mit Leuchtpunkt) war ich für die deutsche Meisterschaft vorqualifiziert und konnte nicht antreten, wenn ich die Vorqualifikation nicht durch ein schlechtes Ergebnis gefährden wollte. Mit meinem noch relativ neuen Großkaliber-Revolver (357/38er) musste ich jedoch ran. Erfreulicherweise habe ich mit offener Visierung den zweiten Platz belegt und die Qualifikationszahl erreicht:



Mit Leuchtpunkt reichte das Ergebnis von 190 Ringen auch, und ich bin Landesmeister geworden:



Ich habe sehr defensiv geschossen, und da ist auf jeden Fall noch mehr drin. 200 Ringe müssen es für eine Medaille auch mindestens sein.

Beim Fallscheibenschießen fehlte mir die Qualifikation für Kleinkaliber mit offener Visierung. Unter 50 Sekunden muss man bleiben. Da habe ich es im letzten Durchgang noch mal spannend gemacht, aber es hat gereicht.



Zusammenfassend ist mir ganz klar geworden, dass das extreme Krafttraining, was ich jetzt mache, kurzfristig nicht förderlich ist fürs Schießen. Aber ich denke ja langfristig. 2012 ist auch noch eine deutsche Meisterschaft. Und selbst bis zur diesjährigen sind noch ein paar Monate Zeit.


Zuletzt bearbeitet: 11.07.11 21:56 von Administrator


Über das Scatt-System (Äquivalent zum Puttlab) wollte ich schon immer mal ein Video drehen. Jetzt habe ich es zum Einarbeiten in Final Cut X und Compressor genutzt. Bei dem Thema bot sich das Breitformat (Cinemascope) an.



Es liegt in HD vor (Klick aufs Youtube-Logo und dann rechts unten auf die vier Pfeile).


Zuletzt bearbeitet: 11.07.11 22:01 von Administrator


Drei Silbermedaillen und zwei mal Bronze — das ist meine Ausbeute bei den deutschen Meisterschaften 2011.

Beim KK-Mehrdistanzschießen gingen alle Medaillen in meinen Verein nach Güstrow. Ein Schießstand muss extra fürs Mehrdistanzschießen zugelassen werden, und auf vielen anderen Ständen kann man nur aus 25 Metern schießen. Wir haben 6 Stände und können praktisch jederzeit Mehrdistanz trainieren. Ein großer Vorteil. Landesmeister bin ich mit 381 Ringen geworden, jetzt waren es 2 mehr. Ich hatte sogar die meisten 10er (33/40) und 17 Innenzehnen. Verloren habe ich bei einer Serie aus 10 Metern, bei der ich einen Schuss 6/100 Sekunden zu spät abgegeben habe, und dafür wurden mir 10 Ringe abgezogen. So sind halt die Regeln, für alle gleich.



Auf mein Speed-Ergebnis bin ich besonders stolz. Meine erste DM-Medaille beim Großkaliberschießen. Landesmeister bin ich noch mit 190 Ringen geworden. Und jetzt waren es schon 206. Ich habe genauso viele 10en wie mein Lehrer Frank Thiel geschossen (26/30), aber er war mal wieder deutlich schneller (69 Sekunden statt meine 82). An dem Tag war es 34 Grad heiß, und das hat viele Nicht-Sportler einige Ringe gekostet.



Beim Fallscheiben-Schießen mit dem KK-Revolver wurde ich letztes Jahr bei den DM mit 75 Sekunden Zweiter. Dieses Jahr war ich 10 Sekunden besser (hätte letztes Jahr für den Titel gereicht) und wurde dritter. Die 41 Sekunden von Thomas Risse aus Berlin sind für mich außer Reichweite. Ich hatte zwar zwei Fehlzündungen, die mir zwei stehengelassene Platten und 20 Strafsekunden eingebrockt haben, aber auch ohne die hätte ich bestenfalls bei 45 Sekunden gelegen und wäre nicht an ihn rangekommen.



Und dann gab es noch zwei Silbermedaillen in der Mannschaft. Fallscheibe KK-Pistole offene Visierung:



Und Präzision KK-Pistole mit Optik:



Meine Quintessenz: Im Winter darf ich erstens beim Krafttraining nicht mit dem Techniktraining aufhören. Zweitens muss ich mich dazu motivieren, mehr Haltearbeitstraining mit der Waffe zu absolvieren. Drittens hoffe ich jetzt für die Disziplin Großkaliber Pistole/Revolver eine bessere Waffe gefunden zu haben. Statt meines Revolvers gibt es jetzt vielleicht eine Sig-Sauer, die einen ähnlichen Abzug hat wie meine KK-Pistolen und trotzdem präzise ist. Meine Großkaliber-Pardini musste ich leider wegen ihres Mangels an Präzision verkaufen. Und viertens kaufe ich mir noch eine Scatt-Erweiterung für die Disziplin Schnellfeuer. Also: Die Vorbereitung für die DM 2012 läuft.

Meine Medaillen widme ich Dr. Ulrich Selz, der das Wunder vollbracht hat, mir einen üblen Hexenschuss ein paar Tage vor der DM in einer Behandlung nach Liebscher-Bracht zu beseitigen. Ohne ihn wäre ich nämlich nur als Zuschauer meiner Frau nach Philippsburg gefahren, die übrigens eine Silber- und eine Bronzemedaille mitgebracht hat.


Zuletzt bearbeitet: 06.09.11 20:08 von Administrator
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>Perfekte Rundenanalysen von Jörg Sobetzki