Seiten: 1 2 3 4 Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Neue Sportart: IPSC


Hier ein paar Impressionen meines heutigen Fallscheiben-Trainings: Ich hatte aus 25 Metern einige Serien unter 9 Sekunden, aber keine unter 8. Ich habe dann auch mal aus 10 Metern aus dem Holster geschossen, so wie es in einem IPSC-Pacours vorkommen könnte. Das geht natürlich um einiges schneller (knapp unter 6 Sekunden). Auf jeden Fall hatte ich viel Spaß und bis zur deutschen Meisterschaft habe ich noch etwas Zeit, meine Leistungen zu verbessern.

> Fallscheibe.mov (22 MB)


Zuletzt bearbeitet: 07.06.09 23:27 von Administrator
Werbung


Gestern war die Landesmeisterschaft im Präzisionsschießen. Man schießt zunächst 20 Mal und hat dafür 10 Minuten Zeit. Dann kommen 5 Schüsse, für die man zusammen nur 20 Sekunden hat und danach 5 Schüsse, für die man zusammen lediglich noch 10 Sekunden hat. Zum Schluss schießt man 10 Schüsse, bei denen man pro Schuss inklusive Hochnehmen der Waffe nur jeweils drei Sekunden hat.

Mit meiner 9mm-Pistole wollte ich mich für die deutschen Meisterschaften qualifizieren. Je nach den Ergebnissen in den anderen Landesverbänden, braucht man mindestens 330 Ringe, wahrscheinlich aber 340. Ich hatte bei mir 340 gezählt und bin mit dem Gefühl nach Hause gefahren, ziemlich sicher eine Fahrkarte zur deutschen Meisterschaft geschossen zu haben. Heute kamen die Ergebnisse, und ich hatte mich leider verzählt. Es waren nur 329 Ringe. Ein kleiner Trost ist die Tatsache, dass ich beim Schießen mit meiner Kleinkaliber-Sportpistole gewonnen habe und jetzt in dieser Disziplin BDS*-Landesmeister bin.



Heute habe ich das erste Mal neun Stunden trainiert. Zum Schluss kamen sogar die besten Ergebnisse. Im Mehrdistanzschießen sind mir erstmalig 372 Ringe gelungen. Mein Spaß gleicht dem, den ich in den ersten Jahren beim Golf hatte. Und ganz unabhängig von den Ergebnissen genieße ich das Ausführen jedes einzelnen Schusses.

In diesem Monat fahre ich noch zum Munitionsfitten in eine Munitionsfabrik nach Magdeburg und zum Anfertigen eines maßgeschneiderten Griffes nach Stuttgart. Phase 2c (krankhafter Ehrgeiz) — ihr merkt es schon.

Gruß Oliver

* Bund Deutscher Sportschützen




Am Wochenende waren die deutschen Meisterschaften, und natürlich will ich den Bericht nicht schuldig bleiben. Es war ein Erlebnis und sicher nicht meine letzte DM. Die Anlage in Philippsburg (gleich neben St. Leon-Roth) ist riesig, und ich habe noch nie so viele Schützen auf einem Haufen gesehen.

Um 9 Uhr am Donnerstag war ich einer der ersten Schützen, die Schüsse bei der DM 2009 abgeben durften. Qualifiziert hatte ich mich beim Präzisionsschießen mit meiner 9mm mit 329 Ringen bei der Landesmeisterschaft. Auf der DM habe ich jetzt 333 geschossen, bin also zufrieden.

Im letzen Jahr wäre ich mit dem Ergebnis 12. geworden. Die Platzierungen in diesem Jahr erfahre ich erst nach dem nächsten Wochenende, weil da noch all die Schützen schießen, für die am ersten Wochenende kein Platz mehr war.

Es ging weiter mit dem Speed-Schießen. Hier schießt man so schnell man kann auf fünf kleine Scheiben. Es werden die Treffer gewertet (maximal 30 10en, also 300 Ringe) und die Zeit abgezogen. Wenn man also nur 10en schießt und für die 30 Schüsse 100 Sekunden braucht, hat man eine 200. Mein bestes Ergebnis im Training war hier eine 170. Es lief wie geschmiert und ich habe meinen persönlichen Rekord auf 179 verbessert. Im lezten Jahr wäre ich damit 10. geworden.

Danach habe ich Mehrdistanz geschossen. Da läuft man unter anderem innerhalb von 50 Sekunden durch einen so genannten Pacours und gibt aus 20-5 Meter Schüsse ab. Für jede Sekunde Übertretung bekommt man einen Ring abgezogen. Maximal möglich sind 400 Ringe. Ich habe eine 365 geschossen, mit der ich zufrieden war und letztes Jahr 11. geworden wäre.

Zum Schluss kam die Disziplin Fallscheibe. Man muss aus 25 Metern insegsammt 30 (6 Serien à 5) kleine Metallplatten umnieten (so groß wie das Schwarze einer Scheibe) und es zählt nur die Zeit, die man dafür braucht. Meine Leistung bei der Landesmeisterschaft lag bei 103 Sekunden (wie hier berichtet) und meine beste Leistung im Training bis jetzt bei 59 Sekunden. Ich habe auch hier bei der DM meine persönliche Bestleistung auf 55 Sekunden verbessert und damit wäre ich im letzten Jahr 7. geworden.

Im Oktober darf ich jetzt per Gesetz zwei weitere Waffen kaufen, und wahrscheinlich lege ich mir einen Kleinkaliber-Revolver mit Leuchtpunkt zu. Der wird beim Fallscheiben-Schießen in einer eigenen Disziplin gewertet, weil man da nur 6 Patronen laden kann. Das macht die Sache viel schwieriger, weil man sich nur einen Fehlschuss erlauben kann. Bleiben Platten stehen, gibt es für jede 10 Strafsekunden. Das Schießen mit dem Revolver ist außerdem schwieriger, weil der Abzug etwa dreimal schwerer ist, denn mit ihm muss man ja auch die Trommel drehen. Oder man muss den Hahn nach jedem Schuss manuell spannen, und das kostet auch Zeit.

Dazu werde ich mir wohl eine Kleinkaliber-Pistole mit Leuchtpunkt kaufen (Walther GSP), um weitere Disziplinen abzudecken. Für das Zielen mit Kimme und Korn sind meine Augen nicht mehr ganz konkurrenzfähig. Beim Schießen mit einer Vereins-Leihwaffe und mit meiner eigenen KK-Pistole mit Kimme und Korn habe ich nach ein paar Sekunden immer nur noch verschwommen gesehen, und deshalb keine guten Leistungen erzielt.



Zuletzt bearbeitet: 06.09.09 20:34 von Administrator


Oliver kannst Du bitte Dein Trainingsprogramm veröffentlichen.
Siehst Du Parallelen zum Golftraining ?
Konzentration(Meditation+Vorstellungsübungen?), Kondition(Laufen+ Seilspringen?),Standfestigkeit, Anspannung,Entspannung, Atemtechniken, Umgang mit Schwächen während des Wettkampfes,Dominantes Auge,Routine,
Essen und trinken während des Wettkampfes, Rhythmus, Reden oder Schweigen während des Wettkampfes, Pausen zwischen den Trainingseinheiten(wie oft sollte man trainieren?)



Zuletzt bearbeitet: 03.09.09 17:59 von Bernd_Bartels_a


Hallo Bernd!

Hier meine Gedanken zu deinen Fragen:

Da auch meine Trainingszeit leider begrenzt ist, muss ich Prioritäten setzen. Ich führe diese Diskussion auch oft mit Golflehrer-Kollegen. Es wird zum Beispiel immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig Koordinations- und Fitnesstraining ist. Und das ist sicher richtig. Aber: Bei knapper Zeit sollte ich immer das trainieren, was in diesem Augenblick mehr bringt als alles andere. Beispiel: Bei einem Jugendlichen im Golfinternat, der sechs Stunden am Tag hat, wäre es Unsinn, sechs Stunden pro Tag Bälle zu schlagen. Er sollte neben seinem stereotypen Training auch viel Anwendungstraining einbauen, und er hat auch Zeit für Koordination und Fitness. Das Koordinationstraining sollte zum größten Teil golfspezifisch sein. Also: Schlagen auf einem Bein, Schlagen von wackeligem Untergrund, von extrem langen Tees, von bewegten Bällen etc.
Wenn jemand jedoch nur eine Stunde am Tag hat, kann er sich das meist nicht leisten. Er profitiert mehr, wenn er zum größten Teil Technik trainiert.

So habe ich es für mein Schießtraining entschieden. Ich musste in meinem ersten Jahr erst mal das Zielen und das Abziehen lernen. Ich habe also kaum variabel trainiert, sondern fast nur stereotyp. Auch mentales Training war fast nicht existent. Ich habe leider nicht viel motorisches Talent. All die Golflehrer, die ich mal zum Schnuppern mitgenommen habe, haben beim ersten Mal Leistungen gebracht, die ich erst nach Monaten erzielt habe. Bei meiner Frau war es genauso. Aber ich habe das Talent, mich sehr lange konzentrieren zu können. So habe ich Tage mit bis zu neun Stunden Training gehabt, und gegen Ende des Tages oft die besten Leistungen erzielt.
Ich trainiere auch sehr intensiv. Viele andere Schützen machen ständig Schwätz-Pausen. Ich habe wahrscheinlich einen überdurchschnittlichen Munitionsverbrauch, denn wenn ich auf dem Schießplatz bin, dann schieße ich auch fast die ganze Zeit.

Jetzt, da ich die Grundlagen einigermaßen beherrsche, kann ich mir etwas mehr Zeit lassen und häufiger pausieren. Der Spaß wird wahrscheinlich auch etwas nachlassen. In diesem Jahr hatte ich so viel Spaß am Training, dass ich mich alle 14 Tage regelrecht zwingen musste, einen Pausentag einzulegen. Jetzt werde ich wahrscheinlich häufiger pausieren. Der nächste Wettkampf ist erst im Februar. Aber auch in diesem Jahr habe ich es immer vermieden, in ermüdetem Zustand zu trainieren. Wenn die Konzentration nachlässt, mache ich natürlich auch mal ein Schwätzchen, esse oder trinke was, sammle Hülsen auf, reinige die Waffen, lese E-Mails oder schaue bei anderen zu.

Die Atemtechnik ist beim Schießen sehr wichtig und die mache ich konzentriert genau gemäß der Fachliteratur.

Psychologisch war es bis jetzt noch nicht so schwer, weil sich die Erwartungen in Grenzen hielten. Es waren ja meine erste Landesmeisterschaft und meine erste deutsche Meisterschaft. Jetzt wird es schon schwieriger, jeden Schuss im Wettkampf erwartungslos auszuführen. Aber das Prinzip ist genau wie beim Golf, und das, was ich in »Jenseits der Scores« geschrieben habe, lässt sich 1:1 anwenden.

Für die nächsten Wettkämpfe, die ich zusammen mit meiner Frau bestreiten werde, haben wir uns auch Folgendes überlegt: Nach 10 Schüssen gehen die Schützen zur Trefferaufnahme zusammen mit dem RO (Range Officer = Schiedsrichter) an die Scheibe und werten aus. Das wird bei uns jeweils der andere machen, also meine Frau für mich und umgekehrt. So erfährt der Schießende nicht, wie er gerade liegt. Beim Golf empfehle ich auch, wenn möglich den Score zu vergessen.

Ein Detail halte ich beim Schießtraining für sehr wichtig: Nach jedem(!) Trainingsschuss versuche ich anzusagen, wo ich hingeschossen habe (9 rechts oben, 10 unten etc.). Danach blicke ich ins Spektiv, um meine Wahrnehmung mit der Realität abzugleichen. Beim Golf ist das in meinem Unterricht ähnlich. Wenn der Schüler an seiner Technik arbeitet und eine gewisse Kompetenz besitzt, schalte ich seinen Monitor aus und frage ihn nach jedem Schlag, was er glaubt, wo er gerade bei lag bei dem Detail, an dem er trainiert.

Leider habe ich jetzt im Training gemerkt, dass das unscharfe Sehen über Kimme und Korn doch nichts mit der Nervosität des Wettkampfes zu tun hatte, denn es war nun genauso. Ich werde mich also aufs Leuchtpunkt-Schießen konzentrieren. Die Leistungen der anderen sind da immer etwas besser als in den gleichen Kalibern mit Kimme und Korn, aber ich glaube mir liegt das auch unabhängig vom Sehen besser.

Gruß Oliver



Hallo Oliver!
Jetzt, da du die Grundlagen der Schiesstechnik beherrscht, habe ich Übungen gefunden, zur Kräftigung und Stabilisierung der Muskulatur, speziell für das Pistolenschießen.
Fündig geworden bin ich beim Bayernkader Pistole:
http://www.bssb.de/pistolenkader/htm/default1.htm
Klickst du den Begriff Training, findest du Vorschläge für Technik, Taktik, Kondition und Verschiedenes:
Ein sinnvolles Training erfolgt nur, wenn man 3 x die Woche 1 Stunde Kräftigungsübungen durchführt.

Diesen Zeitaufwand kannst du dir nicht leisten, deshalb schlage ich dir vor, du planst ein Stationstraining unmittelbar am Schießstand., d.h. wenn man in 30 Minuten ca. 8 Übungen
ausführen kann, ergeben sich 4 Minuten für jede Übung.
In den Pausen Essen und Trinken nicht vergessen.
Station 1
Aufwärmübungen 10 – 20 Minuten

Station 2
Kraftausdauer
Gesäßmuskulatur 1 Minute
Pause 30 Sekunden
Bauchmuskulatur 1 Minute
Pause 30 Sekunden
Schulterblattmuskulatur 1 Minute
Pause
1 Minute
Station 3
Schießübungen 19 Minuten
Pause 1 Minute

Station 4
Therabandübungen :Bodenübungen
Unterer Rücken, Gesäß hinterer Oberschenkel 1 Minute
Pause 30 Sekunden
Bauch, Brust, Schulter, Rücken 1 Minute
Paus 30 Sekunden
Trizepts, Schulter Brust 1 Minute
Pause 1 Minute

Station 5
Schießübungen 19 Minuten
Pause 1 Minute

Station 6
Therabandübungen- (stehend)
Bizeps 1 Minute
Pause 30 Sekunden
Hintere Schulter, Trizepts, oberer Rücken 1 Minute
Pause 30 Sekunden
Trizeps 1 Minute
Pause 1 Minute

Station 7
Schießübungen 19 Minuten
Pause 1 Minute

Station 8
Therabandübungen – Tür und Wand
Trizeps, Schulter,Brust 1 Minute
Pause 30 Sekunden
Bauch, Brust, Schulter, Rücken 1 Minute
Pause 30 Sekunden
Brust , vorderer Schultermuskel 1 Minute
Pause 1 Minute

Station 9
Schießübungen 19 Minuten
Pause 1 Minute

Station 10
Bauch – Übungen
Bauch-Beckenlift 1 Minute
Pause 30 Sekunden
Bauch-lateraler Stütz 1 Minute
Pause 30 Sekunden
Sit-Ups 1 Minute
Pause 1 Minute

Station 11
Schießübungen 19 Minuten
Pause 1 Minute

Station 12
Langhantel oder Stange für Unterarme
Beuger 90 Sekunden
Pause 30 Sekunden
Strecker 90 Sekunden
Pause 60 Sekunden

Station 13
Schießübungen 19 Minuten
Pause 1 Minute

Station 14
Cool down
Lockerung der Muskulatur 5 - 10 Minuten

Zeitaufwand für Aufwärmen, Cool down max. 30 Minuten
Kräftigungsübungen : Beispiel 6 x 5 Minuten 30 Minuten
3 x die Woche = 3 Stunden

Schießübungen: 6 x 19 Minuten + 1 Minute Pause = 120 Minuten
3 x die Woche = 6 Stunden



Zuletzt bearbeitet: 04.09.09 22:16 von Bernd_Bartels_a


So, die DM ist ist dieses Wochenende zuende gegangen, und die Ergebnisse liegen vor. Beim Speedschießen hatte ich sogar 189 Ringe und nicht 179, wie ich im Kopf hatte, und bin damit Fünfter geworden. Deutscher Meister wurde mein Lehrer Frank Thiel. Ich bin also in guten Händen. Die zweite Spalte zeigt die 10er an und die dritte die Zeit.



Beim Mehrdistanzschießen bin ich Neunter geworden. Und auch hier wurde Frank Thiel deutscher Meister:



Und meine dritte Top-10-Platzierung war beim Fallscheibenschießen. Der deutsche Meister hat hier gerade mal die Hälfte meiner Zeit gebraucht, um die 6 Serien à 5 Scheiben umzulegen. Immerhin: Heute habe ich das erste Mal im Training unter 5 Sekunden für eine Serie gebraucht.



In der Diziplin »Kombination« (Präzisionsschießen und schnelles Schießen auf 25m entfernte Scheibe) bin ich Zwölfter geworden. Hier trennen mich noch Welten zum ersten Platz:



Und nur damit man auch mal sehen kann, wo man landet, wenn es nicht läuft: Beim Schießen mit der 9mm-Vereinswaffe wurde ich 51.




Zuletzt bearbeitet: 06.09.09 20:58 von Administrator


Gratuliere zu dieser Leistung.
Nicht viele Schützen schaffen so eine Leistungssteigerung in dieser kurzen Zeit.



Ha! Ich habe doch eine Medaille. Im Team. Da hatte ich gar nicht bei den Ergebnissen geschaut. Gemeinsam mit Norman Neuenfeldt und Frank Thiel hatte ich mich fürs 9mm-Mehrdistanz-Schießen gemeldet. Ich musste da mit der Vereinswaffe schießen, und mein Ergebnis war das schlechteste im Team. Aber es hat für Silber gereicht.



Ich habe gestern auch einen neuen Ausrüstungsgegenstand erfunden: Beim Mehrdistanzschießen hat man die Wahl: Entweder man wechselt beim Pacours die Magazine, dann bekommt man 50 Sekunden Zeit für 20 Schüsse, oder man lädt mit einem Magazin die Patronen nach, dann bekommt man 80 Sekunden.
Bei uns im Verein laden beim Pistolenschießen alle die Magazine nach. Ich habe das jedoch jetzt ausführlich getestet und halte das für einen Nachteil. Die Patronen aus einem Beutel herauszuklauben, ist jedoch auch keine Lösung. Das geht unter Druck meist schief. Manche haben sich eine kleine Vorrichtung gebaut, in der die Patronen in einem kleinen Kästchen am Gürtel hängen. Aber diese Konstruktion ist wenig befriedigend. Deshalb habe ich jetzt eine eigene Schiene ersonnen: Bei mir stecken die Patronen anders herum in der Schiene. Und es gibt nicht Löcher für einzelne Patronen, sondern Twin-Löcher für jeweils 2 Patronen. Das spart nochmal wertvolle Sekunden, die man beim Zielen und Schießen nutzen kann. Bis jetzt gab es nur einen Prototypen, aber Ende der Woche bekomme ich die fertige Version für Kleinkaliber-Patronen. Wenn sich die in der Praxis bewährt, werde ich sie auch für größere Kaliber bauen lassen. Fotos und/oder Videos werden folgen.



Lieber Oliver,
ich bin erstaunt wie schnell du in dieser Sportart soweit gekommen bist. Mein Respekt dafür.

Was ist deine Erklärung dafür? Gibt es so wenige Schützen in Deutschland,ist dein Trainingsfleiß ausschlaggebend, sind es die maßgefertigten Ausrüstungsgestände, ist es die Qualität deines Trainers oder ist die Kombination aller dieser Koponenten verantwortlich?

Eine Äußerung in deinem Bericht beunruhigt und verstört mich sehr. Du erwähnst die tadelosen Leistungen deines Trainers und im gleichen Atemzug sagts du "Ich bin also in guten Händen". Das kannst du jetzt nicht ernst meinen, oder? Du willst doch nicht sagen, dass die sportlichen Topleistungen des Trainers deine Situation als Schüler erheblich positiv beinflussen. Deine armen Golfschüler, die waren dann bei dir nie in guten Händen! Das ist provokativ und sicher nicht so gemeint, dafür kenne ich deine Qualitäten als Trainer zu gut.

Erkläre mir bitte genau was du damit sagen möchtest, denn die Diskussion um notwendige Trainerqualitäten gibt es ja schon lange.

Gruß Rolf



Schön, dass ich aufmerksame Leser habe, die keine Ungenauigkeit durchgehen lassen.

Ein Grund, warum mir das Schießen auch gefällt, ist der, dass ich glaube, dass das Talent hier weniger wichtig ist. Ich habe ja schon oft geschrieben, dass ich glaube, dass beim Golf das Talent extrem wichtig ist. Das hat auch eine gewisse Bedeutung für das Trainerdasein. Ein guter Spieler kann beim Golf einfach nur viel Talent haben und muss noch lange kein guter Lehrer sein. Beim Schießen muss ein guter Schütze zumindest eine gewisse Zeit lang effektiv trainiert haben. Und das kann er dann weitergeben.
Schießunterricht besteht wahrscheinlich auch mehr aus Trainingstipps als das Golftraining. Trotzdem hast du natürlich Recht. Ob mein Lehrer wirklich gut ist, kann ich gar nicht beurteilen. Dazu kenne ich zu wenige andere Lehrer. Es macht mir Spaß mit ihm und ich werde besser. Aber ob ich mit einem anderen Lehrer noch mehr Spaß hätte und noch schneller besser würde, weiß ich natürlich nicht.

Über das Rezept meines Erfolges zu sprechen, scheint mir noch zu anmaßend. Das mache ich frühestens, wenn ich ein paar deutsche Einzeltitel gewonnen habe. Derweil dokumentiere ich hier einfach, was mich beschäftigt. Ich habe in jedem Fall das Gefühl, jeden Tag etwas dazuzulernen und besser zu werden. Das macht noch mehr Spaß als Erfolge.

Seit gestern besitze ich übrigens auch einen Revolver, und in dem Laden, in dem ich ihn gekauft habe, habe ich mit einem ehemaligen Nationalmannschaftsschützen gesprochen. Der hat mir noch mal eindringlich klar gemacht, wie wichtig Krafttraining ist. Ich schieße zwar oft mit einem Kilo Zusatzgewicht an den Handgelenken, aber ich werde das jetzt noch öfter machen (ohne natürlich das Wissen um die Superkompensation zu ignorieren). Und ich werde auch Zuhause in Joshs Fitness-Studio öfter mal vorbeischauen.


Zuletzt bearbeitet: 15.09.09 22:31 von Administrator


Es gab schon lange keinen Bericht mehr zu meinem inzwischen nicht mehr ganz so neuen Hobby. Seit gestern sind alle Landesmeisterschaften 2010 gelaufen. Ich habe viele enttäuschende Ergebnisse abgeliefert, aber auch ein paar erfreuliche. Ich schieße jetzt seit gut zwei Jahren und seit gut einem Jahr mit eigenen Waffen. Aus dem Stadium der Sorglosigkeit bin ich leider heraus. Im letzten Jahr konnte ich bei den Landesmeisterschaften und auch bei der Deutschen nichts verlieren — ich war ja Anfänger. Jetzt aber ist jedem in meinem Schützenumfeld klar, dass ich praktisch täglich trainiere. Deren Erwartungen steigen also. Und leider kann ich mich auch nicht ganz von eigenen Erwartungen lösen. Um in meinem Modell aus Jenseits der Scores zu bleiben: Ich rotiere in Phase zwei und die meisten sehen mich wohl in der Phase des krankhaften Ehrgeizes, weil ich so viel trainiere und so viel Ausrüstung kaufe (ich besitze inzwischen 8 Waffen). Aber genau diese Entwicklung bei mir zu beobachten, ist ein spannender Aspekt des Schießens. Gestern war die Landesmeisterschaft in der Disziplin, die ich am meisten trainiere: Präzision und Kombi. Man schießt immer aus 25m auf eine Scheibe, teilweise mit 30 Sekunden pro Schuss (Präzision), teilweise aber auch nur mit 2 Sekunden pro Schuss (Kombi). Und diese Disziplin trainiere ich zu 90 Prozent mit einer Kleinkaliber-Waffe der offenen Disziplin. Man darf dabei einen Formgriff verwenden, der in unzähligen Stunden individuell auf meine Hände angepasst wurde, und die Waffe darf auch mit einem Leuchtpunkt ausgerüstet werden. Das ist allerdings kein Laser, der auf dem Ziel einen Punkt hinterlässt. Das wäre verboten.



Der Landesrekord in der Disziplin Präzision lag bis gestern bei 192 von 200 Ringen, und bei der deutschen Meisterschaft hätte man letztes Jahr mit 190 Ringen gewonnen. Im Training schieße ich einen Schnitt von 191 Ringen und meine Bestleistung im Training liegt bei 198 Ringen. Im Training schießt aber praktisch jeder besser als im Wettkampf. Die kleinste Aufregung wirkt sich sofort in einem minimalen Zittern aus, und das ist absolut kontraproduktiv.
Um es kurz zu machen: Ich habe gestern 193 Ringe geschossen und war damit absolut zufrieden. Aber zwei meiner Vereinskollegen hatten auch einen guten Tag: Andreas Röper (amtierender deutscher Meister in der Präzision Großkaliber mit Optik) hat genau gleich geschossen, auch die Zahl der Innenzehnen, Zehnen und Neunen war identisch. Wir teilen also den zweiten Platz. Den neuen Landesrekord teilen wir aber nicht, weil Vereinskollege Norman Neuenfedt, mit dem ich 2009 in der Mehrdistanz-Mannschaft die Silbermedaille bei den Deutschen gewonnen habe, eine unglaubliche 197 geschossen und den Landesrekord um 5 Ringe verbessert hat:



Mit meinem Kombi-Ergebnis von 371 wäre ich letztes Jahr auf den Deutschen dritter geworden. Und auch hier hätte Norman mit 384 und 8 Ringen Vorsprung den ersten Platz erzielt:



Aber auf den Deutschen in drei Monaten ist natürlich alles anders.

Ein erfreuliches Ergebnis konnte ich noch bei der Fallscheiben-Landesmeisterschaft vor zwei Wochen erzielen: Da bin ich mit der Optik-KK-Pistole mit meiner Trainingsleistung und fast 5 Sekunden Vorsprung Landesmeister geworden:



Erfreulicherweise waren meine Fallscheiben-Ergebnisse mit Revolvern und Pistolen, Groß- und Kleinkaliber, mit und ohne Optik alle so, dass ich mich überall für die Deutschen qualifiziert haben müsste. Im Speed-Schießen (ähnelt der olympischen Schnellfeuerpistole) habe ich auf der ganzen Linie enttäuscht und mich außer mit der oben gezeigten Waffe noch nicht mal für die Deutschen qualifiziert. In der Disziplin bin ich aber auch im Training Lichtjahre von Medaillen-Ergebnissen entfernt.

Bei den Landesmeisterschaften der Disziplin Mehrdistanz, die schon im Winter stattfanden, habe ich mit meiner 9mm-Pistole gewonnen:



Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass meine Frau inzwischen auch seit einem Jahr schießt und in drei Disziplinen Landesmeisterin geworden ist.

Sie hat gestern ohne Optik, also mit Kimme und Korn am besten geschossen. 180 Ringe, also im Schnitt Neunen:



Und bei der Disziplin Kombi hat es mit 351 Ringen (ich hatte in der gleichen Disziplin nur 349) bei ihr auch zum Titel gereicht:



Mit dem KK-Revolver hat sie beim Fallscheiben-Schießen vor 2 Wochen sogar die Gemischt-Wertung (Damen und Herren) gewonnen:





Bei den Landesmeisterschaften wurde klar, dass ich im Wettkampf deutlich schlechtere Leistungen erziele als im Training. Ich sollte also mehr Wettkämpfe schießen, aber die gibt es leider nicht. Wieso schießt man im Wettkampf eigentlich schlechter als im Training? Erstens: Weil das Ergebnis nachher öffentlich wird. Zweitens: Weil man nur eine Chance hat und nach einem schlechten Start nicht noch mal anfangen kann. Beim Training schießt man in der ersten Wettkampfsimulation oft mittelmäßig, durchläuft das Ganze dann aber noch ein paar Mal, wird besser, und im Kopf behält man das Durchschnittsergebnis. So ist man dann im Wettkampf meist enttäuscht. Im Gegensatz zum Golf dauert ein Schießwettkampf meist nur 20 Minuten.
Eine weitere Lösung, um den Wettkampf realistischer zu simulieren, wäre das Um-die-Wette-schießen mit anderen, möglicherweise auch um höhere Geldbeträge. Aber da finde ich leider auch zu selten Gegner. Ich habe aber trotzdem eine Idee zur Lösung meines Dilemmas:

Ich habe das Fallscheiben-Schießen jetzt ein paar Mal mit einer laufenden Kamera trainiert, um den Druck zu erhöhen. Aber auch wenn die Nervosität mit Kamera schon ansteigt, ist sie lange nicht so hoch wie bei den deutschen Meisterschaften. Wenn die Nervosität beim Alleine-Schießen bei 1 liegt und bei den deutschen Meisterschaften bei 10, dann bringt die Kamera mich maximal auf 3. Ich habe aber gerade beim Hochladen der Filme eine Idee gehabt, wie ich ziemlich sicher weit über 5 komme: Ich muss das Öffentlich-Machen und die Einmaligkeit miteinander verbinden. Wenn ich mich so wie heute beim Training filme, habe ich ja immer noch die Sicherheit, einen zweiten und dritten Durchgang filmen zu können, bis ich ihn hochlade. Ich könnte also in Zukunft hier einen Beitrag schreiben bevor ich zum Training fahre und dann z.B. öffentlich verkünden, dass ich um 16:00 einen Durchgang schieße. Ich filme dann eine Funkuhr, die sich nicht verstellen lässt, baue keine Schnitte ein und so ist klar, dass es nur einen Versuch gab. Wie meine Nervosität sich dann steigert, werde ich ja merken und berichten.

Nun etwas zu den heutigen Filmen:

Im Wettkampf muss man die 5 Fallscheiben 6-Mal hintereinander umlegen. Landesmeister bin ich mit einer Zeit knapp unter 36 Sekunden geworden. Der Landesrekord liegt bei 31,5 Sekunden, und wenn man unter 30 Sekunden schießt, reicht das in der Regel für eine Medaille bei den deutschen Meisterschaften.

In dieser Trainingsserie habe ich ziemlich genau 30 Sekunden gebraucht. Im dritten Durchgang ist mir die beste Einzelzeit jemals gelungen: 3,99 Sekunden. Die Zeiten nimmt übrigens ein spezieller Timer auf. Gemessen wird die Zeit vom Piepsen bis zum letzten Schuss. Vor dem Piepsen muss die Waffe 45 Grad nach unten gehalten werden. Hier bei Youtube die beiden besten Serien:



Die ganzen 6 Durchgänge (5,79 + 4,23 + 3,99 + 4,79 + 6,90 + 4,34 = 30,04) liegen im Exposure-Room (4:30 Minuten).

Mit dem Revolver wird die Sache erheblich schwieriger: Im Gegensatz zur Pistole hat man nicht 10 Schüsse im Magazin, sondern nur 6 in der Trommel. Man kann sich also nur einen Fehlschuss erlauben, wenn man keine Platte stehen lassen will. Und jede stehengelassene Platte kostet 10 Straf-Sekunden. Außerdem ist das Schießen schwieriger als mit der Pistole. Den Abzug der Pistole muss man bis zum Auslösen nur mit einem Kilo ziehen. Beim Revolver muss man entweder jedes Mal den Hahn spannen (das nennt sich dann Single-Action und dauert zu lange) oder man schießt Double-Action, wobei die Trommel durch das Ziehen am Abzug gedreht wird. Hierbei muss man jedoch mit über drei Kilo ziehen.

Der Landesrekord mit dem Revolver liegt bei 53,8 Sekunden und bei den Deutschen reicht eine Zeit unter 70 Sekunden für eine Medaille; eine Zeit unter 50 Sekunden reicht in der Regel für den Titel. Bei den Landesmeisterschaften habe ich 86 Sekunden gebraucht, weil ich zwei Platten stehengelassen habe. Deshalb ist meine Frau Landesmeisterin geworden, die nur 78 Sekunden gebraucht hat, weil sie alles umgelegt hat. Meine heutige Trainingsleistung war:

6,74 + 9,04 + 8,17 + 7,79 + 7,20 + 6,45 = 45,39





Hallo Oliver,

Dein Problem, dass Du unter Leistungsdruck schlechter schiesst ist nur normal. Abstellen kann man dies nur indem man viele, viele Wettkämpfe bestreitet und somit das ganze für einen "normaler" wird. Dabei solltest Du aber auch verschiedene Schiessstätten besuchen, da jeder Stand unterschiedlich z.B. beim Licht, Blenden, Standuntergrund ... ist.
Einfach mal nach Preisschiessen suchen und mitmachen. Ich finde, da hat man den gleichen Stress wie bei Meisterschaften.
Bei Deinem Schiessen ist mir aufgefallen, dass Du den Stand zwischen den Serien veränderst; dass Du keine trocken Anschläge zum Einrichten des Standes machst, dann gehst Du unterschiedlich tief in die Fertigposition runter und zu guter Letzt finde ich auch noch, dass Du unrhythmisch schiesst. Diese Dinge würde ich versuchen abzustellen.
Was meinst Du zu meinen Beobachtungen?

Gruss matthias


Zuletzt bearbeitet: 24.06.10 08:51 von M_Schaeffler_a


Danke für deine Anmerkungen.

Bei Deinem Schiessen ist mir aufgefallen, dass Du den Stand zwischen den Serien veränderst; dass Du keine trocken Anschläge zum Einrichten des Standes machst, dann gehst Du unterschiedlich tief in die Fertigposition runter und zu guter Letzt finde ich auch noch, dass Du unrhythmisch schiesst.

Was meinst du mit »Stand verändern«? Ich mache meist Trockenanschläge, nur wenn das Vorspannen (gehe an den zweiten Klick mit dem Revolver) zu lange dauert, verzichte ich mal drauf. Dass mit der Fertigposition mag sein. Da bin ich noch hin und her gerissen. Im BDS geht fast keiner 45 Grad herunter. Hier gilt: Was der RO (Range Officer) nicht moniert, gilt als ok.
Das unrhythmische Schießen rührt daher, dass ich nicht abziehe, wenn ich das Ziel nicht im Visier habe, und das dauert natürlich unterschiedlich lange.

Werbung
Seiten: 1 2 3 4 Zurück zur Übersicht


>Perfekte Rundenanalysen von Jörg Sobetzki