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Thema: Mein Leben: Heute Mittwoch, 28.12 um 18:15 im NDR


> Die große Lust am kleinen Tick

Rechts oben gibt es einen Knopf zum Direkt-Datenstrom (Livestream), also zum Anschauen im Internet. Ich hab mir jetzt schon vor Aufregung die Fingernägel bis zur Schulter abgekaut. Natürlich habe ich Teile schon gesehen, aber die letzte Fassung mit den Sprechertexten kenne ich auch noch nicht. Und natürlich interessiert mich nachher, wie es bei euch angekommen ist. Ich fühle mich ziemlich nackt und verletzlich, da ich die Hosen ganz schön runter gelassen habe.

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Hallo Oliver,

ich hatte die Sendung verpasst und habe sie mir dann über die NDR Mediathek angeschaut.

Eigentlich mag ich Homestories überhaupt nicht. So "öffentlich" kann eine Person gar nicht sein, als dass mich ihr Privatleben auch nur im Geringsten etwas anginge. Trotzdem hat es mir mir recht gut gefallen. Witzig fand ich die Sache mit Moritz.

Oliver_Heuler_p
Ich fühle mich ziemlich nackt und verletzlich, da ich die Hosen ganz schön runter gelassen habe.

Warum hast Du es denn gemacht?

Viele Grüsse

Frank


Zuletzt bearbeitet: 29.12.11 08:37 von F_Schmidberger_a


Mit Hosen-runter-gelassen meinte ich Folgendes: Ich habe den NDR beim Essen Zuhause zuschauen lassen, beim Ins-Bett-bringen meines Sohnes, beim Ausüben eines Sportes, in dem ich Anfänger bin, beim Unterrichten mehrerer Schüler, das ja auch mal in die Hose gehen kann.

So ein »Ausliefern« birgt immer ein gewisses Risiko, denn man weiß nie, was die Redakteure aus dem Filmmaterial machen. Ich habe versucht, mich abzusichern, aber auch dieses Mal sind Sachen reingekommen, die nicht abgesprochen waren. Aber wenn es gut geht, ist der Lohn natürlich vielfältig:
  • Es ist eine kostenlose Werbung. 30 Minuten Werbung im Staatsfernsehen wären ja fast unbezahlbar und dann würden sie auch nicht so viel bringen, denn es wäre ja nur Werbung. Redaktionelle Beiträge halten die meisten zurecht für etwas glaubwürdiger.

  • Wenn jemand überlegt, bei mir Golfunterricht zu buchen, dann würde er natürlich gerne vorher wissen, was für ein Typ ich bin. Bisher konnte er sich meine Golfvideos anschauen, aber jetzt ist ihm ein etwas tieferer Blick hinter die Fassade möglich. Böse Überraschungen werden seltener und es treffen sich eher Leute, die sich wahrscheinlich sympathisch sind.

  • Ich habe wieder viel übers Filmen gelernt. Wie baut man so eine Geschichte über einen Menschen auf? Welche Fragen muss man stellen? Wie antwortet man am schlauesten? Etc. Ein kostenloses Medientraining also.

  • Der Job eines Golflehrers wurde etwas transparenter. Schüler fragen ihre Golflehrer nämlich oft, was sie denn »eigentlich« beruflich machen. Da fühlt man sich dann etwas unverstanden.

  • Es war auch wieder mal eine Selbsterfahrung. Wie reagiere ich darauf, dass mein Leben im Alltag gefilmt wird? Wie geschickt oder ungeschickt gehe ich mit meiner Eitelkeit um? Wie gelassen bleibe ich? Wie viel zeige ich auch von meinen Schwächen, damit hier nicht nur eine Maske gezeigt wird?
Unterm Strich war es also ein Geschenk, für das ich dankbar bin. Wobei ich aber keine Schuld gegenüber dem Sender empfinde. Ich habe ja auch eine Gegenleistung gebracht: viel investierte Zeit und Erfahrung — und es ist eine Sendung herausgekommen, die doch zumindest ein durchschnittliches Niveau an Unterhaltung und Information gebracht haben sollte, auch für Leute, die mich nicht kennen oder kein Golf spielen.



Klasse Bericht.

Schmunzeln musste ich, als Du über deinen Slice in früheren Jahren gesprochen hast: der Ball wäre auf der übernächsten Bahn gelandet.

Da scheinen wir etwas gemeinsam gehabt zu haben.
Dank deiner Videos habe ich es in den Griff bekommen.

DANKE

Beste Grüße
Torsten

Alles Gute für 2012

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