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Thema: Schläger - Fitting für fortgeschrittene Anfänger


Hallo Andreas

ich weiß leider nicht, wie ehrlich Mike Klais dir gegenüber ist. Es gibt in Asien eine Reihe von Herstellern, die mit sogenannten Factory Molds arbeiten. Diese Molds sind gut funktionierende Designs, teilweise sehr deutlich an Marken angelehnt, teilweise ein wenig abgewandelt.

Die Schläger aus der Prowinn forged Serie sind ein solches Design. Diese kannst du unter anderem über Dynacraft beziehen mit dem identischen Schlägerkopf. Die Bagger Vance bekommt man im nahzu identischen Design auch unter dem Markennamen Quasar. Ob die verwendeten Stahllegierungen unterschiedlich sind, kann ich natürlich nicht sagen. Die Anzahl der verfügbaren Molds ist einfach begrenzt. Die Neuentwicklung einer Mold ist sehr teuer und für einen Spartenanbieter wie X-Mike.de nur schwer zu realisieren. Außer natürlich er ist sehr wohlhabend und macht das Buisness nur aus Spaß an der Freud.

Dann noch das Thema Schlagfläche geschweißt: Ich entschuldige mich für die folgende flapsige Formulierung: Alte Socken...alles schon da gewesen. Und das auch deutlich vor 1999. Mizuno, Callaway, Zevo. Alle haben damit schon rumgespielt. Alles nicht wirklich neu.

Dann noch kurz zum Thema Bi-Matrix. Auch die Schäfte der Hersteller True Temper und dann später unter dem Namen Grafalloy (wie du weißt ist das natürlich inzwischen ein Konzern) hatten keine Probleme mit der Bruchstelle. Das Konzept hat einfach grundsätzliche Mängel. Durch die relativ schwere Stahlspitze im Vergleich zum Restmaterial wird der Schläger insgesamt sehr kopflastig. Es gibt nur wenige Spieler, die das wirklich mögen. Zum anderen hab ich noch keinen Bi-Matrixschaft gespielt, der von der Rückmeldung her gut war. Und zu guter Letzt haben meine bisherigen Bi-Matrix-Tests einfach keine Resultate gebracht. Die Schläger waren zwar durchaus präzise, hatten aber im Vergleich zu anderen sehr guten Schäften einen Performancenachteil...sie waren sehr kurz. Da kam nichts raus. Und das Argument, dass die Dinger keiner spielt, weil keiner Geld dafür bekommt hinkt auch. TW hat eine Zeit mit Bi-Matrixbiegeprofilen getestet. Die Halbwertszeit in seinem Bag war nicht lang. Bubba Watson spielte relativ lange eine Sonderanfertigung basierend auf dem Grafalloy Bi-Matrix. Doch auch hier hat sich das Thema dann recht schnell erledigt, weil er einfach unter den anderen Schäften andere gefunden hat, die noch besser für ihn funktionieren und damit mehr oder minder das Ende der erneuten Episode im Hause True Temper eingeläutet.

Grundsätzlich macht mich in deinem Beitrag der folgende Satz stutzig:
Den Schaft, [B]den ich bauen lasse[/B], funktioniert bei uns zigtausendfach 
 seit Jahren ohne einen einzigen Bruch an der Verbindungsstelle.


Nun mal Butter bei die Fische: Wie sieht denn deine Verbindung zu Marken-Golf.de genau aus? Etwas mehr Transparenz wäre sehr wünschenswert.

Und ich bin mir sicher, dass ein von Walk, Premigan, Arnd Welling oder mir verbauter Schaft sich im Maschinchen von Mike sehr stressfrei verhalten würde. Wie schon gesagt: Ein Klais hat den Schlägerbau und das hochwertige Material nicht erfunden. Aber das hab ich dir ja schon in einem sehr frühen Beitrag geschrieben.

Gruß
Michael

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@Thomas
Wenn frequency-matching ohne vorheriges spining angeboten wird ist dieses nur halbe Perfektion, da die Frequenz nicht auf einheitlichen Schwingungsebenen gemessen wird.

@Michael
Oder man wählt gleich Komponenten, die einen so geringen Spine aufweisen, dass dieser keinerlei Einfluss auf das Frequenzy-Matching hat.

@Thomas
Das machen wir bei unseren x-filament-wound Grafitschäften so. Die haben so gut wie keinen Spine. Stahlschäfte mit Schweißnaht weisen aber meist einen Spine auf und dann ist das spining auf jeden Fall erforderlich.

@Thorsten
Seit D. Weiss (1999) sind unterschiedlichste Geräte zum spinen „erfunden“ worden, vom einfachen System mit Kugellagern hin zum NF1 bis irgendwas, weiter zum Hightech-Gerät, das im Grammbereich Abweichungen registriert .... Dann beziehen wir die gesamten Daten eines Schaftes mit ein. Vor allen Dingen spinen wir nicht vor dem frequenzen, sondern später. Das Ergebnis ist spürbar besser, nicht nur auf der „Maschine“.


Zum besseren Verständnis der hier angebotenen Andeutungen und wegen Thorstens Loch auf der Homepage, eine gute und umfangreiche Erklärung über den Einbau von Schäften von Mike Klais!

http://www.marken-golf.de/FAQ/html/spin__spine__flo_und_spinning.html

Gruß
Andreas



Nun mal Butter bei die Fische: Wie sieht denn deine Verbindung zu Marken-Golf.de genau aus? Etwas mehr Transparenz wäre sehr wünschenswert.


Michael, sorry dass ich dies nicht deutlicher hervorgehoben habe! Der ganze Text zwischen Zitat und Zitat Ende ist von Mike, den er mir zugesandt hat, mit der Bitte Ihn zu veröffentlichen. Ist übrigens das erste Mal, dass er sich zu unserem Diskurs meldet, alle anderen "Aktivitäten" gehen von mir aus und sind mit Mike nicht abgesprochen. (Ich galube er hat auch wenig Zeit, dass zu verfolgen, da seine Auftragslage enorm ist!)

Zu den anderen Dingen kann ich nicht viel sagen, beweißt natürlich wie gut Du die "Szene" kennst, aber nicht, dass Mike unehrlich ist! Das finde ich eine gewagte Aussage, kaufmännisch nicht korrekt, da es doch auch nur eine Annahme von dir sein kann!

Gruß
Andreas



Mehr zum Thema Spines gibt es hier:

> All About Spines

Wie immer bei Dave Tutelman: Sehr schön erklärt und frei von irgendwelchem Marketing-Geschwafel.

Gruss

Frank



Hallo Frank,

vielen Dank für den Link. Da wird das Thema Spines wirklich sehr gut erklärt und kritisch beleuchtet. Mir war schon vorher die FLO-Variante wesentlich lieber. Nun weiß ich auch, warum das so ist. Ich fand den Ansatz einfach einleuchtender.

Dann noch mal zu Andreas:

Wenn ich davon ausgehe, dass Mike Klais den normalen Weg geht, den viele Lieferanten gehen, dann liegt dies daran, dass meine Vorinformationen mich sehr skeptisch machen, dass ein kleiner Lieferant, der sich mit extrem großer Wahrscheinlichkeit auf den deutsch-sprachigen Raum beschränkt, es finanzieren kann, eigene Molds machen zu lassen, immer wieder direkt mit einem Design-Team zu arbeiten, dass Modelle nur für ihn anfertigt und das alles zu refinanzieren. Wenn er diesen Aufwand betreibt, dann kann ich kaum glauben, dass er rentabel arbeitet. Sollte er irgendwann mal Zeit haben, sich dazu zu äußern, würde ich das sehr begrüßen. Und ich bin der erste, der den Hut vor ihm zieht, wenn die Schläger, die unter Made in Germany laufen wirklich alle von ihm federführend exklusiv für ihn designed wurden.

Wenn du dir mal die Zeit nehmen möchtest, dann schau mal im Spicyforum etwas genauer nach. Dort hat der Autor ulim unter dem Titel "alles nur geklaut" einen sehr schönen englischen Artikel zum Thema Piraterie im Golf verlinkt (womit ich ausdrücklich nicht sagen will, dass Klais ein Designpirat ist). Was ich an dem Artikel sehr informativ finde, ist der Umstand, dass dort die Mechanismen der Golfindustrie sehr gut nachvollziehbar werden.

Um noch mal meinen Punkt zu betonen und klar zu machen:
Ich respektiere jeden Lieferanten, der einen guten Job macht und zur Aufklärung der teilweise unglaublichen Qualitätsschwankungen der vermeintlich hochwertigen Hersteller beiträgt. Ich finde es hervorragend, wenn ein Hersteller hinter seinem Produkt steht und für dessen hohe Qualität und Präzision einen Schritt mehr geht, als es der Durchschnitts-Proshop oder Golfshop tun würde. Mich stört allerdings massiv, wenn man sich und seine Produkte als Heilsbringer und einzig wahren Weg vermarkten möchte und dann noch teilweise Falsch-Informationen streut und präziser ausgedrückt: Informationen bewusst nicht vollständig kommuniziert.

Ich zitiere mal von der Marken-Golf.de Seite, die du verlinkt hast:

Um was geht es?
Jeder Schaft hat ein unsymmetrisches Biegeverhalten, unabhängig von Material und Herstellungsverfahren. Unsymmetrisch bedeutet, dass sich der Schaft auf eine Seite leichter biegt als auf eine andere und umgekehrt. In Abhängigkeit vom Material kann dieser Effekt auch an mehreren Stellen auftreten. Graphiteschäfte haben z.B. oft diese Eigenart.


Das stimmt so einfach nicht und ist Irreführung des Kunden. Wie du bei Tutleman sehr deutlich lesen kannst, gibt es auf jeden Fall eine ganze Reihe von Schäften, bei denen es sehr sehr schwer wird, einen dominanten Spine zu finden, bzw. nur eine einzige funktionierende FLO-Ebene.

Es ist sicher so, dass es Hersteller auf dem Markt gibt, die eine sehr genaue Ausrichtung erfordern, um sich einigermaßen gut nach der Montage zu benehmen. Aber das gilt ganz sicher nicht so pauschal. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen zu sagen: Es gibt eine große Anzahl hervorragend präziser Schäfte auf dem Markt, die keinen Performanceunterschied aufweisen in Abhängigkeit von ihrer Ausrichtung. Und ein guter Clubmaker weiß, was er verbaut.

Auch hier noch mal ein abschließendes Statement: Ich kann zu der Qualität der Schläger von Klais nichts sagen - diesen Satz schreibe ich ausdrücklich, um nicht seinem Vorurteil in die Hände zu laufen, das er über Foren und andere Heilsbringer im Netz hat. Ich hatte noch nie einen Schläger/einen Satz in den Händen, um ihn zu spielen. Ich hatte bisher lediglich zweimal einen Satz aus seiner Werkstatt in der Hand. Beide Modelle führt er in dieser Form nicht mehr. Beide Modelle haben mich nicht überzeugt. Einer war ganz offen gesprochen ein Misfit, was aber normal ist, wenn der Kunde über ein Onlineformular gefittet wird. Mir missfällt ausschließlich seine marktschreierische Art und die Vermarktung von Schlägern mit Attributen, denen sie nicht gerecht werden, da sie Dinge suggerieren, die ich persönlich aufgrund meines Informationsstandes nicht glauben kann. Lasse mich da aber gern eines besseren belehren.

Und bevor du mich auf's Rad flechten willst, schau dir doch einfach mal in Ruhe die Angebote auf der Seite von Hireko Golf an. Dort findest du einige Designs, die doch teilweise stark an Schläger aus der Made in Germany - Kollektion erinnern. Das ist der Grund, warum ich da sehr skeptisch bin. Vielleicht bin ich aber auch schon verbildet.

Gruß,
Michael

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Hallo Michael und alle Interessierte!

Nun habe ich Mike ein Statement abverlangt, das ich sehr authentisch finde! Ich habe es leicht Überarbeitet, wo er mich persönlich angesprochen hat, damit es hier hinein passt, aber seine Erlaubnis eingeholt, es so zu veröffentlichen! Ich finde, es ist ehrlich, mit einer Portion Emotionalität gewürzt und drückt genau das aus um was es hier geht! Besser hätte ich es nicht sagen können!

Michael, du warst so ehrlich und hast zugegeben, Mikes Arbeit eigentlich nicht zu kennen und er fordert dich auf, deine Aussagen zu beweisen. Wenn du das nicht machst, also zu ihm hinfährst oder ihm was schickst, wird alles was du hier noch sagst unglaubwürdig sein. Das ist meine Meinung!

Hier nun die Antwort von Mike Klais:

Hi

das ist der Verlauf einschlägiger Diskussionen, weshalb ich mich hier immer komplett raus halte. Es bringt einfach nichts. Wenn bei Michael oder einem anderen die Stückzahl dahintröpfelt, dann ist dies seine Sache. Auf vorhandene Werkzeuge würde ich mich aus vielerlei Gründen nicht stützen, die Werkzeugformen designe ich und ich zahle die Herstellung, fällt bei unserer Stückzahl nur marginal ins Gewicht. Technisch bekomme ich aber das, was ich möchte. Der VDC wird sicher nachgebaut, vor ein paar Jahren öfter, jetzt eher selten. Es gibt noch ein paar Klone davon, die ich aber regelmäßig anfordere und zur Probe spiele. Allesamt ein müder Abklatsch. Wer es nicht glaubt, der soll zum Probespiel kommen und seine optisch gleichen Köpfe mitbringen.

Der Rest mit Quasar etc. ist, verzeiht mir den Ausdruck, Geschwätz. Er kennt weder unsere Absatzzahlen noch unsere Hintergründe. Insofern finde ich solche Behauptungen hetzerisch.

Was ist auch nicht verstehe, dass z.B. amerikanische Texte ungeprüft als heilig gesprochen werden. Dave Tutleman ist sicher ehrlich, aber viele seiner Behauptungen decken sich nicht mit meiner Erfahrung. Seine Messmethoden nicht überprüfbar. Gleiches gilt für den Bi-Matrix: Die True Temper Konstruktion ist aus meiner Sicht schon im Ansatz falsch, da brauche ich gar nicht erst damit spielen, um dies zu erkennen. Wie gesagt: Äußerlich sind die Bi-Matrix sehr ähnlich, so wie sich Autoreifen optisch ähneln.

Wie oben geschrieben, ist dies der Verlauf solcher Diskussionen: es wird geredet um des Redens Willen. Die Diskussion löst sich vom Kern bis zur Unkenntlichkeit. Ich bin gerne bereit, Michaels beste Schäfte zu vermessen, mit konkreten Messzahlen statt Fakten vom Hörensagen.

Wer etwas wissen möchte, kann mich jederzeit gerne anschreiben, anrufen oder besser noch: besuchen. Bis auf grundlegendes Fertigungs-Know-How gebe ich gerne jedem Auskunft.

Meine Zeit ist mir allerdings zu schade für Leute, die eine Rechnung "2 + 2 = 4" permanent verleugnen und ähnlich politischer Diskussionen und nicht sofort nachprüfbare Halbwahrheiten als Statement abgeben.

Das Forum wird stark gelesen und so mancher interessierte Golfer weiß dann mittlerweile gar nicht mehr, was er glauben soll: den Verkaufsdrückern in den Golfketten, den eher dünn belesenen Standard-Pros mit Verkaufsprovision, den vielen "Fachleuten" in den Foren oder ....?

Es würde mich dagegen sehr freuen und noch mehr interessieren, wenn man tatsächliches Fachwissen vereint und Golfschläger besser macht. Wir kleinen Hersteller und die vielen Clubfitter sind doch bescheuert, sich gegenseitig ins Kreuzfeuer zu nehmen, während nach meiner Meinung die Masse von den großen Marken auf breiter Front abgezockt wird.

Hier geht es nicht darum, welches Auto ist das Bessere, sondern um messbare und spürbare Ergebnisse! Durchs Reden und Schreiben wird nichts überprüft. Jeder kann kommen und mir beweisen, dass er bessere Schläger macht, dann werde ich auch versuchen bessere Schläger zu machen.

Mike Klais




Was ist auch nicht verstehe, dass z.B. amerikanische Texte ungeprüft als heilig gesprochen werden.

Ich habe Dave Tutelman noch nie persönlich getroffen. Allerdings habe ich Dave im Rahmen eines gemeinsamen Projekts (TrajectoWare Drive) als überaus kompetenten und genau arbeitenden Ingenieur kennen gelernt. Selbstverständlich habe ich Daves Aufsatz über Spines gewissenhaft und aus der Sicht des Maschinenbau-Ingenieurs gelesen bevor ich den Link hier gepostet habe. Dabei konnte ich aus meiner Sicht keine Unstimmigkeiten oder gar falsche Behauptungen entdecken. Ich gebe zu, ich habe nicht selbst nachgemessen, ich bin mir aber absolut sicher, dass Dave niemals gefälschte Messergebnisse veröffentlichen würde um damit irgendwelche falsche Behauptungen zu untermauern.

Dave Tutleman ist sicher ehrlich, aber viele seiner Behauptungen decken sich nicht mit meiner Erfahrung.

Das ist mir zu pauschal. Bitte konkret, welche seiner Behauptungen sind falsch und warum?

Seine Messmethoden nicht überprüfbar.

Das ist mir ebenfalls zu pauschal. Welche Messmethode von Dave ist nicht überprüfbar?

Gruss

Frank



Hallo Andreas,

wie bereits mehrfach geschrieben: Ich ziehe hiermit offiziell vor Mike Klais den Hut, da er die Formen für die Werkzeuge selbst designed und in Auftrag gibt.

Ich kenne zwei seiner Sätze. Eines davon ein sehr altes Design, dass er verwendet hat (Two-Piece-Eisenkonstruktion - relativ klobiger Kopf) und ein älteres ProWinn Design (Callaway-Clone - gegossener Schlägersatz - FST-Stahlschäfte). Den letztgenannten Satz hab ich Ende letzten Jahres bei einem Kunden in den Fingern gehabt. Die Aussage, dass dieser Satz ein Misfit war, werde ich ganz sicher nicht zurück nehmen, weil der gute Mann im realen Leben unglaublich schlecht zum Ball stand. Die Eisen waren 1 Inch länger ohne Liekorrektur. Das Setup war dadurch (zusammen mit Pro überprüft - das ist nicht mein Job) absolut falsch und konnte nicht zu guten Ergebnissen führen. Ein Schlägersatz 0.5 Inch länger und 3° upright wird dies verbessern. Ich hatte noch versucht, die kostengünstigste Lösung für den Kunden zu ermöglichen und seinen Marken-Golf-Satz zu fitten, doch leider haben die gegossenen Köpfe nicht sehr gut auf die 3° bending reagiert. Das hatte ich aber ehrlicherweise erwartet und aus diesem Grund auch nur das Eisen 3 angefasst, um es zu biegen.

Der Kunde hat von mir zwei Testeisen kostenlos gebaut bekommen und ist so zufrieden, dass er den Satz bestellt hat. Aber, und auch dazu stehe ich, dieser Misfit liegt am Online-Fitting. Viele Dinge gehen online. Aber ein optimales Fitting eben nicht. Die Daten können immer nur eine Ausgangsbasis sein und werden nie das Ende aller Betrachtungen darstellen können. Einzig das persönliche Fitting, den Spieler vor Augen und im Idealfall Outdoor ist geeignet, um einem Spieler das möglichst beste Material an die Hand zu geben. Allerdings bin ich mir sicher, dass Mike Klais mir hier zustimmen wird.

Dann noch mal zu seiner Kritik zu meinen Materialvergleichen zwischen seinen Designs und bereits auf dem Markt erhältlichen: Die Anzahl der optisch vertretbaren und funktionierenden Schlägerdesigns ist endlich. Darum verwundert es nicht, dass viele Schläger auf dem Markt einander ähneln. Bei den Lieferanten, die ich nutze, gibt es auch Designs, die so auf dem Markt Entsprechungen haben. Ein 560MC von Tom Wishon sieht nun mal einem Mizuno MX-25 ähnlich, da beide Schläger geschmiedete Undercut-Cavities sind. Da ist die optische Verwandtschaft nun einmal per Grunddesign gegeben.

Da er die Aussage gemacht hat, alle Designs selbst zu erstellen, ist für mich das Thema vom Tisch. Dann gratuliere ich ihm zu seinem guten Geschmack, sein handwerkliches Geschick und seine Inspiration.

Ich schicke Mike übrigens gern Schäfte, mit denen ich bevorzugt arbeite. Sowie ich wieder eine Bestellung bei meinen Lieferanten mache, werde ich gern ein paar Exemplare für ihn mitbestellen und ihm zum Ausmessen schicken. Auch wenn ich ihm die Resultate schon vorher sagen kann. Aber wenn es ihn glücklich macht...kein Problem. Die Schaftqualität ist allerdings nicht vom Hörensagen oder Gerüchteweise bekannt, sondern durch Tests von Amerikanischen Clubmakern, der PCS und der GEA bekannt. Wenn Mike die Zeit hat und neben seinem gut gehenden Buisness etwas Recherche betreiben kann, dann sollte er sich einfach mal mit SK Fiber und Graman auseinander setzen. Aber ich bin mir sicher, dass er diese beiden Lieferanten kennt. Femco im Stahlschaftbereich ist ja auch einer seiner Lieferanten. Daher erzähle ich ihm da nichts neues. Die Qualität dieser Schäfte kennt er ja.

Allerdings bin ich dann im Gegenzug so dreist, dass ich gerne einen Bi-Matrixschaft für Eisen und einen für Hölzer hätte, um mit denen im Gegenzug zu experimentieren. Da sich von der äußeren Hülle her kein Unterschied zu den Grafalloy- oder True Temperprodukten feststellen lässt, würde ich gern meine Eindrücke dieser Produkte mit seiner Konstruktion vergleichen.

Und dann noch ein abschließender Satz zu einer seiner Aussagen bezüglich dahin tröpfelnder Stückzahlen und Verkäufe:

Qualität von Arbeit steht meiner Meinung nach in keinem Zusammenhang mit der verkauften Stückzahl. Wenn dem so wäre, dann wären Callaway und Taylor Made die tollsten Lieferanten der Welt.

Gruß
Michael



@Michael
wie bereits mehrfach geschrieben: Ich ziehe hiermit offiziell vor Mike Klais den Hut, da er die Formen für die Werkzeuge selbst designed und in Auftrag gibt.


Die wichtigste Marketing Regel hast du verstanden! Zuerst loben und dann weniger Gutes benennen. (Der Prozentsatz an "nicht so gelungenen Sätzen", wegen Kommunikationsmissverständissen ZB ist bei Mikes Stückzahlen verschwindend gering.)

Die Zweite auch: Nütze jede Möglichkeit zur Werbefläche!

Ich werde über die Vor und Nachteile von Mikes online Bestellung nichts sagen, denn Du kennst nicht seine Kommunikation mit seinen Kunden! Ich schon! Und ich finde sie hervorragend. (Jetzt hab ich doch was gesagt ...)

Gruß
Andreas



Hallo Andreas,

wie ich dir ja in einer privaten Nachricht geschrieben habe, bin ich schon recht lange im Verkauf/Vertrieb tätig. Ich gehe mal arrogant davon aus, dass ich in meinem Tätigkeitsbereich einen ordentlichen Job mache. Daher ist es naheliegend, dass Kommunikation eher eine meiner stärkeren Seiten ist, Schwächen gibt es aber auch genügend.

Eine meiner Schwächen ist die sehr große Skepsis gegenüber vermeindlich neuen Produkten und phantastischen Ideen, die den Markt revolutionieren sollen. Ich hatte auch mit Thomas Walk einen sehr intensiven Diskurs über seine Schläger, MOI-Fitting im Allgemeinen und seine Selbstbeschränkung auf die eigenen Schäfte (die notwendig ist, um relativ stressfrei MOI-Sätze bauen zu können). Vieleicht steht mir meine Skepsis das eine oder andere mal im Weg. Das mag durchaus sein. Aber meine Erfahrung sagt, dass verschiedene Dinge einfach nicht optimal sein können. Und dazu gehört beispielsweise ein Online-Fittingprozess. Ich glaube dir ohne Einschränkung, dass Mike Klais hervorragend mit seinen Kunden Online oder telefonisch kommuniziert und die Sätze aufgrund der Ergebnisse dieses Kommunikationsprozesses bestmöglich baut. Glaub du mir bitte aber auch, dass ein Fitting, dass nicht persönlich durchgeführt wurde immer suboptimal bleiben wird. Manche Dinge, wie Setup, Schwungrhythmus und Ballflugvorlieben kann man nicht am Telefon durcharbeiten. Das sind Dinge, die man sehen muss. Diese Elemente sind wichtig für banale Dinge wie Länge und Lie. Sie sind aber auch extrem wichtig für das Fitting nach Schaftgewicht und Biegeprofilen. Diese Fittingparameter spielen sicher bei einigen Spielern keine Rolle. Aber viele Spieler merken erst, was sie verpassen, wenn sie live Alternativen testen können. Und das geht am Telefon nun einmal nicht.

Gruß
Michael



@ Michael

Ich hatte auch mit Thomas Walk einen sehr intensiven Diskurs über seine Schläger, MOI-Fitting im Allgemeinen und seine Selbstbeschränkung auf die eigenen Schäfte (die notwendig ist, um relativ stressfrei MOI-Sätze bauen zu können).


Ja Michael, dieser Diskurs war durchaus fruchtbar wie Du gleich siehst. Wir haben zwar weiterhin - aus gutem Grund - unsere Selbstbeschränkung auf unsere eigenen Schäfte, haben aber dabei unser Schaftprogramm so stark erweitert, daß wir erheblich mehr Schaftoptionen bieten können.

Neben den Grafitschäften mit Standard-Flexvarianten und Standard-Biegeprofil, kann der Golfer nun bei unseren BlackMagic x-filament-wound Grafitschäften aus 36 Flex- und Biegeprofilen wählen. Eine gleiche Vielfalt steht in Bälde auch bei unseren neuen TourMagic und PowerMagic Stahlschäften zur Verfügung welche es zusätzlich in verschiedenen MOI-Klassen geben wird.

Daher freue mich auf jede neue Anregung, denn Stillstand ist Rückschritt.

Gruß Thomas - walkgolf -



Zuletzt bearbeitet: 02.02.08 19:43 von Thomas_Walk_f


Hallo Michael!

Aber meine Erfahrung sagt, dass verschiedene Dinge einfach nicht optimal sein können. Und dazu gehört beispielsweise ein Online-Fittingprozess.


Da bin ich natürlich einverstanden, möchte aber noch einmal einen Musikvergleich bringen. Wenn mir ein Musikalienhändler sagt: Da probieren sie mal diese Gitarre, mit der lässt es sich leichter Bach-Suiten spielen ... tschuldigung, dann gehe ich sofort aus dem Geschäft!

Das Gespräch eines Fitters mit einem Golfer ist also auch so ein irre heikles Vehiekel! Eigentlich sollte das nur den Pro was angehen, denn nur DER sieht, wie sich der Schwung des Spielers möglicherweise entwickeln wird oder auch nicht!

Wenn ein Fitter zu mir sagt, wie bei Pingstand in Bad Grießbach, nachdem ich unzählige Schläger unten beim Durchschwung auf einem Brett schwarz gemacht habe: "Glauben sie es mir, sie sollen aufrechter stehen, da treffen sie eindeutig besser und sie brauchen Schläger 2inch länger 5-6° up, dafür sind wir ja da...! (bin gegangen!)

Und ich habe auch eine Schwäche! Ich glaube fast niemanden etwas, wen ich es nicht selber erlebt, erprobt und zig-mal auf die Waagschale gelegt hab! (Außer bei Mike Klais, bei dem hat man sofort das Gefühl: Der weiß was er redet und sagt vor allem nur dort etwas, WO ES IHN WAS ANGEHT!)

GRUß
ANDREAS

Auch ein Schwäche von mir: Ich rede auch dort, wo es mich nix angeht! Siehe ... wie viele Artikel habe ich schon geschrieben?


Zuletzt bearbeitet: 03.02.08 00:18 von A_Karacsonyi_a
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